
Telgte. Zwischen klassischen Darstellungen und zeitgenössischen Deutungen rückt die Krippenkunst-Ausstellung im RELíGIO in Telgte ein zentrales menschliches Thema in den Fokus: Hoffnung. Bereits zum 85. Mal zeigt das Museum, wie vielfältig religiöse Kunst auf aktuelle gesellschaftliche Fragen reagieren kann – von persönlichen Lebensbrüchen bis hin zu globalen Krisen. Noch bis Ende Januar ist die Ausstellung für Besucherinnen und Besucher geöffnet.
Schauplatz der Ausstellung ist das RELíGIO – Westfälisches Museum für religiöse Kultur. Unter dem Titel „Hoffnung“ sind dort Arbeiten von 82 Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. Ergänzt wird die Schau durch Beiträge von sieben Kinder- und Jugendgruppen sowie einer Erwachsenengruppe. Damit vereint die Ausstellung bewusst verschiedene Generationen und Ausdrucksformen der Krippenkunst.
Ein zentraler Bestandteil der Ausstellung ist die Vergabe des Krippenpreises des Bistum Münster, über den eine fünfköpfige Jury entscheidet. Zu den ausgezeichneten Arbeiten zählt das Werk „Der Schmetterling der Hoffnung“ der jungen Künstlerin Maria Hibler, die als bislang jüngste Preisträgerin hervorgehoben wird.
Ebenfalls prämiert wurde das Gemeinschaftswerk „Ein hoffnungsvolles Zeichen“ von Maria Schlüter und ihrem Enkel Karl Henri Lütkehaus. Einen weiteren Preis erhielten Drittklässler der Antoniusschule für ihre Arbeit „Hoffnung beginnt bei dir – Kinder verändern die Welt“. Für ihr Lebenswerk wurde zudem Mechthild Arens-Mundry ausgezeichnet.
Neben den Jury-Preisen konnten Besucherinnen und Besucher über einen Publikumspreis abstimmen, der nach Angaben des Museums an Annette Hiemenz ging.
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Inhaltlich schlägt die Ausstellung bewusst eine Brücke zwischen religiöser Tradition und aktuellen Themen. Mehrere Arbeiten greifen Motive wie Krieg, Flucht oder gesellschaftliche Unsicherheit auf und übersetzen sie in die Bildsprache der Krippe. Hervorgehobene Werke stammen unter anderem von Jörgen Habedank, Simone Thieringer, Florian Stückl, Konstantin M. Yazigi sowie Marion Wenige. Ergänzt wird die Schau durch internationale Krippen aus der Sammlung Sabine Brunner, die sich thematisch mit der Flucht nach Ägypten befassen.
Die Ausstellung läuft vom 8. November 2025 bis zum 25. Januar 2026 und ist dienstags bis sonntags jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. An Weihnachten und Neujahr gelten verkürzte Öffnungszeiten, Heiligabend und Silvester bleibt das Museum geschlossen. Die offizielle Preisverleihung ist für den 25. Januar um 15 Uhr angekündigt.
Begleitend bietet das Museum öffentliche Führungen, einen Familiennachmittag, Lesungen, Vorträge sowie eine tägliche kurze Mittagsandacht unter dem Titel „Lichtquelle“ an. Träger der Ausstellung sind unter anderem der Kreis Warendorf, das Bistum Münster sowie die Städte Telgte und Münster.