
Der Schweizer Duftstoff- und Aromenhersteller Givaudan hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr umgesetzt als erwartet. Besonders das Geschäft mit Duftstoffen entwickelte sich dynamisch. An der Börse sorgten die Zahlen am Dienstag, 13. Oktober, für kräftige Kursgewinne.
Givaudan erzielte zwischen Juli und September einen Umsatz von 2,092 Milliarden Schweizer Franken. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 1,879 Milliarden Franken gewesen. Das entspricht einem Anstieg von 11,3 Prozent.
Bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe von Unternehmen lag das Wachstum bei 8,6 Prozent. Analysten hatten im Durchschnitt lediglich 4,7 Prozent erwartet. Auch der ausgewiesene Umsatz übertraf die Prognose von rund 1,99 Milliarden Franken deutlich.
Die Umsätze von Givaudan im dritten Quartal 2026 lagen damit sowohl beim tatsächlichen Erlös als auch beim vergleichbaren Wachstum über den Markterwartungen.
Den größten Beitrag lieferte die Sparte Fragrance & Beauty. Ihr Umsatz erreichte im dritten Quartal 1,14 Milliarden Franken. Auf vergleichbarer Basis entspricht das einem Wachstum von 13,5 Prozent. Analysten hatten lediglich 6,6 Prozent prognostiziert.
Besonders gefragt waren Duftstoffe für hochwertige Parfüms. Auch das Geschäft mit Inhaltsstoffen für Konsumprodukte entwickelte sich positiv.
Die zweite Konzernsparte Taste & Wellbeing, die unter anderem Aromen für Lebensmittel und Getränke herstellt, wuchs organisch um 3,5 Prozent. Auch damit übertraf Givaudan die erwarteten 2,8 Prozent.
Schon in den ersten sechs Monaten 2026 hatte Givaudan organisch zugelegt, allerdings deutlich langsamer als im dritten Quartal. Von Januar bis Juni stieg der Umsatz bereinigt um Währungseinflüsse und Veränderungen im Unternehmensportfolio um 3,6 Prozent. In Schweizer Franken sanken die Erlöse dagegen um 1,7 Prozent auf 3,799 Milliarden Franken. Der starke Franken belastete die ausgewiesenen Umsätze. Während Fragrance & Beauty organisch um 6,5 Prozent wuchs, erreichte Taste & Wellbeing lediglich 0,5 Prozent.
Die Entwicklung war auch beim Ergebnis weniger erfreulich: Der Nettogewinn fiel von 592 Millionen Franken im Vorjahreszeitraum auf 475 Millionen Franken. Die bereinigte EBITDA-Marge verringerte sich von 25,2 auf 24,3 Prozent. Hinzu kamen einmalige Aufwendungen von 103 Millionen Franken, unter anderem für Rechtsstreitigkeiten, Rückstellungen und Restrukturierungen. Der Konzern investierte zugleich stärker in Sachanlagen. Mit den Zahlen für das dritte Quartal zeigt sich nun eine Beschleunigung des Umsatzwachstums.
Die überraschend starken Quartalszahlen sorgten für deutliche Kursgewinne. Laut der Kursübersicht von MarketScreener notierte die Givaudan-Aktie am Dienstag, 13. Oktober 2026, um 14:26:33 Uhr bei 3.773 Schweizer Franken. Die dort ausgewiesene Kursschätzung von Cboe Europe entsprach einem Plus von 8,17 Prozent gegenüber dem vorherigen Schlusskurs. Auch Aktien anderer Unternehmen aus der Duftstoff- und Aromenbranche legten zu.
Für die ersten neun Monate des Jahres meldete Givaudan einen Gesamtumsatz von 5,891 Milliarden Franken. Das bereinigte Wachstum erreichte 5,2 Prozent. In Schweizer Franken gerechnet stiegen die Erlöse um 2,6 Prozent.
Allerdings entwickelte sich nicht jede Region gleichermaßen positiv. Im nordamerikanischen Aromen- und Lebensmittelgeschäft gingen die vergleichbaren Umsätze zwischen Januar und September um 3,3 Prozent zurück. Belastend wirkten unter anderem eine schwächere Nachfrage im Bereich Gesundheit und funktionelle Lebensmittel sowie Erstattungen im Zusammenhang mit US-Zöllen.
Givaudan hält an seiner langfristigen Strategie fest, die über den Zeitraum bis 2030 ein durchschnittliches organisches Umsatzwachstum von vier bis sechs Prozent vorsieht. Die vollständigen Geschäftszahlen für 2026 sollen am 27. Januar 2027 veröffentlicht werden.
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