Zwei Nuss-Nougat-Cremes liegen im Test noch vor Nutella

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Nutella ist im neuen Vergleich der Stiftung Warentest nicht die bestbewertete Nuss-Nougat-Creme. Unter 18 untersuchten Aufstrichen erreichen zwei Konkurrenten ein etwas besseres Gesamturteil als der bekannte Marktführer. Besonders auffällig ist dabei, dass die beiden Testsieger preislich kaum unterschiedlicher sein könnten.

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Die Stiftung Warentest hat für ihren Nuss-Nougat-Cremes Test 2026 bekannte Marken, Handelsmarken, Bio-Produkte, vegane Aufstriche sowie eine zuckerreduzierte Creme und ein Produkt aus einer Schokoladenmanufaktur untersucht. Zwölf der 18 Produkte schneiden insgesamt gut ab. Zwei kommen dagegen nur auf ein ausreichendes Qualitätsurteil.

Aldi und Goldhelm landen vor Nutella

An der Spitze stehen zwei sehr unterschiedliche Produkte. Die dunkle Haselnuss-Creme Kräm Herr Eichhorn Pur von Goldhelm und die Nusskati Nuss-Nougat-Creme von Aldi erreichen jeweils die Gesamtnote 2,0. Nutella folgt mit der Note 2,2 und erhält damit ebenfalls das Qualitätsurteil gut.

Dass ausgerechnet diese beiden Produkte gemeinsam vorne liegen, macht den Test auch aus Verbrauchersicht interessant. Während die Aldi-Creme zum Zeitpunkt der Preiserhebung im Juni 2026 etwa 50 Cent je 100 Gramm kostete, lag die Goldhelm-Creme bei rund 5,94 Euro je 100 Gramm. Damit kostete das Manufakturprodukt pro Gewichtseinheit fast zwölfmal so viel.

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Auch bei der Zusammensetzung unterscheiden sich die beiden Spitzenprodukte deutlich. Bei Aldi Nusskati sind laut Zutatenliste 13 Prozent Haselnüsse enthalten. Die Goldhelm-Creme kommt laut Deklaration auf einen Haselnussanteil von 69 Prozent. Das Goldhelm-Produkt ist zudem vegan und kommt laut Anbieterkennzeichnung ohne Palmöl aus.

Der Vergleich zeigt damit auch, dass ein gutes Gesamturteil der Stiftung Warentest nicht automatisch mit einem hohen Preis verbunden ist.

Geschmack hat im Test das größte Gewicht

Für das Gesamturteil spielte nicht allein der Geschmack eine Rolle. Das sensorische Urteil floss mit 45 Prozent allerdings am stärksten in die Bewertung ein.

Fünf geschulte Prüfer verkosteten die Cremes anonymisiert unter vergleichbaren Bedingungen. Bewertet wurden unter anderem Aussehen, Geruch, Geschmack, Nachgeschmack und Mundgefühl. Auffällige Produkte wurden mehrfach geprüft. Zusätzlich wurde untersucht, wie gut sich die Cremes auf Brot verstreichen lassen.

Weitere 20 Prozent des Gesamturteils entfielen auf Schadstoffe. Die Labore suchten unter anderem nach Schimmelpilzgiften, Mineralölbestandteilen, Nickel, Kadmium, bestimmten Schadstoffen aus der Fettverarbeitung, Chlorparaffinen und PFAS.

Die Deklaration auf der Verpackung machte 15 Prozent der Bewertung aus. Dabei ging es unter anderem darum, ob Pflichtangaben korrekt und vollständig waren und ob Werbeaussagen sowie Hinweise zu Allergenen und Lagerung nachvollziehbar waren.

Nährwerte bleiben die Schwachstelle

Die ernährungsphysiologische Qualität floss mit zehn Prozent in die Gesamtnote ein. Dafür untersuchten die Tester eine Portion von 20 Gramm Creme zusammen mit 50 Gramm Mischbrot als Bestandteil eines Frühstücks für Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren.

Bewertet wurden unter anderem Energiegehalt, Zucker, Fett, Eiweiß und die Zusammensetzung der Fettsäuren. Bei einem zuckerreduzierten Produkt spielte außerdem der eingesetzte Zuckeraustauschstoff Maltit eine Rolle.

Gerade hier zeigt der Vergleich eine klare Grenze der insgesamt guten Qualitätsurteile. Nuss-Nougat-Cremes bleiben unabhängig von Marke und Preis zucker-, fett- und kalorienreiche Lebensmittel. Nach Angaben der Stiftung Warentest erreichten die meisten Produkte bei der ernährungsphysiologischen Qualität lediglich ein ausreichendes Urteil. Nur wenige schnitten in diesem Teilbereich befriedigend ab.

Das bedeutet: Ein Testsieg macht einen süßen Brotaufstrich nicht automatisch zu einem ernährungsphysiologisch empfehlenswerten Lebensmittel. Die Gesamtwertung berücksichtigt mehrere Eigenschaften gleichzeitig und darf deshalb nicht mit einer Gesundheitsbewertung gleichgesetzt werden.

Ein Produkt fällt wegen Schadstoffen auf

Neben Geschmack und Nährwerten untersuchte die Stiftung Warentest die Cremes umfangreich auf problematische Stoffe. Bei einem Produkt stellten die Tester eine auffällige Belastung mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen, sogenannten Moah, fest.

Diese Stoffgruppe gilt als problematisch, weil sie Bestandteile enthalten kann, die als möglicherweise krebserregend eingestuft werden. Welchen Anteil einzelne Prüfbereiche am Gesamturteil haben, ist deshalb entscheidend: Schwächen bei Schadstoffen können eine ansonsten überzeugende Creme deutlich zurückwerfen.

Insgesamt wurden allerdings nur zwei der 18 Produkte mit ausreichend bewertet. Ein mangelhaftes oder ungenügendes Gesamturteil wurde nicht vergeben.

Zwölf von 18 Cremes schneiden gut ab

Für Verbraucher ist deshalb nicht allein die Reihenfolge an der Spitze interessant. Zwei Drittel aller untersuchten Produkte erhielten ein gutes Gesamturteil. Darunter befinden sich klassische Nuss-Nougat-Cremes ebenso wie Bio-Produkte und vegane Varianten.

Neun der getesteten Aufstriche kommen laut Deklaration ohne Palmöl aus, sechs sind Bio-Produkte und fünf vegan. Auch die pflanzliche Variante von Nutella war Teil der Untersuchung.

Die Preisspanne ist erheblich. Die untersuchten Cremes kosteten zum Zeitpunkt der Erhebung zwischen rund 0,50 Euro und 5,94 Euro je 100 Gramm. Wer vor allem nach einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, muss deshalb nicht zwangsläufig zu einem teuren Marken- oder Manufakturprodukt greifen.

Was Verbraucher aus dem Test mitnehmen können

Das Ergebnis liefert vor allem drei Erkenntnisse. Erstens bleibt Nutella im Test ein gutes Produkt, ist aber nicht Testsieger. Der Abstand zur Spitze fällt mit den Noten 2,2 gegenüber 2,0 allerdings klein aus.

Zweitens sagt der Preis wenig darüber aus, ob eine Creme im Gesamtvergleich überzeugt. Mit Aldi Nusskati gehört ausgerechnet das günstigste Produkt des gesamten Testfelds zur Spitze. Gleichzeitig erreicht auch die mit Abstand teuerste Creme ein Spitzenurteil.

Drittens sollte das Qualitätsurteil nicht mit einer Empfehlung zum häufigen Verzehr verwechselt werden. Auch gut getestete Nuss-Nougat-Cremes enthalten viel Zucker und Fett. Wer solche Aufstriche kauft, kann sich anhand des Tests zwischen Geschmack, Preis, Haselnussanteil, Bio-Qualität, veganer Rezeptur und Palmölverzicht entscheiden. Aus ernährungsphysiologischer Sicht bleibt dagegen bei nahezu allen Produkten Zurückhaltung sinnvoll.

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