AfD-Neujahrsempfang 2026 in Münster fällt aus: Kreisverband sagt Veranstaltung ab

Über 30.000 Menschen demonstrierten in Münster gegen den AfD Neujahrsempfang, in der größten Demonstration der Stadtgeschichte. Ein Zeichen gesellschaftlicher Solidarität und Demokratie.
Foto: David Olef

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Münster. Der AfD-Kreisverband Münster wird im kommenden Jahr keinen Neujahrsempfang abhalten. Das bestätigte Kreissprecher und Ratsherr Helmut Birke auf Anfrage von Antenne Münster. Der Verzicht auf die Veranstaltung im Historischen Rathaus ist bemerkenswert, da der Empfang zu den öffentlichkeitswirksamsten Terminen der Partei gehört. Mit dem Ausfall des AfD-Neujahrsempfangs 2026 in Münster entfällt damit auch eine der umstrittensten politischen Szenen des Jahresauftakts in der Stadt.

Gründe für den Ausfall: AfD-Neujahrsempfang in Münster 2026

Der Kreisverband erklärte gegenüber Antenne Münster, dass personelle und organisatorische Ressourcen fehlten, um den Empfang wie gewohnt vorzubereiten. Diese Begründung fügt sich in das aktuelle Bild der Partei in Münster: interne Konflikte, personelle Schwäche und kürzliche Mandatsverzichte hatten bereits in den vergangenen Monaten für Unruhe gesorgt.

Tradition mit Bruch: Bedeutung des Historischen Rathauses

Üblicherweise richtet die AfD Münster ihren Neujahrsempfang im Historischen Rathaus aus – einem Schauplatz von hoher symbolischer Bedeutung. Das Gebäude steht als Ort des Westfälischen Friedens stellvertretend für Dialog und demokratische Kultur. Jede Nutzung durch eine rechtsextreme Partei führte in der Vergangenheit zu Protesten, breiter medialer Aufmerksamkeit und Debatten über die Nutzung städtischer Räume. Der Ausfall des Neujahrsempfangs bedeutet daher auch den Verlust einer wichtigen Bühne für den Kreisverband.

Weniger Konflikte in der Innenstadt erwartet

In den vergangenen Jahren mobilisierten Bündnisse wie „Keinen Meter den Nazis“, „Münster gegen Rechts“ oder parteipolitische Gruppen regelmäßig mehrere hundert Menschen zu Gegenprotesten. Der Verzicht der AfD wird in der Stadtgesellschaft daher bemerkbar sein: Die üblichen Konfliktlinien rund um den Jahresauftakt, die große Polizeipräsenz und Demonstrationszüge bleiben voraussichtlich aus. 

AfD in Münster in der Krise

Der Ausfall des Empfangs kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der AfD-Kreisverband Münster ohnehin unter erheblichem Druck steht. Erst vor wenigen Tagen zerbrach die neu gebildete AfD-Fraktion im Rat, nachdem Ratsmitglied Hans-Jürgen Scholte Partei und Fraktion verlassen hatte – der Fraktionsstatus ging damit unmittelbar wieder verloren. Bereits in der ersten Ratssitzung hatte sich gezeigt, dass die drei Mandatsträger unterschiedliche Positionen vertraten und intern zerstritten waren. Mit nur noch zwei Ratsmitgliedern ist die Partei nun lediglich als Ratsgruppe vertreten und verfügt über weniger Rechte, weniger Mittel und weniger organisatorische Unterstützung. Der Hinweis auf „fehlende Kapazitäten“ passt damit zu den jüngsten Entwicklungen: Der Kreisverband wirkt personell geschwächt, politisch instabil und organisatorisch kaum handlungsfähig.

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