Entscheidung zur Kita Killingstraße in Münster sorgt für politische Debatte

Zu wenige Kinder, zu viele Kita-Plätze: Münster plant Schließungen, Gruppenabbau und Finanzhilfen für Träger. Entscheidung im März.
Foto: La-Rel Easter auf Unsplash

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Münster. Die Diskussion um die Kita Killingstraße Münster hat in der Bezirksvertretung Nord Münster zu einer intensiven Auseinandersetzung geführt. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob die Einrichtung angesichts sinkender Kinderzahlen und eines Überangebots an Betreuungsplätzen geschlossen werden soll. Nach längerer Beratung sprach sich eine Mehrheit des Gremiums gegen die geplante Aufgabe der Einrichtung aus. Damit ist die Entscheidung jedoch noch nicht endgültig gefallen, denn zuständig ist letztlich der Fachausschuss des Rates.

Hintergrund der Debatte sind strukturelle Veränderungen in der Kinderbetreuung. Nach Angaben der Verwaltung sind die Geburtenzahlen in Münster zuletzt deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig wurde das Angebot an Betreuungsplätzen in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Diese Entwicklung führt nun in einzelnen Stadtteilen zu freien Kapazitäten. Besonders in Kinderhaus ist die Dichte städtischer Einrichtungen hoch: Von insgesamt 22 städtischen Kitas befinden sich fünf in diesem Stadtteil. Das Jugendamt Münster sieht darin eine Herausforderung für die Auslastung einzelner Häuser.

Verwaltung verweist auf Überangebot und Systemrisiken

Vertreter der Stadtverwaltung erläuterten im Gremium, dass das derzeitige Überangebot sowohl auf den Rückgang der Geburten als auch auf frühere Ausbauprogramme zurückzuführen sei. In der Vergangenheit habe der Fokus darauf gelegen, fehlende Plätze zu schaffen. Nun sei die Situation eine andere. Nach Darstellung der Verwaltung könnten dauerhaft niedrige Belegungszahlen wirtschaftliche Folgen haben. Besonders freie Träger, die im System gesetzlich vorrangig berücksichtigt werden müssen, seien auf stabile Auslastungen angewiesen.

Ein dauerhaftes Überangebot könne dazu führen, dass einzelne Einrichtungen wirtschaftlich unter Druck geraten. Damit bestehe die Gefahr, dass das gesamte Betreuungsangebot ins Ungleichgewicht gerät. Bereits umgesetzte Maßnahmen wie die Reduzierung von Gruppen oder das Auslaufen befristeter Lösungen hätten bislang nicht ausgereicht, um eine spürbare Entlastung zu erzielen. Vor diesem Hintergrund halte die Stadt es für notwendig, auch die Schließung einer eigenen Einrichtung zu prüfen.

In der politischen Diskussion wurde zudem die Situation der aktuell noch betreuten Kinder thematisiert. Nach Verwaltungsangaben seien Wechseloptionen in benachbarte Einrichtungen vorhanden. Ein Zertifizierungsverfahren zur Anerkennung als Familienzentrum sei für die Kita Brüningheide geplant, wodurch perspektivisch zusätzliche Angebote entstehen könnten. Vorschläge aus der Politik, beide Einrichtungen organisatorisch zusammenzuführen, stießen bei der Verwaltung auf Skepsis.

Mehrheit gegen Schließung – Entscheidung noch offen

In der Abstimmung votierten CDU und SPD gegen die Schließung der Kita Killingstraße. Die Grünen enthielten sich und verwiesen darauf, dass die abschließende Bewertung im zuständigen Fachausschuss erfolgen solle. Damit bleibt die Frage der Zukunft der Einrichtung weiter offen.

Zusätzlich wurde ein Antrag formuliert, die Stadt solle ihre Informations- und Beratungsangebote verstärken. Ziel sei es, Eltern in Stadtteilen wie Kinderhaus und Coerde, deren Kinder bislang keine Kita besuchen, stärker auf bestehende Betreuungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen.

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