Münster. Zum Ende der Sommerferien will die Stadt Münster sechs größere Bauprojekte an Grundschulen abschließen. Rund 94,1 Millionen Euro wurden nach Angaben der Verwaltung in Neubauten, Erweiterungen und Sanierungen investiert. Damit sollen zusätzliche Schulplätze entstehen und die Bedingungen für Unterricht und Ganztagsbetreuung verbessert werden. Beim Neubau der Ludgerusschule in Albachten rechnet die Stadt zudem mit deutlich niedrigeren Kosten als zunächst veranschlagt.
Die Ludgerusschule zieht während der Sommerferien in ihren Neubau im Baugebiet Albachten-Ost. Nach den Ferien sollen dort rund 300 Kinder unterrichtet und betreut werden. Das zweigeschossige Gebäude ist für eine dreizügige Grundschule ausgelegt und verfügt über zwölf Unterrichtsräume, mehrere Lerninseln, Räume für Musik- und Werkunterricht, sechs Betreuungsräume für den offenen Ganztag sowie eine Mensa. Ein Forum mit Sitzstufen verbindet den Eingangsbereich mit dem Innenhof des u-förmigen Gebäudes. Auf dem Außengelände entstanden unter anderem Spiel- und Sportflächen, Kletterhügel und eine Wildblumenwiese.
Für den Neubau waren ursprünglich 25,1 Millionen Euro vorgesehen. Nach aktuellem Stand geht die Stadt davon aus, dass das Projekt rund drei Millionen Euro günstiger abgeschlossen werden kann. Das Gebäude wurde in Massivbauweise errichtet. Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 100 Kilowatt-Peak soll nach Berechnungen der Stadt jährlich rund 52 Tonnen CO₂ einsparen. Die übrigen Dachflächen wurden begrünt. Bei der Planung orientierte sich die Verwaltung weitgehend an der bereits fertiggestellten Grundschule in Sprakel.
Im Kleinen Schulzentrum Hiltrup ist die Sanierung der Paul-Gerhardt-Schule abgeschlossen. Die Kosten liegen laut Stadt bei rund 10,23 Millionen Euro. Während der Sommerferien zieht die Clemensschule vorübergehend in das modernisierte Gebäude ein. Anschließend beginnt die Sanierung ihres eigenen Schulhauses, für die weitere 5,2 Millionen Euro eingeplant sind.
Die Paul-Gerhardt-Schule war bereits im vergangenen Jahr in die benachbarte ehemalige Johannesschule umgezogen. Nach Abschluss aller Arbeiten soll sie dauerhaft beide Gebäude nutzen können. Durch die energetische Modernisierung erwartet die Stadt eine jährliche CO₂-Einsparung von etwa 30 Tonnen.
In Roxel sind die Erweiterung und die Sanierung der Marienschule weitgehend abgeschlossen. Das umgebaute Mensa- und Erweiterungsgebäude wird bereits seit dem Frühjahr genutzt. Zum neuen Schuljahr sollen auch die modernisierten Klassenräume im Bestandsgebäude und der neue Verbindungsgang zwischen den Gebäudeteilen zur Verfügung stehen.
Damit erhält die Schule die räumlichen Voraussetzungen für eine Vierzügigkeit. Einzelne Restarbeiten, darunter der Anbau eines Aufzugs, sollen bis zum Herbst beendet werden. Die Stadt beziffert die Investitionen an diesem Standort auf rund 13,7 Millionen Euro.
Auch die Ludgerusschule in Hiltrup wird für einen vierzügigen Betrieb erweitert. Dafür wurden zuvor eingeschossige Gebäudeteile aufgestockt. Die rund 20,5 Millionen Euro teure Maßnahme wurde abschnittsweise während des laufenden Schulbetriebs umgesetzt.
Nach den Sommerferien sollen die neuen Räume genutzt werden können. Zur Ausstattung gehören nach Angaben der Stadt außerdem ein Gründach und eine Photovoltaikanlage.
An der Pleisterschule in St. Mauritz ist der Umbau ebenfalls weitgehend beendet. Der bereits genutzte Erweiterungsbau wird nun durch den sanierten Altbau ergänzt. Das Gebäude wurde barrierefrei erschlossen und an die Anforderungen des Unterrichts- und Ganztagsbetriebs angepasst. Dazu gehören auch neue Räume für die Mittagsverpflegung.
Der Umzug in die fertiggestellten Bereiche soll schrittweise bis zu den Herbstferien erfolgen. Die Kosten für das Projekt an der zweizügigen Grundschule gibt die Stadt mit rund 9,4 Millionen Euro an.
Auch an der Bodelschwinghschule in Mauritz-West sollen die sanierten Räume nach den Sommerferien bezogen werden. Das Bestandsgebäude ist nach Angaben der Stadt weitgehend fertiggestellt. Lediglich der Einbau eines Glasaufzugs ist erst für den Herbst vorgesehen.
Gemeinsam mit dem bereits genutzten Erweiterungsbau stehen der dreizügigen Schule künftig zusätzliche Räume für Unterricht, Ganztagsbetreuung und Mensabetrieb zur Verfügung. Die Investitionen an diesem Standort belaufen sich auf rund 13 Millionen Euro.
Mit den sechs Bauprojekten erweitert die Stadt ihre Grundschulstandorte und schafft zusätzliche Flächen für Unterricht und Betreuung. Neben neuen Klassenräumen stehen vor allem der Ausbau des offenen Ganztags, die Barrierefreiheit und die energetische Modernisierung der Gebäude im Mittelpunkt.
Mehrere Arbeiten werden zwar zum Ende der Sommerferien abgeschlossen, einzelne Maßnahmen laufen jedoch noch bis in den Herbst. Dazu gehören unter anderem Aufzugsarbeiten an der Marienschule und der Bodelschwinghschule sowie der schrittweise Umzug an der Pleisterschule.
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