Goldpreis legt zum Wochenstart zu: US-Zinserwartungen sinken

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Goldpreis ist am Montag, 5. Oktober 2026, mit leichten Gewinnen in die neue Woche gestartet. Am frühen Morgen kostete eine Feinunze Gold am Spotmarkt 4.158,17 US-Dollar. Das waren 0,4 Prozent mehr als zuvor. Die Notierung stammt von Reuters und bezieht sich auf 01:50 Uhr GMT, entsprechend 03:50 Uhr MESZ. Die US-Goldfutures für Dezember lagen zu diesem Zeitpunkt 0,6 Prozent höher bei 4.186,40 US-Dollar je Feinunze.

Der Goldpreis aktuell wird vor allem von veränderten Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve beeinflusst. Schwächere Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten haben die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung bereits im Oktober deutlich sinken lassen. Gleichzeitig bleiben hohe Anleiherenditen und ein fester US-Dollar Faktoren, die stärkeren Kursgewinnen beim Gold entgegenwirken können.

Schwache US-Jobdaten verändern Erwartungen an die Fed

Der wichtigste Impuls kam aus den Vereinigten Staaten. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums entstanden im September außerhalb der Landwirtschaft lediglich 29.000 zusätzliche Stellen. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,2 Prozent. Zudem wurden die Beschäftigungszahlen der beiden vorherigen Monate nach unten korrigiert.

Die Daten haben die Erwartungen an den nächsten Zinsschritt der Federal Reserve deutlich verändert. Reuters zufolge wurde am frühen Montagmorgen am Terminmarkt nur noch eine Wahrscheinlichkeit von rund 22 Prozent für eine Zinserhöhung im Oktober eingepreist. Eine Woche zuvor hatte dieser Wert noch bei 64 Prozent gelegen. Für eine Zinserhöhung im Dezember wurde dagegen weiterhin eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit eingepreist.

Für Gold ist die Entwicklung der Zinsen besonders relevant. Das Edelmetall wirft selbst keine laufenden Zinsen ab. Steigen die Renditen anderer Anlagen, können diese im Vergleich attraktiver werden. Sinkt dagegen die Erwartung weiterer Zinserhöhungen, kann sich dieser Nachteil für Gold verringern.

Federal Reserve hatte Zinsen im September erhöht

Die veränderten Erwartungen folgen nur wenige Wochen auf eine Zinserhöhung der Federal Reserve. Die US-Notenbank hob ihre Zielspanne für den Leitzins im September um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent an. Es war die erste Erhöhung seit 2023. Die Fed begründete ihren Schritt unter anderem damit, dass die Inflation weiterhin erhöht sei.

Die schwächeren Arbeitsmarktzahlen bedeuten nicht automatisch, dass die Fed auf weitere Zinserhöhungen verzichten wird. Sie verändern jedoch die Erwartungen an den Zeitpunkt möglicher weiterer Schritte. Insbesondere die Frage, wie sich Inflation, Beschäftigung und Energiepreise in den kommenden Wochen entwickeln, bleibt für die Geldpolitik entscheidend.

Am Goldmarkt führte diese Neubewertung am Montag zunächst zu moderaten Gewinnen und nicht zu einem starken Kurssprung.

Fester Dollar begrenzt die Bewegung beim Goldpreis

Gleichzeitig entwickelte sich der US-Dollar zum Wochenauftakt fest. Der Euro fiel am Montagmorgen auf den niedrigsten Stand seit rund 17 Monaten. Reuters nannte unter anderem Sorgen über die französischen Staatsfinanzen und die Entwicklung an den europäischen Anleihemärkten als Belastungsfaktoren für die Gemeinschaftswährung.

Auch die Renditen amerikanischer Staatsanleihen blieben auf hohem Niveau. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag am Montagmorgen bei rund 5,26 Prozent, die zweijähriger Papiere bei rund 4,81 Prozent.

Ein stärkerer Dollar kann den Goldpreis belasten, weil Gold international überwiegend in US-Dollar gehandelt wird. Für Käufer mit anderen Währungen wird das Edelmetall dadurch rechnerisch teurer. Hohe Anleiherenditen erhöhen zugleich die Opportunitätskosten des zinslosen Edelmetalls.

Diese gegenläufigen Kräfte erklären auch, warum unterschiedliche Momentaufnahmen des asiatischen Handels leicht voneinander abwichen. Reuters bezifferte den Spotpreis in einer Marktübersicht am Montag zwischenzeitlich auf 4.143,82 US-Dollar je Feinunze und beschrieb die Notierung zu diesem Zeitpunkt als kaum verändert. Später lag der Goldpreis bei 4.158,17 Dollar und damit 0,4 Prozent im Plus.

Gold kam aus einer schwächeren Handelswoche

Der leichte Anstieg zum Wochenbeginn folgt auf deutliche Verluste in der vorherigen Woche. Am Freitag, 2. Oktober, lag der Spotpreis um 18:33 Uhr GMT bei 4.140,06 US-Dollar je Feinunze. Das entsprach einem Tagesverlust von 0,9 Prozent. Zu diesem Zeitpunkt belief sich das Minus für die Woche auf rund 3,4 Prozent. Die US-Goldfutures schlossen bei 4.162,30 Dollar und damit rund ein Prozent niedriger.

Damals belasteten vor allem der starke Dollar und hohe Renditen amerikanischer Staatsanleihen. Die Renditen zehnjähriger und 30-jähriger US-Papiere hatten zuvor Niveaus erreicht, die seit 2002 nicht mehr gesehen worden waren. Die schwachen Arbeitsmarktdaten sorgten während des Freitags zeitweise für steigende Goldnotierungen, konnten den Druck durch Dollar und Renditen jedoch nicht vollständig ausgleichen.

Konflikte im Nahen Osten bleiben zusätzlicher Faktor

Neben Geldpolitik, Dollar und Anleihemärkten spielt auch die Lage im Nahen Osten weiter eine Rolle. Am Wochenende kündigte die international anerkannte Regierung des Jemen eine größere Militäroperation gegen die vom Iran unterstützten Huthi an. Zugleich bleibt die Lage rund um den Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran angespannt.

Die Auswirkungen solcher Entwicklungen auf Gold sind jedoch nicht eindeutig. Politische und militärische Unsicherheit kann die Nachfrage nach Gold als traditionellem Sicherheitswert erhöhen. Gleichzeitig können steigende Energiepreise die Inflation verstärken und dadurch Erwartungen höherer Zinsen fördern, was den Goldpreis wiederum belasten kann.

Zum Wochenstart bewegten sich die Ölpreise etwas nach unten. Höhere Rohölexporte aus dem Nahen Osten und die Freigabe von Reserven durch die G7-Staaten erhöhten das verfügbare Angebot. Damit blieb auch dieser Einflussfaktor für Gold am Montag in Bewegung.

Goldpreis bleibt zwischen Zinsen, Dollar und geopolitischen Risiken

Der Wochenauftakt zeigt damit ein gemischtes Bild. Sinkende Erwartungen an eine weitere US-Zinserhöhung im Oktober stützten Gold zunächst. Gleichzeitig blieben der starke Dollar und ungewöhnlich hohe Renditen amerikanischer Staatsanleihen Gegenkräfte.

Welche dieser Faktoren in den kommenden Handelstagen überwiegen, ist offen. Erwartungen zu künftigen Zinsschritten können sich mit neuen Wirtschafts-, Inflations- oder Arbeitsmarktdaten rasch verändern. Auch geopolitische Entwicklungen können kurzfristige Schwankungen auslösen. Aus dem leichten Anstieg am Montagmorgen lässt sich deshalb keine verlässliche Aussage über die weitere Entwicklung des Goldpreises ableiten.

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