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Neonazi-Demo, Gegenproteste und massiver Polizeieinsatz: Verkehrschaos am Samstag

Demo Polizei Bilanz. Sieben Versammlungen und eine rechtsextreme Demo sorgen am 19. Juli in Münster für Sperrungen und Verkehrsbehinderungen.
An vier Standorten stieß der Neonazi-Aufmarsch auf breiten Protest. Hier zum Beispiel am Hauptbahnhof.

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Münster. Die Innenstadt Münsters steht am Samstag, dem 19. Juli 2025, erneut vor einem schwierigen Tag und massiven Verkehrsbehinderungen: Gleich sieben Versammlungen sind für diesen Tag angekündigt. Besonders brisant: Erneut wurde eine Demonstration aus dem rechtsextremen Spektrum angemeldet – wie bereits am 5. Juli. Schon jetzt ist klar: Die Polizei rechnet mit massiven Verkehrsbehinderungen, Sperrungen und Protesten. Wer in Münster wohnt oder unterwegs ist, sollte sich vorbereiten. Neu ist: Die Route der Gegendemonstration wurde nach einem Kooperationsgespräch am 16. Juli erweitert.

Neonazi-Aufmarsch ruft Gegenproteste auf den Plan

Im Mittelpunkt der aktuellen Eskalation steht ein Aufruf zur Versammlung durch eine Einzelperson aus dem rechtsextremen Spektrum. Bereits vor zwei Wochen kam es zu einem ähnlichen Szenario in Münster – mit Protesten, massivem Polizeiaufgebot und großen Verkehrsproblemen. Auch diesmal ist klar: Die Ankündigung bleibt nicht unbeantwortet. Vier thematische Gegenversammlungen wurden bisher angezeigt – darunter drei stationäre Kundgebungen und ein Demonstrationszug. Alle richten sich gegen den geplanten Aufmarsch.

Gegendemo Münster 19. Juli: Bündnis ruft zur breiten Beteiligung auf

Die größte Mobilisierung geht vom Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ aus. Für den 19. Juli wurden drei zentrale Versammlungen im Bahnhofsviertel angemeldet: Um 12 Uhr am Hauptbahnhof, um 13 Uhr an der Hafenstraße (Gleis 22) und um 13:10 Uhr am Ludgerikreisel. Die Veranstaltungen sind bis in die Abendstunden angelegt. Sprecher Carsten Peters erklärt: „Wir richten uns nach den Erfahrungen vom 5. Juli – unsere Versammlungen finden den ganzen Tag über statt.“ Auch Sprecherin Liza Schulze-Boysen betont: „In Münster konnten sich rechte Strukturen nie dauerhaft festsetzen, weil sie nie ignoriert wurden. Das wird auch am 19. Juli so bleiben.“ Ziel sei es, den öffentlichen Raum nicht unwidersprochen rechter Propaganda zu überlassen – bei friedlichem, aber entschlossenem Protest. Die Beteiligung aus der Stadtgesellschaft sei hoch, zahlreiche Läden und Kneipen zeigen Unterstützung durch Plakataktionen.

Zusätzlich finden zwei weitere, inhaltlich unabhängige Versammlungen statt: Eine auf dem Prinzipalmarkt unter dem Motto „Kinder in Gaza“, die andere auf dem Schlossplatz mit dem Titel „Wegbereiter für Frieden im Iran“. Beide Veranstaltungen sind mit kleineren Teilnehmerzahlen angemeldet, könnten jedoch ebenfalls Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Versammlungsgebiete rund um den Hauptbahnhof

Wie schon am 5. Juli konzentrieren sich die Versammlungen auf den Bereich westlich des Hauptbahnhofs. Besonders betroffen sind die Hafenstraße/Von-Steuben-Straße, der Ludgeriplatz und der Servatiiplatz. Der geplante Aufzug der Gegendemonstration verläuft voraussichtlich vom Servatiiplatz bis zum Ludgeriplatz. Dort könnte es zu erheblichen Menschenansammlungen kommen – mit Auswirkungen auf den Individualverkehr, den ÖPNV und die Zugänge zu Geschäften und Wohnhäusern.

Die Polizei betont, dass sie nach geltender Rechtslage nur begrenzten Einfluss auf den Ort und die Route von Versammlungen hat. Demonstrationen sind nicht genehmigungs-, sondern lediglich anzeigepflichtig. Solange sie friedlich verlaufen, gilt der Schutz durch das Grundgesetz – auch bei extremistischen Inhalten.

Geänderte Aufzugsroute: Sperrung reicht weiter bis in die Hammer Straße

Die Route der Gegendemonstration wurde nach einem Kooperationsgespräch am 16. Juli deutlich ausgeweitet. Statt wie ursprünglich geplant nur zwischen Servatiiplatz und Ludgeriplatz zu verlaufen, führt der Aufzug nun ab dem Ludgerikreisel weiter in die Hammer Straße und über mehrere Nebenstraßen bis zur Friedrich-Ebert-Straße.

Die Polizei betont, dass die betroffenen Straßen nicht durchgehend, sondern abschnittsweise und nur für die Dauer des Aufzugs gesperrt werden. Dennoch ist in den erweiterten Bereichen mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen – insbesondere für Anwohner:innen, Gewerbetreibende und den Individualverkehr.

Da die Hammer Straße zu den wichtigen südlichen Zufahrtsstraßen zählt, könnten sich die Auswirkungen spürbar auf den gesamten Innenstadtverkehr ausweiten. Die Polizei ruft dazu auf, mehr Zeit einzuplanen, Alternativrouten zu nutzen und sich laufend über aktuelle Sperrungen zu informieren.

Polizei Münster bereitet sich auf Großeinsatz vor

Die Polizei Münster kündigte bereits an, mit einem Großaufgebot im Einsatz zu sein. Ziel ist es, die friedliche Durchführung aller Versammlungen zu gewährleisten – und gleichzeitig Sicherheit im öffentlichen Raum zu sichern. Dazu gehören auch intensive Kooperationsgespräche mit den jeweiligen Anzeigenden. Besprochen werden unter anderem genaue Zeiten, Aufzugsrouten und Versammlungsorte.

Schon am Mittwoch, dem 16. Juli, informierte die Polizei betroffene Anwohnende und Gewerbetreibende mit rund tausend verteilten Flyern. Diese klären über mögliche Einschränkungen auf und rufen zu gegenseitigem Respekt auf. Zusätzlich wurde ein Bürgertelefon unter der Nummer (0251) 275-1112 eingerichtet. Es ist werktags von 8 bis 16 Uhr und am Samstag ab 8 Uhr erreichbar.

Verkehrsbehinderungen am 19. Juli in Münster

Die Maßnahmen zur Absicherung des Demonstrationsgeschehens werden deutlich spürbar sein. Im gesamten Bereich rund um den Hauptbahnhof, insbesondere zwischen Berliner Platz, Engelstraße, Ludgeristraße und Hafenstraße, gelten umfangreiche Parkverbotszonen. Wer sein Fahrzeug dort abstellt, muss mit einem kostenpflichtigen Abschleppen rechnen.

Darüber hinaus wird es Durchlasskontrollen geben. Nur Personen mit berechtigtem Interesse – etwa Anwohnende, Lieferdienste, Pflegedienste, Hotelgäste oder Beschäftigte ortsansässiger Firmen – erhalten Zugang. Dabei kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Auch im öffentlichen Nahverkehr wird es Einschränkungen geben. Betroffen sind voraussichtlich mehrere Linien, Haltestellen und Fahrpläne im Innenstadtbereich.

Polizei ruft zu Besonnenheit und friedlichem Verlauf auf

In ihren offiziellen Mitteilungen betont die Polizei Münster erneut ihre neutrale Rolle. Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit gilt für alle – unabhängig von der politischen Haltung. Eingriffe sind nur bei Gefahren für die öffentliche Ordnung zulässig. Gleichzeitig kündigt die Polizei an, Straftaten konsequent zu verfolgen und Verstöße gegen Auflagen oder Gesetze zu ahnden.

Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, sich rechtzeitig zu informieren, Ausweisdokumente mitzuführen und Konflikten aus dem Weg zu gehen. Auf Flyern und in Pressemitteilungen ruft die Polizei ausdrücklich zu einem respektvollen Umgang auf. Der Appell: Helfen Sie mit, dass dieser Tag friedlich verläuft.

Was du jetzt wissen musst, wenn du in Münster bist

Wenn du am 19. Juli in der Innenstadt von Münster unterwegs bist, solltest du dir die Karte der Polizei anschauen und die Sperrzonen beachten. Halte dich an die Hinweise der Einsatzkräfte. Wenn du zu Fuß durch einen gesperrten Bereich musst, nimm deinen Ausweis mit. Plane mehr Zeit ein, wenn du zur Arbeit, zu Terminen oder zum Bahnhof musst. Meide nach Möglichkeit den Bereich Hauptbahnhof–Ludgeriplatz.

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