
Münster. Satelliten in 20.000 Kilometern Höhe, Drohnen über dem Hafenplatz und digitale Tatortvermessung: 680 Jugendliche haben am Dienstag, 14. Juli 2026, beim „Erlebnistag Geodäsie“ in Münster die moderne Vermessungsarbeit kennengelernt. Nach Angaben der Stadt Münster kamen die Teilnehmer aus 19 Schulen im Münsterland und im Ruhrgebiet.
Die Stadt hatte gemeinsam mit dem NRW-Innenministerium zu dem landesweiten Aktionstag eingeladen. Auf dem Hafenplatz wartete ein Mitmach-Parcours mit rund 30 Stationen. Dabei konnten Jugendliche ab der siebten Klasse verschiedene Aufgaben aus Geodäsie, Geoinformatik und Landmanagement ausprobieren.
Zum Programm gehörte unter anderem eine ungewöhnliche Messung aus dem Weltall. Die Schüler konnten ihre Körpergröße mithilfe von Satelliten bestimmen lassen, die sich rund 20.000 Kilometer über der Erde befinden. Außerdem kamen Drohnen und Virtual-Reality-Technik zum Einsatz.
Weitere Stationen zeigten, wie die Polizei Tatorte vermisst oder wie Geodaten dabei helfen, Veränderungen des Klimas zu dokumentieren. Damit sollten die Jugendlichen erfahren, dass Vermessungsarbeit heute weit über klassische Messgeräte und Grundstücksgrenzen hinausgeht.
Auf dem Hafenplatz präsentierten sich rund 30 Arbeitgeber, Hochschulen und Einrichtungen. Beteiligt waren unter anderem das Landeskriminalamt, die Bundeswehr, mehrere Universitäten und Hochschulen sowie die Bezirksregierungen Münster und Köln. Auch örtliche Vermessungsbüros stellten ihre Arbeit vor.
Eröffnet wurde der Aktionstag am Morgen im benachbarten Cineplex. Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs und Regierungspräsident Andreas Bothe begrüßten dort die Jugendlichen. Laut Mitteilung der Stadt verwiesen beide darauf, dass Geodaten unter anderem für Navigation, Stadtplanung, Klimaschutz und politische Entscheidungen benötigt werden.
Der Aktionstag soll deshalb nicht nur Wissen vermitteln. Er dient auch dazu, junge Menschen auf Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in einem Berufsfeld aufmerksam zu machen, in dem Fachkräfte gesucht werden.
Das Vermessungs- und Katasteramt der Stadt Münster wirbt ebenfalls um Nachwuchskräfte. Angeboten werden eine Ausbildung zum Vermessungstechniker sowie ein duales Studium zum Bachelor of Engineering im Bereich Vermessung. Hinzu kommen verschiedene berufsbegleitende Studienmodelle.
Amtsleiter Jochen Marienfeld erklärte laut Stadtmitteilung, dass die Berufsaussichten in Behörden, Wissenschaft und Unternehmen derzeit gut seien. Vermessungsdaten werden innerhalb der Stadtverwaltung beispielsweise für Bauvorhaben und den Umgang mit Starkregen benötigt.
Der „Erlebnistag Geodäsie“ fand 2026 zum fünften Mal statt. Die Premiere gab es 2022 in Bonn. Danach folgten Düsseldorf, Bielefeld und Bochum. In jedem Jahr übernimmt eine andere Stadt in Nordrhein-Westfalen die Ausrichtung.
Hinter der Veranstaltung steht die Initiative „geodäsie.nrw“, deren Geschäftsstelle beim NRW-Innenministerium angesiedelt ist. Ziel ist es, das Berufsbild bekannter zu machen und langfristig mehr Nachwuchskräfte für Vermessung, Geoinformation und Landmanagement zu gewinnen.
Passend zum Aktionstag hat die Stadt außerdem den Internetauftritt des Vermessungs- und Katasteramtes neu gestaltet. Dort finden Interessierte Informationen zu Aufgaben, Ausbildungswegen und Studienangeboten.
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