
Münster. Noch vor einem Jahr stand das Hammer Straßenfest vor dem Aus. Steigende Sicherheitsauflagen und ein fehlender fünfstelliger Betrag machten eine Durchführung 2025 unmöglich. Nun gibt es einen neuen Anlauf: Unter dem Namen „Hammer Fez!“ soll das traditionsreiche Fest im Sommer 2026 zurückkehren. Erste Details stellte die Aktions- und Werbegemeinschaft Hammer Straße e. V. (AWG) jetzt bei einer Pressekonferenz vor – auch wenn zentrale Fragen noch offen sind.
Inhaltlich setzt das „Hammer Fez“ stärker auf lokale Akteure. Händler und Betriebe entlang der Hammer Straße sollen wieder sichtbarer eingebunden werden und das Fest aktiv mitgestalten. Auch das Musikprogramm soll überwiegend von Bands und Künstlern aus der Region geprägt sein. Ziel ist ein Stadtteilfest, das aus dem Viertel heraus entsteht und weniger als externes Event wahrgenommen wird.
In diesem Zusammenhang ist auch der neue Titel bewusst gewählt worden. „Fez“ stammt aus der Masematte, einer historischen Sondersprache aus Münster, die vor allem in Arbeitervierteln verbreitet war. Sinngemäß steht der Begriff für Spaß. Auf aktuellen Motiven wird die Veranstaltung zudem als „Münsters neues Südviertel-Fest“ beworben.
Das „Hammer Fez“ soll am 1. und 2. August 2026 stattfinden. Damit ist der Termin gesetzt. Die konkrete Umsetzung befindet sich derzeit noch in der Abstimmung mit der Stadt Münster. Das betrifft unter anderem das Sicherheitskonzept, Genehmigungen sowie organisatorische Detailfragen. Nach Angaben der Veranstalter liegen bereits erste konzeptionelle Überlegungen vor, verbindliche Festlegungen stehen jedoch noch aus.
Nach dem aktuellen Planungsstand soll sich das Fest mindestens bis zur St.-Joseph-Kirche erstrecken. Darüber hinaus wird auch eine Ausdehnung bis zur Augustastraße geprüft. Die genaue Feststrecke ist Teil der laufenden Gespräche und noch nicht abschließend festgelegt.
Ein zentraler Unterschied zu den Vorjahren liegt in der Organisation. Während das Straßenfest zuletzt von einer externen, privatwirtschaftlichen Eventagentur umgesetzt wurde, übernimmt künftig die AWG selbst die Organisation. Der Verein vereint nach eigenen Angaben rund 55 Händler und Unternehmen an der Hammer Straße und ist seit vielen Jahren ehrenamtlich im Viertel aktiv.
Mit diesem Schritt verbindet die AWG die Erwartung, dass sich Abläufe vereinfachen und die Zusammenarbeit mit der Stadt erleichtert – insbesondere bei Sicherheits- und Genehmigungsfragen. So soll die Stadt die Absperrungen künftig selbst stellen und damit Kosten für die Veranstalter reduzieren.
Diese finanziellen Erleichterungen sind ein Fundament der Neuauflage. Schließlich hatte die Absage des Hammer Straßenfests im Jahr 2025 vor allem finanzielle Gründe. Nach öffentlich bekannten Angaben fehlten rund 40.000 Euro, um die geforderten Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen. Als Kostentreiber galten unter anderem Betonbarrieren, zusätzliche Ordnerdienste, Videoüberwachung sowie erweiterte Brandschutzauflagen. Diese Anforderungen hatten den finanziellen Rahmen der Veranstaltung überschritten.
Auch wenn Termin und Grundkonzept stehen, bleiben zahlreiche Punkte offen. Musik-Acts, Standvergabe und Programmpunkte sind bislang noch nicht konkret festgelegt. Die Organisatoren rufen deshalb frühzeitig zur Beteiligung auf. Ideen, Bewerbungen oder Unterstützungsangebote – etwa von Bands – können per E-Mail an strassenfest@hammerstrasse.ms eingereicht werden.
Das Hammer Straßenfest gehört seit 1987 zu den bekannten Veranstaltungen in Münster. Nach pandemiebedingten Ausfällen in den Jahren 2020 und 2021 kehrte das Fest 2022 mit angepasstem Sicherheitskonzept zurück. In früheren Jahren wurden teils hohe Besucherzahlen erreicht: Für 2024 nannten die Veranstalter rund 100.000 Gäste, für 2019 war von mehr als 150.000 Besucherinnen und Besuchern die Rede.
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