
Münster. Am kommenden Mittwoch, 3. September 2025, trifft sich der Rat der Stadt Münster zur 31. Sitzung. Der öffentliche Teil beginnt um 16:15 Uhr im Festsaal des Rathauses. Auf der Tagesordnung stehen gleich mehrere Themen mit Weichenstellung für Münsters Zukunft – von öffentlichen Toiletten über Verkehrsinfrastruktur bis hin zu sozialer Versorgung und finanzieller Entlastung. ms-aktuell.de gibt vorab den Überblick.
Münster möchte den öffentlichen WC-Ausbau neu organisieren – und zwar mit einem sogenannten „Full-Service“-Modell. Die Verwaltung empfiehlt, künftig Bau, Reinigung, Wartung und Materialversorgung gebündelt zu vergeben. Die laufenden Kosten pro Anlage würden sich damit auf rund 55.000 Euro pro Jahr belaufen. Über zehn Jahre wären das etwa 2,91 Millionen Euro.
Vier neue Standorte haben laut Verwaltung höchste Priorität:
– Südpark
– Coerdeplatz (Nähe Flugzeugspielplatz)
– Wienburgpark
– Aasee, bei den Giant Pool Balls
Ob und wann der Ausbau startet, hängt von den Haushaltsberatungen ab – dort wird über die Mittel entschieden.
Der geplante Bahnhaltepunkt Loddenheide im Rahmen der WLE-Reaktivierung soll besser erreichbar gemacht werden. Dafür steht ein umfassender Baubeschluss auf der Tagesordnung. Vorgesehen sind unter anderem:
ein neuer Gehweg entlang des Albersloher Wegs,
mehrere sichere Querungen mit Signalanlagen,
die Verlegung der Bushaltestelle „Heumannsweg“,
und der Bau einer modernen Mobilstation mit
– 120 Fahrradboxen (Leezenbox),
– 40 Anlehnbügeln,
– Stellplätzen für Lastenräder
– sowie Flächen für Car- und Bikesharing.
Die Baukosten liegen bei rund 950.000 Euro, wobei die Stadt auf eine Förderquote von bis zu 90 Prozent hofft. Gebaut werden soll parallel zur WLE-Reaktivierung – zwischen Anfang 2026 und Mitte 2027.
In Hiltrup will der Rat die nächste Etappe beim Ausbau des Schulzentrums beschließen. Konkret geht es um den Errichtungsbeschluss für eine neue Dreifach-Sporthalle. Bereits im nächsten Doppelhaushalt sollen erste Planungskosten in Höhe von je 500.000 Euro für 2025 und 2026 bereitgestellt werden.
Die Halle soll langfristig sowohl dem Schulsport als auch dem Vereinssport zur Verfügung stehen. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Sanierungs- und Erweiterungspakets für das Schulzentrum.
Münster will sich um eine Förderung im Rahmen des neuen Entschuldungsprogramms des Landes NRW (ASEG) bewerben. Eine erste Simulationsrechnung des Städtetags zeigt: Für Münster könnten rund 5,7 Millionen Euro Schulden übernommen werden – bei einem Zinsniveau von 2,2 Prozent entspräche das einer jährlichen Entlastung von 125.000 Euro.
Die Stadt muss den Antrag bis spätestens 30. November 2025 einreichen. Voraussetzung ist, dass die Verbindlichkeiten bis Ende 2026 in kommunale Liquiditätskredite überführt werden.
Ein ungewöhnlich breiter Schulterschluss zeigt sich bei einem weiteren Punkt: CDU, Grüne, SPD, FDP, die Internationale Fraktion, Linke und Volt unterstützen gemeinsam einen Antrag zur Förderung der Koordinationsstelle Hospiz- und Palliativversorgung. Für die Jahre 2026 und 2027 sollen jeweils 15.000 Euro bereitgestellt werden, damit Münster weiterhin Krankenkassenmittel nach § 39d SGB V kofinanzieren kann.
Hintergrund: Die Zusage der Stadt muss bis 30. September 2025 erfolgen, damit das Förderverfahren auf Bundesebene nicht scheitert. Die Koordinationsstelle verbindet stationäre und ambulante Hospizangebote und soll Angehörige in schwierigen Lebensphasen entlasten.
Auch diese Punkte sind für die Sitzung am Mittwoch vorgesehen:
der Bau einer neuen Brücke über den Juffernbach in Handorf (Feuerwehrbefahrbarkeit inklusive),
neue Maßnahmen zur Gestaltung des Sprickmannplatzes in Kinderhaus (Calisthenics-Anlage, Unterstand, Begrünung),
Jahresabschlüsse städtischer Beteiligungen, darunter die Stadtwerke Münster, die MCC Halle Münsterland und das Museum RELiGIO,
sowie ein FDP-Antrag zum Ausbau der Busspuren entlang des Albersloher Wegs.