
Die weltweite Nachfrage nach Erdöl wächst 2026 deutlich langsamer als bisher erwartet. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hat ihre Prognose am Dienstag, 13. Oktober 2026, erneut nach unten korrigiert. Für das kommende Jahr zeichnet das Ölkartell dagegen ein wesentlich optimistischeres Bild. Gleichzeitig steigt die Förderung wichtiger Produzenten, während die Ölpreise wegen internationaler Konflikte auf hohem Niveau bleiben.
Laut dem aktuellen Monatsbericht erwartet die OPEC für 2026 einen weltweiten Nachfrageanstieg von lediglich 180.000 Barrel pro Tag. Im Vormonat hatte die Organisation noch mit rund 400.000 Barrel gerechnet. Damit wurde die Wachstumsprognose innerhalb eines Monats mehr als halbiert. Es handelt sich bereits um die sechste Abwärtskorrektur in Folge.
Insgesamt dürfte die globale Ölnachfrage nach Berechnungen der OPEC durchschnittlich 105,72 Millionen Barrel täglich erreichen. Im Jahr 2025 lag der entsprechende Wert bei 105,54 Millionen Barrel.
Die regionale Entwicklung fällt unterschiedlich aus. Für die Industriestaaten der OECD erwartet die Organisation einen Rückgang um rund 210.000 Barrel täglich. Außerhalb der OECD soll die Nachfrage dagegen um etwa 390.000 Barrel wachsen. Besonders in Europa und Teilen Asiens fallen die Veränderungen negativ aus.
Anders bewertet die OPEC das kommende Jahr. Für 2027 wurde die Prognose angehoben. Die Organisation rechnet inzwischen mit einem weltweiten Nachfragezuwachs um 2,55 Millionen Barrel täglich auf durchschnittlich 108,28 Millionen Barrel.
Ein wesentlicher Faktor ist der erwartete Wiederaufbau von Ölvorräten. Während der kriegsbedingten Lieferunterbrechungen im Nahen Osten und im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg hatten Staaten und Energieunternehmen auf Lagerbestände zurückgegriffen.
Die OPEC geht davon aus, dass das Auffüllen dieser Vorräte die Nachfrage 2027 zusätzlich unterstützen wird. Besonders stark soll der Verbrauch außerhalb der OECD steigen. Für diese Länder erwartet das Ölkartell einen Zuwachs von rund zwei Millionen Barrel täglich.
Parallel zur schwächeren Nachfrageprognose meldet die OPEC eine steigende Förderung innerhalb des erweiterten Produzentenbündnisses OPEC+. Zu dieser Gruppe gehören neben den OPEC-Mitgliedern weitere Förderländer wie Russland.
Nach Angaben des Monatsberichts produzierte die Gruppe im September durchschnittlich 39,07 Millionen Barrel Rohöl täglich. Gegenüber August entspricht das einer Steigerung um rund 900.000 Barrel.
Eine wichtige Rolle spielte Saudi-Arabien. Das Land meldete der OPEC für September eine Förderung von 8,372 Millionen Barrel täglich. Das waren mehr als zwei Millionen Barrel zusätzlich gegenüber August.
Die Entwicklung deutet auf eine teilweise Erholung der Ölversorgung aus dem Nahen Osten hin. Allerdings bleiben die Transportwege durch die regionalen Konflikte belastet.
Am internationalen Ölmarkt gaben die Preise am Dienstag nach. Die Nordseesorte Brent kostete laut Reuters um 12.53 Uhr GMT, entsprechend 14.53 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit, 104,85 US-Dollar pro Barrel. Das entsprach einem Rückgang um 1,69 Prozent. Die US-Sorte West Texas Intermediate fiel um 1,27 Prozent auf 92,55 Dollar.
Die Preisentwicklung wird allerdings nicht allein durch die schwächere Nachfrage bestimmt. Auch mögliche zusätzliche Diesellieferungen aus Russland sowie die Sicherheitslage im Nahen Osten beeinflussen den Handel.
Besonders die Straße von Hormus bleibt ein Risikofaktor für internationale Öllieferungen. Bereits am Montag hatten OPEC- und Nicht-OPEC-Minister auf außergewöhnlich hohe Transport- und Versicherungskosten hingewiesen. Diese erreichten bei betroffenen Energietransporten inzwischen mehr als ein Drittel des Warenwertes.
Die Prognosen zur Entwicklung des Ölmarktes unterscheiden sich weiterhin erheblich. Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte in ihrem Septemberbericht für 2026 sogar einen Rückgang der weltweiten Ölnachfrage um 2,5 Millionen Barrel täglich vorhergesagt.
Als Belastungen nannte sie insbesondere die hohen Energiepreise, eingeschränkte Lieferungen von Ölprodukten sowie Störungen der petrochemischen Versorgung. Für 2027 rechnete die IEA wiederum mit einer Erholung um 2,6 Millionen Barrel täglich.
Damit erwarten beide Organisationen für das kommende Jahr eine kräftige Nachfrageerholung. Bei der Einschätzung des laufenden Jahres liegen ihre Prognosen jedoch deutlich auseinander.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu