Wolf im Münsterland unterwegs? Neue Sichtungen werfen Fragen auf

Ein Wolf in Borken sorgt für Aufsehen. NRW unterstützt mit Herdenschutzmaßnahmen, um Schäden am Vieh zu verhindern.
Foto: Alexa

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Ascheberg. Am 1. Dezember meldeten Bürgerinnen und Bürger aus Ascheberg, Davensberg und Herbern nahezu zeitgleich die Sichtung eines größeren, wolfsähnlichen Tieres. Die Abfolge der Meldungen lässt darauf schließen, dass ein einzelner Wolf quer durch den südlichen Teil des Münsterlands unterwegs war. Besonders aussagekräftig ist ein Video aus der Osterbauerschaft, das ein graues Tier mit langer Schnauze, spitzen Ohren und dem typischen trabenden Gang eines Wolfs zeigt.

Behörden prüfen das Videomaterial

Die Aufnahmen liegen beim Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (LANUK), das die Merkmale systematisch auswertet. Nach der Erstprüfung geht das Material wie üblich an das LUPUS-Institut, das bundesweit für detaillierte Wolfsanalysen zuständig ist. Wann ein endgültiges Ergebnis vorliegt, ist offen. Der Wolfsberater des Kreises sieht aufgrund der erkennbaren Merkmale jedoch deutliche Hinweise auf einen Wolf.

Region Münsterland vermehrt Durchzugsgebiet

Das Münsterland erlebt seit einigen Jahren vermehrt Einzelnachweise – die meisten stammen von durchwandernden Tieren. Erst vor Kurzem hatte ms-aktuell.de über Sichtungen in Greven berichtet. Das Münsterland liegt auf einer typischen Wanderroute zwischen Niedersachsen und westlichen Bundesländern, weshalb in unregelmäßigen Abständen Tiere auftauchen, die nicht in der Region bleiben, sondern nur auf der Durchreise sind.

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Warum Wölfe aktuell größere Strecken zurücklegen

Der Beginn der Ranzzeit sorgt dafür, dass Einzeltiere weite Wege zurücklegen, um neue Reviere oder Partner zu finden. In dieser Phase tauchen Wölfe auch tagsüber auf, da sie mit Menschen in Deutschland meist keine negativen Erfahrungen gemacht haben. Die gleichzeitigen Sichtungen in drei Ortsteilen passen zu diesem typischen Wanderverhalten.

Keine akute Gefahr für Menschen

Fachleute geben grundsätzlich Entwarnung: In Deutschland sind Angriffe von Wölfen auf Menschen nicht dokumentiert. Zwar können Begegnungen verunsichern, doch Wölfe gelten als scheu und meiden in der Regel bebaute Areale. Gefährdet sind eher Weidetiere wie Schafe und Ziegen. NRW hat deshalb seine Herdenschutzprogramme in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt.

Hinweise für das richtige Verhalten

Bei einer Begegnung gilt: Abstand halten, das Tier nicht bedrängen oder füttern und Haustiere anleinen. Wer einem Wolf begegnet, sollte ruhig bleiben, sich bemerkbar machen und sich langsam zurückziehen. Beobachtungen sollten an die zuständigen Stellen gemeldet werden. Da Wölfe bis zu 70 Kilometer am Tag zurücklegen, sind sie meist nur kurzzeitig in einem Gebiet unterwegs.

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