
Münster. Milchbauern aus dem Münsterland wollen am heutigen Freitagnachmittag ein Zeichen gegen die aktuelle Preispolitik der Discounter setzen. Ab 15:30 Uhr ist eine Protestaktion vor der Lidl-Filiale an der Hiltruper Straße in Münster-Wolbeck geplant. Landwirte wollen mit Traktoren vorfahren und damit auf ihre wirtschaftliche Lage aufmerksam machen. Organisiert wird der Protest vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV).
Hintergrund ist der deutliche Preisverfall bei Milchprodukten. Besonders die derzeit bei Discountern angebotene Butter für weniger als einen Euro sorgt in der Branche für Unmut. Der WLV spricht von Preisdumping und warnt vor gravierenden Folgen für die Erzeuger.
Nach Angaben des WLV sind die aktuellen Verkaufspreise für viele Milchviehbetriebe nicht mehr kostendeckend. Sinkende Erzeugerpreise würden die Einkommen der Höfe weiter unter Druck setzen und langfristig die regionale Landwirtschaft gefährden. Bereits in den vergangenen Tagen hatte der Verband auf einen bundesweiten Preissturz bei Milchprodukten hingewiesen und vor einer weiteren Verschärfung der Lage gewarnt.
Der Verband sieht insbesondere den Lebensmitteleinzelhandel in der Verantwortung. Aus Sicht der Bauern werde Butter zunehmend als Lockangebot eingesetzt, ohne Rücksicht auf die wirtschaftliche Situation der Erzeuger.
Im Rahmen der Aktion in Wolbeck will WLV-Präsident Hubertus Beringmeier einen Forderungskatalog an die Unternehmensleitung von Lidl überreichen. Darin geht es nach Angaben des Verbandes unter anderem um faire Preise entlang der Wertschöpfungskette und mehr Planungssicherheit für landwirtschaftliche Betriebe.
Welche konkreten Punkte das Papier umfasst, soll im Anschluss an die Aktion bekannt gegeben werden. Der WLV kündigte an, den Dialog mit dem Handel zu suchen, schließt aber weitere Proteste nicht aus.
Der Protest in Wolbeck knüpft an die übergeordnete Debatte um den Preisverfall bei Milchprodukten an, über die ms-aktuell.de bereits berichtet hat. Für das Münsterland hat das Thema besondere Bedeutung, da zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe in der Region von der Milchwirtschaft leben.
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