
Münster. Drei Minuten, fünf Minuten, sieben Minuten – und am Ende entscheidet allein der Applaus: Am Mittwoch, 30. September 2026, geht das Literarische Speeddating in die zweite Runde. Zehn Autorinnen und Autoren aus Münster und dem Münsterland treten ab 19.30 Uhr in der Stadtteilbücherei am Hansaplatz gegeneinander an. Nach einer ausverkauften Premiere vor zwei Jahren soll erneut das Publikum bestimmen, wer zum literarischen „Herzblatt“ des Abends wird.
Das Konzept unterscheidet sich deutlich von einer klassischen Lesung. In der ersten Runde bleiben den Teilnehmenden jeweils nur drei Minuten, um das Publikum für ihren Text zu gewinnen. Wer weiterkommt, erhält in der nächsten Runde fünf Minuten. Im Finale stehen schließlich sieben Minuten zur Verfügung.
Inhaltlich sind den Autorinnen und Autoren dabei kaum Grenzen gesetzt. Nach Angaben der Veranstalter gilt ausdrücklich: „Alles ist erlaubt“. Neben klassischen Lesungen sind damit auch ungewöhnlichere und performative Formen möglich. Eine Fachjury gibt es nicht. Das Publikum entscheidet mit seinem Applaus, wer die nächste Runde erreicht und am Ende den Titel „Herzblatt“ erhält.
Eine vollständige Liste der zehn Teilnehmenden wurde bislang nicht veröffentlicht. Bestätigt sind jedoch unter anderem die Münsteraner Autorin Katja Angenent und Maike Frie, die den Auftritt jeweils auf ihren eigenen Internetseiten angekündigt haben.
Dass das ungewöhnliche Format funktionieren kann, zeigte bereits die erste Ausgabe am 5. September 2024. Damals traten neun Autorinnen und Autoren in der Stadtteilbücherei am Hansaplatz an. Der Veranstaltungsraum war nach einem Bericht über den Abend restlos ausverkauft. Um die Reaktionen möglichst eindeutig zu bestimmen, wurde der Applaus sogar nach seiner Lautstärke gemessen.
Als erstes literarisches „Herzblatt“ Münsters setzte sich Hannah Bögemann durch. Sie überzeugte das Publikum mit Geschichten rund um die Figur Hausmeister Petrulka. Im Finale stand ihr Manfred Sestendrup gegenüber. Moderiert wurde die Premiere von Matthias Engels und Katja Angenent.
Bei der Neuauflage wächst das Teilnehmerfeld nun von neun auf zehn Schreibende. Damit knüpfen die Veranstalter nach zwei Jahren an die erfolgreiche Premiere an – eine regelmäßig stattfindende Reihe ist das Speeddating bislang nicht.
Hinter der Veranstaltung steht der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in Nordrhein-Westfalen beziehungsweise dessen Regionalgruppe Münsterland. Diese zählt nach Angaben des Literaturportals „Literaturland Westfalen“ rund 50 Mitglieder. Sprecher der Regionalgruppe ist seit 2022 der Steinfurter Autor Matthias Engels, seine Stellvertreterin ist Katja Angenent aus Münster.
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