Camper am Mühlenhof: Warum Münsters neue Sperren eine Lücke lassen

Camper am Mühlenhof Münster: Warum die Sperren nicht reichen
Symbolbild mit KI erstellt

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Die Wohnmobile am Mühlenhof in Münster sind trotz neuer Höhensperren nicht verschwunden – sie stehen offenbar nur an anderer Stelle. Seit Mitte Mai verhindern 2,20 Meter hohe Begrenzungen die Zufahrt zu einem Parkplatz auf der Sentruper Höhe. Nach Medienberichten weichen Camper seitdem verstärkt auf den Parkplatz unmittelbar vor dem Freilichtmuseum aus. Brisant dabei: Dass genau diese Fläche nicht mit einer solchen Sperre versehen werden kann, war der Stadt schon bei der Planung bekannt.

Stadt kann ausgerechnet den Mühlenhof-Parkplatz nicht absperren

Bereits 2024 hatte der Rat ein umfassenderes Konzept für den Wohnmobiltourismus beschlossen. Darin bezeichnete die Verwaltung die Sentruper Höhe ausdrücklich als beliebten Standort für Wohnmobile, obwohl dort keine entsprechenden Flächen ausgewiesen seien. Als Probleme nannte sie Nutzungskonflikte zwischen Mühlenhof-Besuchern, Sporttreibenden und unrechtmäßig abgestellten Wohnmobilen. Vorgesehen waren eine Begrenzung der Parkdauer auf vier Stunden sowie drei Höhensperren mit 2,20 Metern Durchfahrtshöhe. Für die baulichen Maßnahmen waren damals 15.000 Euro veranschlagt.

Eine entscheidende Einschränkung hielt die Verwaltung allerdings ebenfalls fest: Der direkt dem Mühlenhof zugeordnete Bereich könne nicht durch eine Höhensperre gesichert werden, weil dieser Parkplatz auch von Bussen angefahren werden müsse. Genau dort stehen nach den aktuellen Medienberichten nun regelmäßig Wohnmobile.

Das trifft einen Parkplatz, den das Museum ausdrücklich für seine Gäste benötigt. Der Mühlenhof weist selbst darauf hin, dass direkt am Museum kostenlose Stellplätze für Pkw und Reisebusse vorhanden sind. Bei großen Veranstaltungen empfiehlt das Museum bereits die Anreise mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln, um Parkplatzprobleme zu vermeiden.

Offizielle Wohnmobilplätze sind nur wenige hundert Meter entfernt

An Alternativen mangelt es zumindest grundsätzlich nicht. Direkt am Allwetterzoo weist die Stadt neun Wohnmobilplätze aus. Sie verfügen über Strom, dürfen allerdings höchstens zwei Nächte genutzt werden. Am Hallenbad Ost nennt Münster derzeit 13 weitere Wohnmobilplätze, am Albersloher Weg sechs. Hinzu kommen private Angebote sowie der Campingplatz an der Werse, für den die städtische Tourismusseite weiterhin 70 Wohnmobilplätze ausweist.

Für ausgewiesene städtische Wohnmobilstellplätze gelten seit 2026 zudem neue Regeln: 18 Euro werden für 24 Stunden fällig, die maximale Parkdauer beträgt 48 Stunden. Der Rat hatte diese Regelung Ende 2025 beschlossen.

Interessant ist auch der Blick auf Münsters längerfristige Planung. Bereits 2024 kündigte die Stadt an, das Angebot auf dem Campingplatz an der Werse schrittweise um insgesamt 105 Wohnmobilplätze auszubauen. Die damals geplanten Erweiterungen sollten insbesondere den Druck auf problematische Standorte im Stadtgebiet reduzieren. Auf der aktuellen Tourismusseite werden am Campingplatz allerdings weiterhin 70 Plätze genannt. Ob und in welchem Umfang die damaligen Ausbaupläne inzwischen umgesetzt wurden, geht daraus nicht hervor.

Verwarnung kann günstiger sein als der offizielle Stellplatz

Damit bekommt der aktuelle Konflikt noch eine weitere Dimension. Nach den vorliegenden Medienberichten kostet ein Parkverstoß am Mühlenhof zunächst zehn Euro und nach längerer Standzeit bis zu 20 Euro. Gleichzeitig verlangt die Stadt auf ausgewiesenen Wohnmobilflächen 18 Euro für 24 Stunden. Für einzelne Camper kann der unerlaubte Standort deshalb finanziell zumindest auf den ersten Blick kaum abschreckender wirken als ein regulärer Platz.

Das eigentliche Problem am Mühlenhof ist damit nicht erst in diesem Sommer entstanden. Münster versucht seit Jahren, Wohnmobile von ungeeigneten Flächen auf offizielle Stellplätze zu lenken. Die Höhensperren setzen dieses Konzept inzwischen sichtbar um – ausgerechnet vor dem Museum bleibt aus betrieblichen Gründen jedoch eine Zufahrt offen. Und genau dort zeigt sich nun die Schwachstelle der Regelung.

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