
Münster. Der nächste Rückschlag für den Modehandel: Der traditionsreiche Herrenausstatter Wormland aus Osnabrück hat erneut Insolvenz angemeldet. Damit trifft es ein weiteres Unternehmen aus der Region, das trotz Sanierung und neuer Eigentümer dem Druck im stationären Handel nicht standhält. Für Münster ist das mehr als nur eine Randnotiz – die Pleite verdeutlicht, wie angespannt die Lage auch in westfälischen Innenstädten bleibt.
Beim Amtsgericht Osnabrück wurde vergangene Woche der Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Betroffen sind neun Filialen in acht Städten mit rund 250 Beschäftigten, darunter Standorte in Bochum, Dortmund, Oberhausen, Berlin und München. Die Löhne seien über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit vorerst gesichert, teilte das Unternehmen mit. Der Geschäftsbetrieb soll zunächst weiterlaufen.
Wormland war erst im Jahr 2024 vom Osnabrücker Modehaus Lengermann & Trieschmann (L&T) übernommen worden – nach einer ersten Insolvenz im Jahr 2023. Doch die erhoffte Stabilisierung blieb aus. Der Markt für Herrenmode gilt als schwierig: weniger Laufkundschaft, steigende Kosten, hohe Mieten und eine Konsumzurückhaltung, die gerade Modeketten stark trifft.
Die erneute Wormland-Insolvenz steht exemplarisch für den Druck, unter dem der textile Einzelhandel derzeit steht. Auch in Münster haben in den vergangenen Monaten mehrere Modegeschäfte aufgegeben – vom Concept Store an der Salzstraße bis zu kleineren Boutiquen rund um den Prinzipalmarkt. Überall zeigt sich das gleiche Muster: Die Innenstädte werden teurer, während Kunden immer häufiger online einkaufen oder weniger ausgeben.
Ein Blick nach Osnabrück macht deutlich, dass selbst etablierte Namen nicht mehr gefeit sind. Wormland, bekannt für hochwertige Herrenmode, galt jahrzehntelang als feste Größe im Premiumsegment. Nun kämpft die Marke ums Überleben – und zeigt damit, wie tiefgreifend sich der Markt verändert hat.
Viele Kundinnen und Kunden aus Münster kennen Wormland aus den Filialen in Bochum (Ruhr Park) oder Dortmund (Westenhellweg). Wer dort eingekauft oder Gutscheine besitzt, sollte aufmerksam sein. Denn in der Insolvenz sind Gutscheine und Rückgaben rechtlich nur noch Forderungen gegen die Insolvenzmasse. Ob sie eingelöst werden, hängt vom jeweiligen Standort ab. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters bleiben die Filialen vorerst geöffnet, Bestellungen sollen abgewickelt werden.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher gilt: Quittungen aufbewahren, Fristen wahren und bei Online-Käufen schriftlich widerrufen, falls die Ware noch nicht geliefert wurde. Bei Problemen lohnt sich die Kontaktaufnahme mit dem Insolvenzverwalter oder dem Verbraucherschutz.
Auch lokale Händler in Münster blicken aufmerksam auf die Entwicklung. Die Wormland-Pleite betrifft zwar keinen direkten Standort in der Stadt, aber sie sendet ein klares Signal: Selbst große Marken mit überregionaler Reichweite geraten unter Druck. Viele kleinere Häuser kämpfen mit ähnlichen Herausforderungen – steigenden Mieten, hohen Energiekosten und einem Kaufverhalten, das sich spürbar verändert hat.
Vertreter aus dem Münsteraner Einzelhandel fordern seit Längerem, dass die Innenstadt attraktiver gestaltet werden müsse – etwa durch verlängerte Öffnungszeiten, Veranstaltungen und ein stärkeres Zusammenspiel von Handel, Gastronomie und Kultur. Nur so könne man dem Onlinehandel langfristig Paroli bieten.
Während große Modeketten ins Straucheln geraten, eröffnen sich Chancen für regionale Anbieter. Maßschneider, kleine Boutiquen oder nachhaltige Labels, die auf Qualität und persönliche Beratung setzen, verzeichnen in Münster vereinzelt Zuwächse. Häuser wie Eckerle, Görtz, aber auch inhabergeführte Geschäfte in der Rothenburg oder an der Stubengasse können mit Nähe und Service punkten.
Für viele Kundinnen und Kunden ist das inzwischen ein wichtiger Grund, wieder lokal zu kaufen – besonders, wenn bekannte Namen wie Wormland ins Wanken geraten.
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