
Für Nutzer von FritzBox-Routern beginnt die nächste größere Update-Runde. Hersteller FRITZ! hat mit der Verteilung von FRITZ!OS 8.50 begonnen. Die neue Version bringt unter anderem DNS-Filter, eine automatische Priorisierung bestimmter Datenverbindungen, zusätzliche Diagnosefunktionen und Erweiterungen für das Smart Home. Zum Start ist die finale Version allerdings noch nicht für sämtliche Router verfügbar. Zunächst erhält die FRITZ!Box 7690 das neue Betriebssystem. Weitere aktuelle FritzBox- und FritzRepeater-Modelle sollen nach Angaben des Herstellers in den kommenden Wochen folgen.
Parallel dazu erscheinen für zahlreiche andere Modelle weiter Vorabversionen aus dem FRITZ! Labor. Diese Labor-Ausgaben dürfen nicht mit dem fertigen FRITZ!OS 8.50 verwechselt werden. Bei ihnen handelt es sich um Testsoftware, in der neue Funktionen und Fehlerkorrekturen vor der allgemeinen Freigabe erprobt werden.
Der offizielle Rollout von FRITZ!OS 8.50 begann Ende September mit der FRITZ!Box 7690. Nach Angaben von FRITZ! soll die Aktualisierung anschließend schrittweise für die aktuellen FritzBox- und FritzRepeater-Modelle folgen. Ein einheitlicher Veröffentlichungstermin für alle Geräte besteht damit nicht.
Wer eine FRITZ!Box 7690 verwendet, kann in der Benutzeroberfläche unter System und Update nach einer neuen Version suchen. Bei aktivierten automatischen Updates kann die Installation abhängig von den gewählten Einstellungen auch automatisch erfolgen. Bei anderen Modellen bedeutet das Ausbleiben von Version 8.50 derzeit nicht, dass beim Router oder beim Update-Dienst ein Fehler vorliegt. Für viele Geräte ist die finale Version schlicht noch nicht freigegeben.
FRITZ! weist zudem darauf hin, dass bei Routern, die von einem Internetanbieter bereitgestellt wurden, Aktualisierungen teilweise durch den Provider gesteuert werden. Deshalb kann sich auch bei identischen Modellen unterscheiden, wann ein Update tatsächlich angeboten wird.
Eine der auffälligsten Neuerungen in FRITZ!OS 8.50 ist der DNS-Filter. Damit kann die FritzBox Zugriffe auf bestimmte Domains für Geräte im Heimnetz blockieren. Unterstützt werden Filterlisten, über die sich beispielsweise bekannte Werbe-, Tracking- oder Schadsoftware-Domains sperren lassen. Auch Adressen von Phishing-Seiten oder Botnet-Infrastruktur können über entsprechende Listen herausgefiltert werden.
Der Hersteller stellt dabei nicht selbst eine universelle Liste aller zu sperrenden Seiten zusammen. Nutzer können geeignete Listen einbinden und den Filter an ihre Anforderungen anpassen. Die Funktion soll im Zuge des Rollouts schrittweise auch auf weitere ausgewählte FritzBox-Modelle kommen.
Hinzu kommt eine automatische Priorisierung für zeitkritische Daten. FRITZ!OS soll Anwendungen wie Videokonferenzen oder Gaming erkennen und deren Datenverkehr innerhalb des Heimnetzes bevorzugen. Dadurch soll insbesondere bei gleichzeitig hoher Netzauslastung eine stabilere Übertragung erreicht werden. Welche Funktionen verfügbar sind, kann sich je nach FritzBox-Modell unterscheiden.
Mit FRITZ!OS 8.50 erweitert FRITZ! außerdem das Zusammenspiel mit der MyFRITZ!App. Die Funktion Smart Check soll dort den Zustand der FritzBox darstellen und unter anderem Hinweise zu Internetverbindung, WLAN, Telefonie, Heimnetz und Sicherheit liefern.
Auch der Smart-Home-Bereich wird ausgebaut. Routinen können künftig mehrere Auslöser berücksichtigen. Hinzu kommen vordefinierte Abläufe für wiederkehrende Situationen und Erweiterungen beim Geofencing. Unterstützte intelligente Steckdosen können außerdem so eingestellt werden, dass sie bei Überschreiten einer festgelegten Leistungsgrenze abschalten.
Für unterstützte Mobilfunkrouter wird zudem FRITZ! Failsafe erweitert. Ein Internetzugang kann dort über ein externes Modem beziehungsweise einen WAN-Anschluss geführt werden. Fällt diese Verbindung aus, kann Mobilfunk als Ersatzverbindung dienen.
Während die FRITZ!Box 7690 bereits das finale FRITZ!OS 8.50 erhält, befindet sich die Entwicklung für zahlreiche andere Geräte weiter im Labor-Zweig 8.40. Anfang Oktober veröffentlichte FRITZ! neue Testversionen unter anderem für die FRITZ!Box 5690 Pro, 5690 XGS, 5590 Fiber, 7590 AX, 7590 sowie mehrere Kabelmodelle.
Für die FRITZ!Box 7510 sowie die Modelle 6860 5G und 6860 5G v2 wurden am 2. Oktober ebenfalls aktuelle Labor-Versionen bereitgestellt. Hinzu kommen weitere Router und Repeater, deren jüngste Testversionen bereits im September erschienen waren.
Labor-Versionen besitzen ausdrücklich Betastatus. FRITZ! empfiehlt für die Installation zunächst die jeweils aktuelle reguläre FRITZ!OS-Version. Nutzer können aus dem Labor wieder auf das offizielle FRITZ!OS zurückwechseln. Die Testversionen richten sich damit vor allem an Anwender, die neue Funktionen frühzeitig ausprobieren und mögliche Fehler in Kauf nehmen können.
Seit der Veröffentlichung von FRITZ!OS 8.50 gibt es in Nutzerforen einzelne Berichte über Auffälligkeiten nach der Installation. Beschrieben werden dort beispielsweise ungewöhnliche Netzwerkanzeigen oder eine zeitweise hohe WLAN-Auslastung. Eine unabhängige Bestätigung dafür, dass diese Beobachtungen auf einen allgemeinen Fehler von FRITZ!OS 8.50 zurückzuführen sind, lag zunächst nicht vor.
FRITZ! hat bis Montagmorgen keine allgemeine Störung des Updates für die FRITZ!Box 7690 bekanntgegeben. Einzelne Probleme mit WLAN, Internetzugang oder verbundenen Geräten können zahlreiche Ursachen haben und lassen sich nicht allein aufgrund ihres zeitlichen Auftretens nach einer Aktualisierung dem neuen Betriebssystem zuordnen.
Auch eine Fehlermeldung bei der Suche nach einem neuen FRITZ!OS bedeutet nicht automatisch, dass ein bestimmtes Update fehlerhaft ist. FRITZ! nennt für eine fehlgeschlagene Update-Suche unter anderem vorübergehende Probleme der Internetverbindung oder des Update-Servers als mögliche Ursache. In solchen Fällen kann die Suche später erneut gestartet oder, sofern für das jeweilige Modell vorgesehen, ein manuelles Update durchgeführt werden.
Damit besteht am 5. Oktober ein zweigeteiltes Bild: FRITZ!OS 8.50 ist offiziell gestartet, aber noch längst nicht auf allen FritzBox-Modellen angekommen. Zugleich werden die Vorabversionen für weitere Router weiterentwickelt und korrigiert. Hinweise auf ein grundsätzlich fehlerhaftes oder gestopptes FRITZ!OS-8.50-Update gibt es bislang nicht.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu