Krankheitswelle in Münster: Viele Atemwegsinfekte, aber keine offizielle Warnung

Grippewelle 2025: Krankenhäuser melden steigende Patientenzahlen. Besonders Kinder sind betroffen. Das RKI meldet 5,8 Millionen Atemwegserkrankungen
Symbolbild: Bermix Studio

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Münster. In Münster berichten derzeit viele Menschen von Erkältungen, grippeähnlichen Symptomen und krankheitsbedingten Ausfällen. Ob in Schulen, Kitas, Betrieben oder im privaten Umfeld – der Eindruck, dass ungewöhnlich viele Menschen gleichzeitig krank sind, hält sich hartnäckig. Eine offiziell ausgerufene Krankheitswelle gibt es für Münster zwar nicht, die aktuellen Daten zeigen jedoch eine insgesamt stark ausgeprägte Wintersaison.

Nach aktuellen Auswertungen des Robert Koch-Institut liegt die bundesweite Inzidenz akuter Atemwegserkrankungen bei 8.800 Fällen pro 100.000 Einwohner (Kalenderwoche 5/2026). Das entspricht rechnerisch rund 7,4 Millionen neu aufgetretenen Atemwegserkrankungen innerhalb einer Woche in Deutschland. Erfahrungsgemäß macht sich ein solches Niveau auch in Städten wie Münster deutlich bemerkbar.

Influenza ist derzeit der wichtigste Treiber

Die Zahlen zeigen klar, welche Erreger aktuell dominieren. Vor allem die klassische Grippe spielt derzeit eine zentrale Rolle. In den bundesweiten Krankenhausdaten zu schweren akuten Atemwegserkrankungen entfielen zuletzt rund 40 Prozent der Fälle auf Influenza, gefolgt von RSV mit etwa 9 Prozent. COVID-19 spielte mit rund 1 Prozent nur noch eine untergeordnete Rolle.

Auch die virologischen Stichproben bestätigen diesen Trend. Ein großer Teil der untersuchten Proben war positiv auf Influenzaviren, insbesondere Influenza A. Das gleichzeitige Auftreten mehrerer Erreger verstärkt den Eindruck einer flächendeckenden Krankheitswelle, obwohl es sich medizinisch um eine typische, wenn auch intensive Winterphase handelt.

Münster folgt dem landesweiten Muster

Für Nordrhein-Westfalen bestätigen die wöchentlichen Lageberichte des Landeszentrum Gesundheit NRW ebenfalls eine erhöhte Aktivität akuter Atemwegserkrankungen. Regionale Abweichungen sind üblich, Münster bewegt sich jedoch im erwartbaren Bereich vergleichbarer Städte.

Wichtig für die Einordnung: Für Münster gibt es aktuell keine behördliche Sonderlage, keine Warnungen und keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen. Krankenhäuser, Arztpraxen und das Gesundheitsamt arbeiten im regulären Winterbetrieb. Hinweise auf eine außergewöhnliche lokale Ausbruchssituation liegen derzeit nicht vor.

Hohe Krankenstände als typische Folge

Trotzdem sind die Auswirkungen im Alltag spürbar. Krankmeldungen nehmen zu, Unterricht fällt häufiger aus und auch in Betrieben kommt es zu personellen Engpässen. Besonders betroffen sind Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.

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Solche Entwicklungen gelten in Phasen mit hoher Viruszirkulation als typisch. Sie treten gebündelt auf und führen häufig zu dem Eindruck, dass „fast alle gleichzeitig krank“ sind.

Auch Abwasserdaten zeigen erhöhte Virusaktivität

Zusätzliche Hinweise liefern sogenannte Infektionsradare, die unter anderem Abwassermessungen auswerten. Für Influenza wurde bundesweit zuletzt eine 7-Tage-Inzidenz von rund 26 laborbestätigten Fällen pro 100.000 Einwohner gemeldet. Parallel dazu wurden in den untersuchten Kläranlagen erhöhte Viruskonzentrationen festgestellt, was als Frühindikator für eine starke Verbreitung gilt.

Diese Messungen liefern keine lokalen Einzelwerte für Münster, unterstreichen aber den bundesweiten Trend einer intensiven Grippe- und Erkältungssaison.

Warum sich die Lage im Winter zuspitzt

Die kalte Jahreszeit begünstigt Atemwegserkrankungen besonders stark. Menschen halten sich häufiger in geschlossenen Räumen auf, lüften seltener und haben engeren Kontakt. Gleichzeitig ist das Immunsystem durch Kälte, wenig Tageslicht und saisonale Belastungen oft geschwächt.

Wenn – wie derzeit – mehrere Virusarten gleichzeitig zirkulieren, steigen die Infektionszahlen zusätzlich an. Fachleute gehen davon aus, dass diese Phase noch einige Wochen anhalten kann, bevor die Zahlen mit dem nahenden Frühling wieder zurückgehen.

Was aktuell empfohlen wird

Gesundheitsbehörden raten weiterhin zu bewährten Maßnahmen. Wer krank ist, sollte zu Hause bleiben und unnötige Kontakte vermeiden. Regelmäßiges Händewaschen, Lüften und Rücksichtnahme im Alltag gelten weiterhin als einfache, aber wirksame Mittel zur Eindämmung von Ansteckungen.

Für Münster deutet derzeit alles darauf hin, dass sich die Stadt im Rahmen einer intensiven, aber erwartbaren Winter-Infektsaison bewegt – mit hohen Zahlen, aber ohne außergewöhnliche Gefahrenlage.

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