Filmreihe im LWL-Museum Münster blickt auf das Kino zwischen NS-Diktatur und Neubeginn

Das LWL-Museum Münster zeigt im Januar 2026 eine Filmreihe zum 80. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus – mit Klassikern und Diskussionen.
Im LWL-Museum für Kunst und Kultur startet am Freitag (16.1.) um 18 Uhr ein Filmseminar anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung vom Nationalsozialismus. Foto: DEFA Stiftung

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Münster. Zum Gedenken an die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 80 Jahren widmet sich das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster einem besonderen Filmprogramm. Unter dem Titel „Bruchstelle 1945. Der deutsche Film zwischen Diktatur und Demokratie“ zeigt das Museum von Freitag, 16. Januar, bis Sonntag, 18. Januar 2026, eine kuratierte Reihe mit Vorträgen, historischen Filmen und Diskussionen.

Film als politisches Instrument und Spiegel der Gesellschaft

Im Mittelpunkt der Reihe steht die Rolle des Films als politisches Medium. Thematisiert wird, wie das Kino im Nationalsozialismus gezielt als Propagandainstrument eingesetzt wurde und welche Bedeutung es in der unmittelbaren Nachkriegszeit als Mittel der Umerziehung und gesellschaftlichen Selbstvergewisserung erhielt. Zugleich richtet das Programm den Blick auf die Gegenwart und fragt, wie Filme bis heute politische Wirklichkeit abbilden, deuten oder beeinflussen.

Auftakt mit Analyse der NS-Filmpropaganda

Den Auftakt macht am Freitagabend ein Vortrag von Uwe W. Appelbe, der die filmhistorische Zäsur des Jahres 1945 einordnet. Im Anschluss wird der Dokumentarfilm Hitlers Hollywood – Das deutsche Kino im Zeitalter der Propaganda 1933–1945 gezeigt. Die Produktion beleuchtet systematisch, wie das NS-Regime das Kino für ideologische Zwecke nutzte. Ein moderiertes Gespräch schließt den Abend ab.

Nachkriegsfilme zwischen Schuld, Trümmern und Neubeginn

Am Samstagabend steht das frühe deutsche Nachkriegskino im Fokus. Nach einem weiteren Vortrag von Uwe W. Appelbe folgen zwei zentrale Werke dieser Zeit. Die Mörder sind unter uns gilt als erster deutscher Spielfilm nach Kriegsende und thematisiert Schuld und Verantwortung in den Trümmern Berlins. Ergänzt wird das Programm durch In jenen Tagen, einen Episodenfilm, der anhand einzelner Lebensgeschichten die NS-Zeit aus unterschiedlichen Perspektiven reflektiert.

Das westdeutsche Kino der 1950er-Jahre im Blick

Am Sonntagvormittag richtet sich der Fokus auf die junge Bundesrepublik. In einem Vortrag beleuchtet Jörg Schöning das westdeutsche Kino der 1950er-Jahre. Anschließend wird der satirische Film Wir Wunderkinder gezeigt, der deutsche Geschichte und Nachkriegsgesellschaft pointiert kommentiert.

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Abschluss mit aktuellem Dokumentarfilm und Diskussion

Den Abschluss der Reihe bildet am Sonntagabend der Dokumentarfilm Riefenstahl. Der Film setzt sich mit Leben, Werk und Nachwirkung der NS-Regisseurin Leni Riefenstahl auseinander. Eine Einführung sowie ein abschließendes Gespräch runden das Programm ab.

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Termine, Ort und Tickets

Alle Veranstaltungen finden im Auditorium des LWL-Museums für Kunst und Kultur am Domplatz statt. Tickets kosten zehn Euro, ermäßigt fünf Euro pro Film. Für die gesamte Reihe wird ein Reihenticket angeboten. Der Vorverkauf erfolgt über den Ticketshop des Museums sowie an der Museumskasse.

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