Erst für 152 Euro beworben: Münster-Helgoland-Flug schon wieder gestrichen

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Symbolbild: Eva Darron

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Münster. Erst vor wenigen Tagen wurde die Verbindung groß beworben, nun ist sie schon wieder Geschichte: AirTaxi Express stellt seine Flüge nach Helgoland ein. Damit fällt auch der Münster-Helgoland-Flug weg, für den das Unternehmen zuletzt einen Preis von 152 Euro pro Person beworben hatte. Hintergrund sind besondere Vorgaben für den gewerblichen Personenverkehr auf dem Flugplatz Helgoland-Düne.

Münster-Helgoland-Flug nach wenigen Tagen wieder vom Tisch

Am 25. September hatte ms-aktuell über das ungewöhnliche Angebot berichtet. AirTaxi Express warb damals mit einem Flug von Münster nach Helgoland für 152 Euro pro Person. Zum Einsatz sollten kleine Ultraleichtflugzeuge kommen, die jeweils einen Passagier neben dem Piloten befördern können.

Nur wenige Tage später folgte die Kehrtwende. AirTaxi Express teilte Ende September mit, sämtliche Flüge nach Helgoland aus „regulatorischen Gründen“ einzustellen. Damit ist auch das erst kurz zuvor beworbene Angebot aus Münster betroffen.

Andere Ziele des Unternehmens sind von dieser Entscheidung nicht grundsätzlich betroffen. Das Problem betrifft vielmehr besondere Voraussetzungen für gewerbliche Passagierflüge nach Helgoland.

Zwei Motoren für gewerbliche Flüge nach Helgoland vorgeschrieben

Am Flugplatz Helgoland-Düne gelten spezielle Anforderungen. Anflüge im gewerblichen Personenluftverkehr dürfen dort nur mit mindestens zweimotorigen Luftfahrzeugen durchgeführt werden. Zusätzlich sind für die eingesetzten Piloten vor dem ersten Einsatz Einweisungs- und Probeflüge vorgeschrieben.

AirTaxi Express setzte für die beworbenen Verbindungen dagegen einmotorige Ultraleichtflugzeuge ein. Nach Darstellung des Unternehmens war zunächst unklar, ob die besondere Vorgabe auch für gewerblich eingesetzte Ultraleichtflugzeuge gilt. Nach einer Abstimmung mit dem Flugplatzbetreiber kam AirTaxi Express zu dem Ergebnis, die Verbindungen nicht weiterzuführen.

Eine Umstellung auf geeignete zweimotorige Flugzeuge ist nach Angaben des Unternehmens unter den derzeitigen Bedingungen wirtschaftlich nicht darstellbar.

Angebot aus Münster wurde erst kurz zuvor beworben

Für Münster kommt das Aus besonders schnell. Noch wenige Tage zuvor hatte AirTaxi Express mit der Strecke „Münster > Helgoland“ geworben. Der Aktionspreis lag bei 152 Euro pro Person.

Schon damals handelte es sich nicht um einen klassischen Linienflug. Die Verbindung sollte mit einem Ultraleichtflugzeug und nach Sichtflugregeln durchgeführt werden. Solche Flüge sind unter anderem stärker von Wetter und Sichtbedingungen abhängig als reguläre Linienverbindungen mit größeren Verkehrsflugzeugen.

Welcher Flugplatz in der Region Münster konkret als Ausgangspunkt vorgesehen war, ging aus der damaligen Werbung nicht eindeutig hervor.

Auch der Rabattcode hatte für Aufmerksamkeit gesorgt

Zusätzliche Aufmerksamkeit bekam das Angebot durch den Rabattcode „REINHOLD50“. Nur wenige Tage zuvor hatte Lars Reinhold, Chefredakteur des Luftfahrt-Fachmagazins „aerokurier“, kritisch über AirTaxi Express berichtet.

Hintergrund war damals eine Auseinandersetzung um geplante Helgoland-Flüge vom Sonderlandeplatz Nordholz-Spieka. Ob der Name des Rabattcodes tatsächlich auf Reinhold anspielte, bestätigte AirTaxi Express nicht ausdrücklich.

Der „aerokurier“ hat die inzwischen eingestellten Helgoland-Flüge erneut aufgegriffen. Darin wird auch das zuvor beworbene Angebot von Münster nach Helgoland für 152 Euro genannt.

Fragen zur vorherigen Abstimmung mit dem Flugplatz

Inzwischen gibt es außerdem unterschiedliche Darstellungen dazu, wie die geplanten gewerblichen UL-Flüge zuvor mit dem Betreiber auf Helgoland abgestimmt waren. Der Betriebsleiter der Helgoland Air Service erklärte gegenüber dem „aerokurier“, dem Flugplatz sei zunächst nicht bekannt gewesen, dass entsprechende Ultraleichtflugzeuge im Rahmen eines gewerblichen Angebots eingesetzt wurden.

Erst später habe AirTaxi Express konkret angefragt, ob gewerbliche Passagierflüge mit Ultraleichtflugzeugen nach Helgoland möglich seien. Nach Auffassung des Flugplatzbetreibers erfüllen einmotorige Maschinen die hierfür geltenden Voraussetzungen nicht.

Diese Darstellung stammt vom Flugplatzbetreiber. Eine ausführliche Stellungnahme von AirTaxi Express zu diesen konkreten Vorwürfen liegt ms-aktuell bislang nicht vor.

Rechtliche Einordnung nicht in jedem Detail eindeutig

Auch die rechtliche Bewertung ist nicht vollkommen unumstritten. Ein vom „aerokurier“ befragter Luftrechtler verweist darauf, dass die deutsche und englische Fassung der entsprechenden Regelung unterschiedlich ausgelegt werden könnten.

Nach seiner Einschätzung sprechen der Wortlaut und der Sicherheitszweck der Vorschrift allerdings eher dafür, dass die Zwei-Motoren-Regel auch bei gewerblicher Personenbeförderung mit Ultraleichtflugzeugen greift.

Für das konkrete Angebot aus Münster spielt diese Diskussion zunächst keine Rolle mehr. AirTaxi Express hat die Konsequenz gezogen und seine Helgoland-Flüge eingestellt.

Für Münster ist das 152-Euro-Angebot damit Geschichte

Damit endet das erst wenige Tage zuvor beworbene Angebot überraschend schnell. Für 152 Euro von Münster nach Helgoland zu fliegen, wird in der angekündigten Form vorerst nicht möglich sein.

Grundsätzlich bleibt Helgoland weiterhin mit dem Flugzeug erreichbar. Für gewerblichen Personenverkehr gelten dort jedoch besondere Voraussetzungen, die das von AirTaxi Express eingesetzte Fluggerät nicht erfüllt.

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