
In Münster-Amelsbüren entsteht eine der wichtigsten Forschungsfabriken für Batteriezellen in Europa. Mit dem Richtfest für die FFB Fab hat das milliardenschwere Großprojekt nun einen weiteren Meilenstein erreicht. Künftig sollen dort neue Batteriezellen und Produktionsverfahren unter nahezu industriellen Bedingungen entwickelt und getestet werden.
Die FFB Fab wird auf einem rund 39.000 Quadratmeter großen Grundstück nahe dem Dortmund-Ems-Kanal und der Autobahn A1 errichtet. Auf mehr als 20.000 Quadratmetern sollen Produktionsanlagen im Maßstab einer Gigafactory entstehen. Gemeinsam mit dem bereits betriebenen ersten Bauabschnitt, der FFB PreFab, umfasst der Forschungsstandort insgesamt rund 56.000 Quadratmeter.
Beim Richtfest waren unter anderem NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs vertreten. Mit dem abgeschlossenen Rohbau beginnt nun der nächste Abschnitt des Großprojekts.
Bund und Land fördern die Forschungsfertigung Batteriezelle mit insgesamt rund einer Milliarde Euro. Der Bund stellt bis zu 750 Millionen Euro für den Aufbau des Forschungsbetriebs bereit. Nordrhein-Westfalen investiert als Bauherr etwa 320 Millionen Euro.
Die Fraunhofer-Gesellschaft führt das Projekt gemeinsam mit dem MEET-Batterieforschungszentrum der Universität Münster, dem Lehrstuhl PEM der RWTH Aachen und dem Helmholtz-Institut Münster durch. NRW.URBAN übernimmt die Umsetzung des Bauvorhabens im Auftrag des Landes.
Ziel ist es, die Lücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und industrieller Batteriezellproduktion zu schließen. Unternehmen sollen neue Materialien, Zellformate, Produktionsanlagen und Herstellungsverfahren testen können, bevor sie in die Großserie überführt werden.
Der erste Bauabschnitt, die FFB PreFab, ist seit Anfang 2024 in Betrieb. Dort arbeiten bereits mehr als 140 Wissenschaftler an der industrienahen Fertigung von Batteriezellen. Die digitalisierte Forschungsfabrik bildet den gesamten Produktionsprozess ab – von der Kontrolle eingehender Materialien über erste Musterzellen bis zur Kleinserie auf einer Pilotlinie.
Mit der deutlich größeren FFB Fab sollen künftig auch Produktionsprozesse im Gigawatt-Maßstab erforscht werden. Beide Gebäude ermöglichen damit den vollständigen Entwicklungsweg von der Laboridee bis zu seriennahen Herstellungsverfahren an einem Standort.
Die Stadt sieht die Forschungsfertigung als Herzstück der BatteryCityMünster. In dem Netzwerk arbeiten Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam an Batterietechnologien für Elektromobilität, Energiespeicherung und industrielle Anwendungen.
Die FFB soll Unternehmen jeder Größe offenstehen und dazu beitragen, Forschungsergebnisse schneller in die industrielle Produktion zu übertragen. Gleichzeitig soll der Standort die europäische Batterieindustrie stärken und Abhängigkeiten von Produzenten außerhalb Europas verringern. Für Münster bedeutet das Großprojekt eine weitere Aufwertung als internationaler Forschungs- und Technologiestandort.
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