
Der 1. FC Köln will nach Informationen von Sky Sport trotz des durchwachsenen Starts in die neue Bundesliga-Saison an Cheftrainer René Wagner festhalten. Ein mögliches Endspiel um seinen Arbeitsplatz im kommenden Derby gegen Borussia Mönchengladbach soll es demnach nicht geben. Sky Sport berichtete am Donnerstagabend, 1. Oktober, dass die sportliche Führung und die zuständigen Vereinsgremien die Situation ausführlich besprochen und Wagner weiterhin ihr Vertrauen ausgesprochen hätten.
Eine neue offizielle Erklärung des 1. FC Köln zu dieser Meldung lag am Donnerstagabend zunächst nicht vor. René Wagner bleibt Trainer ist damit aktuell eine von Sky Sport berichtete Entscheidung, während der Verein selbst seine Haltung zur jüngsten Diskussion noch nicht erneut öffentlich formuliert hat. Dass Wagner grundsätzlich langfristig eingeplant ist, steht dagegen fest. Sein Vertrag läuft bis 2028.
Nach Angaben von Sky Sport steht ein kurzfristiger Trainerwechsel derzeit nicht zur Debatte. Die Verantwortlichen wollten Wagner weiter die Möglichkeit geben, die Mannschaft zu entwickeln und zu stabilisieren. Gleichzeitig werde die sportliche Entwicklung genau beobachtet. Hintergrund ist der bisher wechselhafte Saisonstart des Bundesligisten.
Nach vier Bundesliga-Spieltagen steht Köln mit vier Punkten auf Rang 13. Die Bilanz besteht aus einem Sieg, einem Unentschieden und zwei Niederlagen bei 6:9 Toren. Zum Auftakt gewann der FC mit 3:2 gegen die TSG Hoffenheim. Danach folgten ein 1:4 beim VfB Stuttgart, ein 1:1 gegen Werder Bremen und ein 1:2 beim Hamburger SV.
Damit blieb Köln zuletzt drei Bundesliga-Spiele in Folge ohne Sieg. Von einer akuten Abstiegsposition kann nach erst vier Spieltagen allerdings ebenfalls keine Rede sein. Die Mannschaft liegt einen Punkt vor dem Relegationsplatz. Das nächste Ligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach soll laut Sky deshalb nicht darüber entscheiden, ob Wagner im Amt bleibt.
Wagner hatte die Mannschaft im März 2026 zunächst interimsweise übernommen. Der 1. FC Köln stellte damals Lukas Kwasniok frei, nachdem der Club in der Schlussphase der Saison einen negativen sportlichen Trend gesehen hatte. Wagner war zuvor bereits als Co-Trainer Teil des Trainerstabs gewesen.
Unter Wagner gelang anschließend der Klassenerhalt. In seinen sieben Bundesliga-Partien als Interimstrainer kam Köln auf einen Sieg, drei Unentschieden und drei Niederlagen. Nach Saisonende entschied sich der Verein dafür, aus der Übergangslösung eine langfristige Zusammenarbeit zu machen. Am 22. Mai unterschrieb Wagner einen Vertrag bis 2028.
Geschäftsführer Thomas Kessler begründete die Entscheidung damals unter anderem mit Wagners sportlicher Kompetenz, seiner Führung und seinen Vorstellungen von der weiteren Entwicklung der Mannschaft. Wenige Wochen später machte Kessler beim Trainingsstart deutlich, dass die Personalentscheidung eng mit der Planung für die neue Saison verbunden war. Über Wagner sagte er wörtlich: „Er hat das Vertrauen des kompletten Clubs.“
Seit Wagners Übernahme als Chefverantwortlicher im März kommt Köln über die vergangene und die laufende Saison hinweg auf drei Siege, vier Unentschieden und fünf Niederlagen in zwölf Pflichtspielen. Darin enthalten ist auch der Erfolg im DFB-Pokal gegen die Würzburger Kickers in der laufenden Spielzeit.
Die Entscheidung für Wagner wurde im Sommer nicht unabhängig von der Kaderentwicklung getroffen. Kessler erklärte bereits im Juli, dass Trainer und sportliche Führung bei der Zusammenstellung der Mannschaft eng zusammengearbeitet hätten. Gleichzeitig formulierte der Geschäftsführer als zentrales Saisonziel den Klassenerhalt und die mittelfristige Stabilisierung des 1. FC Köln in der Bundesliga.
Der Kader wurde im Sommer auf mehreren Positionen verändert. Unter anderem kamen Spieler wie Ellyes Skhiri, Thijs Dallinga, Mikey Moore und Reigan Heskey hinzu. Bereits beim Trainingsstart hatte der Club zudem mehrere junge Spieler aus der eigenen Akademie eingebunden. Die Entwicklung einer teilweise neu zusammengesetzten Mannschaft gehört damit zu dem Auftrag, für den Wagner im Frühjahr einen langfristigen Vertrag erhalten hatte.
Wagner selbst hatte nach dem 1:1 gegen Werder Bremen Mitte September auf diesen Umbruch verwiesen. Köln begann die Begegnung mit fünf Sommerneuzugängen in der Startelf. Der Trainer erklärte damals, dass eine Mannschaft in dieser Phase zunächst Stabilität entwickeln müsse.
Für den 38-Jährigen ist die aktuelle Aufgabe nicht seine erste Tätigkeit in Köln. Wagner arbeitete von 2021 bis Ende 2023 als Co-Trainer von Steffen Baumgart beim FC. Anschließend folgte er Baumgart zum Hamburger SV und später zum 1. FC Union Berlin. Zuvor war er unter anderem beim SC Paderborn sowie im US-amerikanischen Fußball als Trainer und Co-Trainer tätig. Im Sommer 2025 kehrte Wagner als Co-Trainer nach Köln zurück.
Während seiner Zeit außerhalb Kölns absolvierte Wagner zudem den Trainerlehrgang des englischen Fußballverbandes und erwarb die international anerkannte Pro License. Als der FC im März 2026 einen neuen Impuls auf der Trainerposition suchte, rückte er zunächst intern zum Cheftrainer auf.
Nach dem Klassenerhalt setzte sich Wagner anschließend auch im Auswahlprozess für die dauerhafte Besetzung des Trainerpostens durch. Kessler erklärte Ende Mai, Wagner sei dabei nicht der einzige Kandidat gewesen. Der Trainer habe mit seinen Vorstellungen zur Mannschafts- und Spielerentwicklung überzeugt. Auch das damalige Präsidium stellte sich öffentlich hinter die Entscheidung.
Die aktuelle Sky-Meldung fügt sich damit in die langfristige Planung ein, die der Club erst vor gut vier Monaten beschlossen hatte. Trotz vier Punkten aus den ersten vier Bundesliga-Spielen soll diese Entscheidung derzeit nicht grundsätzlich infrage gestellt werden. Eine aktuelle Bestätigung des Vereins zu den von Sky geschilderten internen Beratungen gab es am Donnerstagabend zunächst nicht.






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