
Münster. Der geplante Verkauf der Antoniuskirche in Münster ist einen entscheidenden Schritt weiter. Das Bistum Münster hat der Veräußerung des Gotteshauses an die koptisch-orthodoxe Gemeinde zugestimmt. Das berichten die Westfälischen Nachrichten unter Berufung auf eine Sprecherin des Bistums. Ein Kaufvertrag ist allerdings noch nicht unterzeichnet. Damit verzögert sich die ursprünglich für Anfang Oktober vorgesehene Übergabe weiter.
Die katholische Pfarrei St. Joseph Münster-Süd hatte bereits im April angekündigt, die denkmalgeschützte Antoniuskirche an der Weseler Straße abgeben zu wollen. Die Verträge sollten bis zum Frühsommer unterzeichnet und das Gebäude zum 1. Oktober 2026 übergeben werden. Dieser Termin ist inzwischen verstrichen. Wann die koptisch-orthodoxe Gemeinde die Kirche tatsächlich übernehmen kann, bleibt offen. Der vorgesehene Kaufpreis beträgt symbolisch einen Euro.
Während der Verkauf näher rückt, ist die Zukunft der bisherigen Nutzer weiterhin nicht abschließend geklärt. Die polnische, spanischsprachige, tamilische und eritreische Gemeinde feiern seit vielen Jahren ihre Gottesdienste in der Antoniuskirche. Für ihre künftige Unterbringung gibt es bislang keine abschließende Gesamtlösung.
Nach Angaben des Bistums werden weiterhin Möglichkeiten für die betroffenen Gemeinden geprüft. Die erarbeiteten Vorschläge müssten allerdings noch mit den zuständigen kirchlichen Gremien abgestimmt werden.
Bereits im Frühjahr hatte die Ankündigung des Verkaufs für deutliche Kritik gesorgt. Mitglieder der betroffenen Gemeinden beklagten damals, nicht ausreichend in die Entscheidung einbezogen worden zu sein. Bei einer Gemeindeversammlung im Mai wurde das Bistum mit zahlreichen Fragen zur weiteren Nutzung und zu möglichen Ersatzstandorten konfrontiert. Auch mehrere Monate später bleibt damit eine zentrale Frage des Kirchenverkaufs unbeantwortet.
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