
Münster/Greven. Die Eispreise in Münster gehören zu den höchsten der untersuchten Städte in Nordrhein-Westfalen. Eine Kugel kostet 2026 durchschnittlich 2,03 Euro. Im benachbarten Greven gibt es jedoch weiterhin ein Angebot für 1,60 Euro. Der Vergleich zeigt, wie stark die Preise schon auf kurzer Entfernung voneinander abweichen können.
Der durchschnittliche Preis für eine Kugel Eis ist in Nordrhein-Westfalen innerhalb eines Jahres um elf Cent gestiegen. Nach einer Erhebung des WDR-Magazins „Markt“ werden 2026 im Mittel 1,92 Euro verlangt. Im Vorjahr waren es 1,81 Euro. Für 2024 wurde noch ein Durchschnitt von 1,72 Euro ermittelt.
Der Anstieg gegenüber 2025 liegt damit bei rund sechs Prozent. Innerhalb von zwei Jahren verteuerte sich eine Kugel im landesweiten Durchschnitt um 20 Cent.
Die Werte beruhen auf einer Stichprobe und bilden nicht die Preise sämtlicher Eisdielen ab. Sie geben jedoch einen Überblick über das Preisniveau in verschiedenen NRW-Städten.
Für Münster ermittelte das Magazin einen durchschnittlichen Kugelpreis von 2,03 Euro. Ebenso hoch fällt der Wert in Aachen aus. Beide Städte liegen damit elf Cent über dem NRW-Durchschnitt.
Deutlich günstiger ist Speiseeis nach der Erhebung in Dortmund. Dort kostet eine Kugel im Mittel 1,57 Euro. Die untersuchten Preise in Bielefeld, Bonn und Köln lagen zwischen den Werten aus Dortmund und Münster.
Auch innerhalb einer Stadt können sich die Preise deutlich unterscheiden. Lage, Größe des Betriebs, Sortiment und Herstellung beeinflussen die Kalkulation. Der Durchschnittswert von 2,03 Euro bedeutet daher nicht, dass jede Münsteraner Eisdiele genau diesen Preis verlangt.
Ein niedrigerer Preis findet sich im benachbarten Greven. Bei Fröhlichs an der Marktstraße 42 kostet eine Kugel nach aktueller Preisangabe weiterhin 1,60 Euro.
Das sind 43 Cent weniger als der für Münster ermittelte Durchschnitt. Auch gegenüber dem landesweiten Mittel liegt der Grevener Preis 32 Cent niedriger.
Der Einzelpreis aus Greven ist nicht direkt mit dem Durchschnittswert aus Münster gleichzusetzen. Während sich der Münster-Wert aus mehreren untersuchten Betrieben ergibt, handelt es sich bei Fröhlichs um ein konkretes Beispiel. Der Vergleich verdeutlicht dennoch die Spannweite der Eispreise im Münsterland.
Stefanie und Raphael Fröhlich übernahmen die Eisdiele im Frühjahr 2025. Zuvor wurde der Betrieb unter dem Namen Fontanella geführt.
Die Geschichte des Standorts reicht bis 1958 zurück. Damals eröffnete Attilio Fontanella die Eisdiele in der Grevener Innenstadt. Später wurde sie zunächst innerhalb der Familie weitergegeben. Im Jahr 2018 übernahmen Dario di Bernardo und seine Lebensgefährtin Elena den Betrieb.
Nach dem Tod di Bernardos wurde die Eisdiele zum Verkauf angeboten. Die Fröhlichs schlossen den Übernahmevertrag im Februar 2025 und eröffneten den Betrieb wenige Wochen später erneut.
Nach Angaben der Betreiber wird das Eis vor Ort hergestellt. Einige bestehende Rezepte wurden übernommen, zugleich kamen neue Sorten hinzu. Diese Angaben erlauben jedoch keine allgemeine Aussage darüber, wie sich der Verkaufspreis von 1,60 Euro zusammensetzt.
Die höheren Eispreise lassen sich nicht allein auf die Entwicklung einzelner Zutaten zurückführen. Zucker, Schokolade und Nüsse verteuerten sich teilweise. Bei Milch und Strom wurden zuletzt dagegen auch Preisrückgänge verzeichnet.
Für Eisdielen spielen neben den Rohstoffen weitere Kosten eine Rolle. Dazu gehören Miete, Personal, Transport, Kühlung, Verpackungen und die Ausstattung des Betriebs. Auch die Lage kann den Preis beeinflussen. In Innenstädten und an stark besuchten Standorten fallen die laufenden Kosten häufig höher aus.
Zum Jahresbeginn 2026 stieg zudem der gesetzliche Mindestlohn von 12,82 auf 13,90 Euro je Stunde. Für Betriebe mit vielen Beschäftigten kann diese Entwicklung die Personalkosten erhöhen.
Die Erhebung zeigt ein erhöhtes Preisniveau in Münster. Zugleich macht das Grevener Beispiel deutlich, dass eine Kugel auch in unmittelbarer Nähe weiterhin deutlich weniger als zwei Euro kosten kann.
Ob ein Preis hoch oder niedrig ausfällt, hängt von mehreren Faktoren ab. Auch aus dem Verkaufspreis allein lässt sich nicht zuverlässig auf die Qualität, die Zutaten oder die Art der Herstellung schließen. Für Verbraucher bleibt deshalb der direkte Vergleich der örtlichen Angebote entscheidend.
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