Rückführungen in NRW: Münster im Vergleich zu den Kreisen im Münsterland

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Foto: Caroline Muffert

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Münster. Wie unterschiedlich Rückführungen in Nordrhein-Westfalen verlaufen, zeigt ein Blick auf die aktuellen Landeszahlen. Für die Jahre 2023, 2024 und für das laufende Jahr 2025 liegen detaillierte Angaben vor, wie viele geplante Maßnahmen vollzogen und wie viele storniert wurden. Für Münster ergibt sich dabei ein Bild, das sich deutlich vom landesweiten Durchschnitt und teilweise auch von den umliegenden Münsterland-Kreisen unterscheidet.

Münster: stabile Werte 2023 und 2024, deutliche Verschiebung 2025

Für die Stadt Münster werden im Jahr 2023 insgesamt 34 Vorgänge ausgewiesen. In 25 Fällen wurden Rückführungen vollzogen, in 9 Fällen kam es zu einer Stornierung. 2024 bewegt sich Münster auf einem ähnlichen Niveau: 23 vollzogene Maßnahmen stehen 7 Stornierungen gegenüber, insgesamt also 30 erfasste Vorgänge.

Im laufenden Jahr 2025 zeigt sich eine deutliche Veränderung. Bis zum Stichtag 31. Oktober wurden 51 Maßnahmen registriert. Davon wurden 30 vollzogen, 21 storniert. Damit liegt die Zahl der Stornierungen bereits deutlich höher als in den beiden Vorjahren zusammen, obwohl das Jahr noch nicht abgeschlossen ist.

NRW insgesamt: mehr Stornierungen als vollzogene Maßnahmen

Landesweit zeigt sich ein anderes Verhältnis. Im Jahr 2023 wurden in Nordrhein-Westfalen 2.959 Rückführungen vollzogen, gleichzeitig aber 3.963 Maßnahmen storniert. 2024 stieg die Zahl der vollzogenen Rückführungen zwar auf 3.674, zugleich nahm aber auch die Zahl der Stornierungen auf 4.421 zu.

Für 2025 liegen bis Ende Oktober landesweit 3.496 vollzogene Maßnahmen und 4.020 Stornierungen vor. In allen drei Jahren übersteigt die Zahl der stornierten Maßnahmen damit die Zahl der tatsächlich vollzogenen Rückführungen.

Münsterland-Kreise: teils große Unterschiede

Ein Blick auf die vier Münsterland-Kreise zeigt, wie stark die Werte innerhalb der Region auseinandergehen.

Im Jahr 2023 wurden im Kreis Borken 80 Rückführungen vollzogen und 109 storniert. Der Kreis Coesfeld verzeichnete 24 vollzogene Maßnahmen bei 65 Stornierungen. Im Kreis Steinfurt wurden 80 Rückführungen vollzogen und 79 storniert, im Kreis Warendorf 35 vollzogen und 32 storniert.

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2024 verändert sich das Bild spürbar. Der Kreis Warendorf kommt auf 68 vollzogene Maßnahmen bei 30 Stornierungen, der Kreis Coesfeld auf 68 zu 43. Der Kreis Borken verzeichnet 92 vollzogene Rückführungen und 88 Stornierungen, während im Kreis Steinfurt 101 vollzogene Maßnahmen ebenso vielen Stornierungen gegenüberstehen.

Für 2025 bis Ende Oktober liegen folgende Zahlen vor: Kreis Warendorf 50 vollzogen, 17 storniert; Kreis Borken 67 vollzogen, 35 storniert; Kreis Steinfurt 73 vollzogen, 51 storniert; Kreis Coesfeld 41 vollzogen, 65 storniert. Münster liegt mit 30 vollzogenen Maßnahmen und 21 Stornierungen in diesem Vergleich im Mittelfeld.

Gründe für Stornierungen: landesweit ähnliche Muster

Zwar werden für die kommunalen Behörden keine einzelnen Gründe ausgewiesen, landesweite Daten aus Landeseinrichtungen zeigen jedoch wiederkehrende Muster. Besonders häufig werden Maßnahmen storniert, weil betroffene Personen zum angekündigten Zeitpunkt nicht angetroffen werden oder untertauchen. Auch Kirchenasyl sowie rechtliche oder organisatorische Gründe spielen eine Rolle.

Auffällig ist, dass die Zahl der Stornierungen im Jahr 2025 landesweit bereits vor Jahresende deutlich über den Vorjahreswerten liegt.

Einordnung: Münster im oberen Bereich, aber nicht losgelöst vom Trend

Die Zahlen zeigen: Münster lag in den Jahren 2023 und 2024 deutlich unter dem landesweiten Verhältnis von Stornierungen zu vollzogenen Maßnahmen. Im Jahr 2025 nähert sich die Stadt jedoch stärker dem Muster an, das auch in vielen anderen Kommunen zu beobachten ist.

Der Vergleich mit dem Münsterland macht zugleich deutlich, dass Rückführungen regional sehr unterschiedlich verlaufen – selbst innerhalb einer vergleichsweise kleinen Region. Münster bewegt sich dabei weder konstant an der Spitze noch am unteren Ende, sondern folgt zunehmend der landesweiten Entwicklung.

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