Fast 60 Prozent der Unfallopfer in Münster waren Radfahrende

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Foto: PIxabay

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Münster. Fast 60 Prozent der Menschen, die 2025 bei Verkehrsunfällen in Münster verletzt oder getötet wurden, waren mit dem Fahrrad oder Pedelec unterwegs. Das geht aus der neuen Verkehrsunfallstatistik hervor. Demnach entfielen 59,79 Prozent der Verunglückten auf Rad- und Pedelecnutzende. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr sechs Menschen bei Verkehrsunfällen getötet, 147 schwer verletzt und 1.491 leicht verletzt. Damit registrierte die Polizei insgesamt 1.644 Menschen, die bei Unfällen im Straßenverkehr zu Schaden kamen.

Für eine Stadt, die seit Jahren als Fahrradstadt gilt, ist das ein besonders markanter Befund. Denn die Statistik zeigt nicht nur, dass viele Radfahrende betroffen waren. Sie zeigt auch, in welchen Situationen besonders häufig schwere Konflikte entstehen.

Viele verletzte Radfahrende bei Unfällen mit Kraftfahrzeugen

Ein genauerer Blick auf die Unfallkonstellationen macht deutlich, wo ein großer Teil der Risiken im Straßenverkehr liegt. Bei 516 Unfällen mit verletzten Rad- oder Pedelecnutzenden waren Kraftfahrzeuge beteiligt. In 405 dieser Fälle wurden die Kraftfahrzeuge als Hauptverursacher erfasst.

Dabei geht es nicht nur um Pkw. In der Statistik werden unter Kraftfahrzeugen auch Lastwagen oder Busse geführt. Die Zahlen legen nahe, dass ein erheblicher Teil der gefährlichen Situationen dort entsteht, wo Radverkehr und motorisierter Verkehr unmittelbar aufeinandertreffen.

983 verunglückte Rad- und Pedelecnutzende im Jahr 2025

Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 983 verunglückte Radfahrerinnen, Radfahrer und Pedelecnutzende. Das entspricht einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Vier Menschen aus dieser Gruppe starben infolge eines Verkehrsunfalls.

Der Radverkehr prägt damit die Unfallstatistik der Stadt stärker als jede andere Verkehrsart. Während andere Gruppen teilweise rückläufige Zahlen verzeichneten, verschob sich der Schwerpunkt der Verunglückten weiter in Richtung Fahrrad- und Pedelecverkehr.

Weniger Unfälle insgesamt, aber mehr Unfälle mit Personenschaden

Die Verkehrsunfallstatistik zeigt für Münster eine auffällige Entwicklung. Zwar sank die Gesamtzahl der registrierten Verkehrsunfälle im Jahr 2025 auf 10.916 und lag damit unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig nahm jedoch die Zahl der Unfälle mit Personenschaden zu.

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Insgesamt registrierte die Polizei 1.462 Verkehrsunfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden. Im Jahr zuvor waren es noch 1.385 gewesen.

Damit hat sich auch das Verhältnis der Unfallarten verschoben. Während 2024 noch rund 12 Prozent aller Unfälle zu Verletzten oder Toten führten, lag dieser Anteil 2025 bereits bei mehr als 13 Prozent. Anders gesagt: Insgesamt passierten zwar etwas weniger Unfälle, doch ein größerer Teil davon endete mit Personenschaden.

Für die Bewertung der Verkehrssicherheit ist genau diese Entwicklung entscheidend. Denn eine sinkende Gesamtzahl von Unfällen bedeutet nicht automatisch, dass der Straßenverkehr insgesamt sicherer geworden ist, wenn gleichzeitig häufiger Menschen zu Schaden kommen.

Abbiegefehler gehören weiterhin zu den häufigsten Unfallursachen

Die Statistik nennt auch typische Ursachen für Unfälle mit verletzten Menschen. Besonders häufig spielen Fehler beim Abbiegen eine Rolle. Allein 205 Unfälle mit Personenschaden wurden darauf zurückgeführt.

Daneben gehören auch Vorfahrtsverstöße sowie ungenügender Sicherheits- und Seitenabstand zu den häufig genannten Ursachen bei Unfällen mit Radfahrenden. Gerade an Kreuzungen und Einmündungen entstehen dadurch immer wieder gefährliche Situationen.

Radverkehr bleibt zentrales Thema der Verkehrssicherheit in Münster

Für Münster hat die Entwicklung besondere Bedeutung. Der hohe Anteil an Radverkehr ist ein prägendes Merkmal der Stadt. Gleichzeitig zeigt die Unfallstatistik, dass genau diese Gruppe besonders häufig von schweren Unfallfolgen betroffen ist.

Die Zahlen machen damit deutlich, wo die größten Herausforderungen für die Verkehrssicherheit im Stadtgebiet liegen. Ein großer Teil der Risiken entsteht dort, wo der dichte Radverkehr auf den motorisierten Verkehr trifft.

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