
Münster. Für Bahnpendler im Münsterland beginnt der Dienstag mit gleich mehreren Problemen. Auf drei wichtigen Verbindungen rund um Münster und Rheine sorgen defekte Züge, die Reparatur einer Weiche und die Folgen von Vandalismus für Ausfälle und Verspätungen. Besonders weitreichend sind die Einschränkungen beim RE 7: Dort fallen im Laufe des Tages sechs komplette Fahrten aus. Zwischen Münster und Westbevern müssen Reisende mit dem RE 2 und der RB 66 wegen einer Weichenreparatur mehr Zeit einplanen. Auch auf der Verbindung Richtung Haltern und Recklinghausen läuft der Verkehr beim RE 42 nicht regulär. Stand Dienstagmorgen ist bei mehreren Störungen noch nicht sicher, wann der Betrieb wieder vollständig nach Fahrplan läuft.
Die größten Auswirkungen für Fahrgäste hat derzeit die Störung auf dem RE 7. Nach Angaben der NRW-Fahrgastinformation müssen mehrere Züge repariert werden. Die Einschränkungen begannen am Dienstag um 5 Uhr und sollen voraussichtlich bis etwa 23.40 Uhr dauern. Anders als bei einer bloßen Verspätung fallen die betroffenen Verbindungen auf ihrem gesamten Laufweg aus. Gerade für Pendler zwischen Rheine, Münster und dem südlichen Nordrhein-Westfalen bedeutet das, dass sie auf andere Züge beziehungsweise den jeweils folgenden Takt ausweichen müssen.
Konkret sind sechs Fahrten betroffen: Der RE 7 von Köln Hbf um 5.21 Uhr nach Rheine um 7.51 Uhr fällt aus. Gleiches gilt für die Verbindungen Krefeld Hbf 11.35 Uhr – Rheine 14.51 Uhr und Krefeld Hbf 18.35 Uhr – Münster Hbf 21.22 Uhr. In der Gegenrichtung entfallen die Züge Rheine 8.08 Uhr – Krefeld Hbf 11.24 Uhr und Rheine 15.08 Uhr – Krefeld Hbf 18.24 Uhr. Auch die späte Fahrt Münster Hbf 22.35 Uhr – Hagen Hbf 23.37 Uhr ist gestrichen. Als Alternative verweist die Fahrgastinformation auf den jeweils folgenden Takt. Der RE 7 wird von National Express betrieben und gehört zu den wichtigen Regionalverbindungen über Münster und Rheine.
Eine zweite Störung zieht sich bereits seit Montag durch den Bahnverkehr. Zwischen Haltern am See und Marl Mitte beziehungsweise Recklinghausen Hauptbahnhof ist die Strecke aufgrund von Vandalismus beeinträchtigt. Die Störung wurde bereits am Montag, 10. August, um 10.16 Uhr gemeldet und war am frühen Dienstagmorgen weiterhin nicht vollständig behoben. Betroffen sind laut der offiziellen Meldung die Linien RE 41 und RE 42. Beim für Münster besonders wichtigen RE 42 betrifft die Störung die Verbindung über Haltern am See in Richtung Recklinghausen.
Die Folgen können deutlich über einige zusätzliche Minuten Fahrzeit hinausgehen. Mobil NRW nennt Verspätungen, Teilausfälle und sogar Ausfälle auf dem kompletten Laufweg. Ein verlässlicher Zeitpunkt, zu dem der Verkehr wieder vollständig normal laufen soll, wurde zunächst nicht genannt. Zwar wird die Meldung im System derzeit bis 9 Uhr geführt, gleichzeitig heißt es ausdrücklich, dass zur tatsächlichen Dauer noch keine belastbaren Informationen vorliegen. Fahrgäste sollten daher insbesondere vor Fahrten zwischen Münster, Haltern und dem Ruhrgebiet die konkrete Verbindung noch einmal überprüfen.
Das dritte Problem trifft vor allem Pendler zwischen Münster, dem östlichen Münsterland und Osnabrück. Seit 5.58 Uhr am Dienstagmorgen wird eine Weiche auf der Strecke von Münster Hauptbahnhof nach Westbevern repariert. Betroffen sind der RE 2 und die RB 66. Die Züge können den Abschnitt weiterhin befahren, müssen dort allerdings langsamer fahren. Dadurch entstehen Verspätungen, die sich je nach Zuglauf auch auf nachfolgende Abschnitte übertragen können.
Die RB 66 verbindet Münster unter anderem über Westbevern, Ostbevern, Kattenvenne, Lengerich, Natrup-Hagen und Hasbergen mit Osnabrück. Wer morgens von diesen Orten nach Münster pendelt oder in Gegenrichtung unterwegs ist, sollte deshalb zusätzliche Zeit einplanen. Regulär benötigt die RB 66 von Münster bis Westbevern nur wenige Minuten; schon eine Langsamfahrstelle auf diesem stark genutzten Abschnitt kann jedoch Auswirkungen auf den Takt haben. Auch für diese Reparatur liegt nach Angaben der Fahrgastinformation bislang kein gesicherter Abschlusszeitpunkt vor. Die Meldung wird zunächst bis 7.58 Uhr geführt.
Ungewöhnlich ist am Dienstagmorgen vor allem die Kombination der Störungen. Mit RE 7, RE 42, RE 2 und RB 66 sind mehrere Linien betroffen, die Münster mit Rheine, Osnabrück sowie dem nördlichen Ruhrgebiet verbinden. Damit können sowohl Reisende aus dem Münsterland in Richtung Münster als auch Berufspendler auf dem Weg aus der Stadt heraus von Einschränkungen betroffen sein. Beim RE 7 stehen bereits konkrete Komplettausfälle bis in den späten Abend fest, während die Auswirkungen der beiden Streckenstörungen kurzfristiger vom Fortgang der Reparaturen abhängen.
Hinzu kommt, dass sich Verspätungen im Regionalverkehr nicht immer auf den unmittelbar gestörten Abschnitt beschränken. Müssen Züge auf einer Strecke langsamer fahren oder endet eine Verbindung vorzeitig, können Fahrzeuge und Personal für spätere Umläufe verspätet bereitstehen. Ob dies am Dienstag zu weiteren Ausfällen führt, lässt sich am frühen Morgen noch nicht seriös vorhersagen. Die offizielle Fahrgastinformation rät deshalb ausdrücklich dazu, die persönliche Verbindung kurz vor der Abfahrt erneut in den digitalen Reiseauskünften zu prüfen.
Wer am Dienstag mit dem RE 7 unterwegs ist, sollte besonders genau auf die genannten Abfahrtszeiten achten, da hier nicht lediglich einzelne Halte entfallen, sondern sechs Fahrten vollständig gestrichen sind. Für Reisende von Rheine über Münster in Richtung Ruhrgebiet und Rheinland kann sich dadurch die Fahrt deutlich verschieben. Beim RE 42 sind kurzfristige Änderungen möglich, während beim RE 2 und der RB 66 zwischen Münster und Westbevern vor allem mit Verspätungen gerechnet werden muss.
Da sich Störungsmeldungen im Laufe des Morgens kurzfristig ändern können, empfiehlt sich unmittelbar vor der Fahrt ein Blick in die elektronische Fahrplanauskunft. Zuginfo NRW beziehungsweise Mobil NRW bündelt die Informationen der Eisenbahnverkehrsunternehmen und der SPNV-Regiezentrale für Nordrhein-Westfalen. Gerade bei laufenden Reparaturen können Prognosen zum Ende einer Störung mehrfach angepasst werden. Für Pendler rund um Münster heißt es deshalb an diesem Dienstagmorgen: lieber etwas zusätzliche Zeit einplanen – und vor dem Weg zum Bahnhof noch einmal den aktuellen Zuglauf kontrollieren.






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