1.640 Wohnungen genehmigt: Münster legt beim Wohnungsbau deutlich zu

Nur Düsseldorf ist teurer: Münster bleibt bei neuen Wohnungen fast NRW-Spitze
Foto: Caroline Muffert

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Münster. Der Wohnungsbau in Münster gewinnt bei den Genehmigungen deutlich an Tempo. Von Januar bis Ende August 2026 wurden nach Angaben der Stadt bereits 1.640 Wohneinheiten genehmigt. Damit liegt die Zahl schon jetzt über dem jeweiligen Jahresergebnis von 2022, 2023 und 2024.

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Baugenehmigungen Münster steigen nach schwächeren Jahren wieder

Nach mehreren schwächeren Jahren zeigt die Entwicklung der Baugenehmigungen Münster inzwischen wieder deutlich nach oben. Wie die Stadt Münster am Mittwoch mitteilt, wurden innerhalb der ersten acht Monate 2026 insgesamt 1.640 Wohnungen genehmigt.

Damit wurde bereits vor Ablauf des Jahres das Niveau von 2024 überschritten. Zwischen 2022 und 2024 waren jährlich jeweils rund 1.400 bis 1.500 Wohneinheiten genehmigt worden. Schon 2025 setzte mit 1.831 genehmigten Wohnungen eine Erholung ein. Dennoch bleibt der Höchstwert aus dem Jahr 2021 deutlich entfernt. Damals wurden rund 3.276 Wohneinheiten genehmigt.

Auch im Vergleich mit anderen nordrhein-westfälischen Großstädten fällt die Entwicklung auf. Nach Angaben der Stadt auf Grundlage von Zahlen des Landesbetriebs IT.NRW lag Münster im ersten Halbjahr 2026 bei den genehmigten Wohnungen hinter Köln auf dem zweiten Platz in Nordrhein-Westfalen. Gleichzeitig sank die Zahl der Baugenehmigungen landesweit gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um fünf Prozent.

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Eine höhere Zahl von Genehmigungen bedeutet allerdings nicht automatisch, dass entsprechend viele neue Wohnungen kurzfristig zur Verfügung stehen. Ende 2025 gab es laut Stadt einen Bauüberhang von 4.154 Wohnungen. Bei 2.571 davon hatten die Bauarbeiten zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen.

Fertiggestellt wurden 2025 insgesamt 1.402 Wohnungen. Das waren nach Angaben der Stadt 287 mehr als im Jahr zuvor. Stadtbaurat Robin Denstorff bewertet die steigenden Genehmigungszahlen deshalb zwar positiv, verweist laut Mitteilung aber weiterhin auf hohe Baukosten und Finanzierungskosten als Belastung für den Wohnungsbau Münster.

Bauturbo Münster soll zusätzliche Wohnprojekte ermöglichen

Einen Teil der neuen Projekte führt die Stadt auf den sogenannten Bauturbo Münster zurück. Grundlage dafür sind Änderungen im Baugesetzbuch, die der Bundesgesetzgeber im Oktober 2025 beschlossen hatte. Kommunen können dadurch unter bestimmten Voraussetzungen von bisherigen planungsrechtlichen Vorgaben abweichen.

Der Rat der Stadt Münster beschloss am 11. Februar 2026 eigene Leitlinien für die Anwendung dieser Möglichkeiten. Zwischen diesem Zeitpunkt und dem 14. Juli prüfte beziehungsweise beriet die Verwaltung 49 Projekte mit zusammen rund 450 geplanten Wohneinheiten.

Bei etwa 300 Wohnungen fiel die Prüfung nach Angaben der Stadt positiv aus. Entweder wurde einer entsprechenden Planung bereits zugestimmt oder eine Zustimmung bei noch nicht vollständigen Anträgen in Aussicht gestellt. Nach Darstellung der Verwaltung wären diese Wohnungen ohne die neuen gesetzlichen Möglichkeiten in der geplanten Form nicht genehmigungsfähig gewesen.

Eine wichtige Rolle spielen dabei Abweichungen von bestehenden Bebauungsplänen. So können zusätzliche Wohnungen in Münster beispielsweise durch Aufstockungen, Dachgeschossausbauten oder Anbauten entstehen. Auch die teilweise Umwandlung bestehender Büroflächen in Wohnraum kann dadurch erleichtert werden.

Zu den von der Stadt genannten Beispielen gehört ein Bürogebäude, das um zwei Wohnetagen aufgestockt werden soll. Bei einem weiteren Gebäude aus den 1980er Jahren soll ein Teil der Büroflächen zu Wohnungen für Pflegepersonal werden. Außerdem wurde ein Projekt mit einer Kindertagesstätte und ergänzenden Wohnungen im Obergeschoss positiv bewertet.

Nicht jedes Wohnprojekt profitiert von den neuen Regeln

Der Bauturbo setzt bestehende Vorgaben allerdings nicht vollständig außer Kraft. Bei Vorhaben mit zusammen rund 150 geplanten Wohneinheiten sah die Stadt nach ihrer Prüfung keine Voraussetzungen für eine Zustimmung.

Dazu gehörten nach Angaben der Verwaltung beispielsweise geplante Doppelhäuser im Außenbereich. Auch Mehrfamilienhäuser in Gewerbegebieten konnten nicht über die neuen Möglichkeiten ermöglicht werden. Gleiches galt für geplante Umwandlungen von Geschäftsräumen im Erdgeschoss zentraler Einkaufsstraßen in Wohnungen.

Damit bleibt die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt Münster zweigeteilt. Einerseits steigt die Zahl der genehmigten Wohnungen deutlich und zusätzliche Instrumente erleichtern bestimmte Projekte. Andererseits zeigt der hohe Bauüberhang, dass eine erteilte Genehmigung noch keine fertiggestellte Wohnung bedeutet.

Gerade dieser Unterschied ist für die Bewertung der aktuellen Zahlen wichtig. Mehr als 4.000 Wohnungen waren Ende 2025 bereits genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt. Bei einem großen Teil davon hatte der Bau noch gar nicht begonnen.

Die Zahlen für 2026 zeigen deshalb zunächst vor allem, dass mehr Projekte die planungsrechtlichen und baurechtlichen Hürden überwinden. Wie stark sich das später bei den tatsächlich fertiggestellten Wohnungen bemerkbar macht, hängt unter anderem davon ab, wie viele der genehmigten Projekte tatsächlich umgesetzt werden.

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