
Münster. Die Fernwärme Coerde ist in Münster längst mehr als eine einzelne Baustelle. Zwischen Königsberger Straße, Görlitzer Straße und Hohem Heckenweg entsteht derzeit ein neues Kapitel der Fernwärme Münster – sichtbar an aufgerissenen Fahrbahnen, Ampelregelungen und schweren Baggern. Was nach Dauerprovisorium aussieht, ist Teil eines groß angelegten Infrastrukturprojekts der Stadtnetze Münster, das die Versorgung eines ganzen Stadtteils sichern soll. Gleichzeitig erinnern jüngste Störungen daran, wie sensibel ein über Jahrzehnte gewachsenes Wärmenetz sein kann.
Auf der Königsberger Straße arbeiten mehrere Kolonnen parallel. Während ein Bautrupp Leitungen austauscht, bereitet ein anderer bereits die nächsten Abschnitte vor. Die Trasse verläuft abschnittsweise in der Fahrbahn, teilweise auch im Parkstreifen. Der Verkehr wird über eine Baustellenampel geregelt, die jeweils nur kurze Strecken freigibt. Ziel ist es, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten – ganz vermeiden lassen sie sich nicht.
Im Sommer sollen in diesem Bereich die Oberflächen wiederhergestellt werden. Danach rückt die Baustelle weiter, unter anderem in Richtung Breslauer Straße. Die Arbeiten sind Teil eines größeren Plans: Das Netz in Coerde gehört zu den ältesten Wärmenetzen Münsters. Viele Leitungen stammen noch aus den 1970er-Jahren. Seit der Übernahme durch die Stadtwerke Münster im Jahr 2023 wird das rund 16,5 Kilometer lange Netz mit 662 Hausanschlüssen schrittweise modernisiert. Ein erheblicher Anteil versorgt Mehrfamilienhäuser und große Wohnanlagen – entsprechend hoch ist die Bedeutung für den Stadtteil.
Nicht überall läuft es nach Plan. In der Görlitzer Straße und am Kemperweg mussten die Zeitachsen angepasst werden. Ursache ist ein defekter Haubenkanal, der wegen großflächiger Undichtigkeiten komplett ersetzt werden muss. Solche Befunde zeigen sich oft erst, wenn die Straße geöffnet ist. Die Folge: zusätzliche Bauzeit und verlängerte Verkehrsführung.
Auch am Hohen Heckenweg kam es zu außerplanmäßigen Eingriffen. Dort mussten Kompensatoren getauscht werden, nachdem eine Störung festgestellt worden war. Bei der Überprüfung zeigten sich Risse in der Isolierung. Zudem trat im Bereich Meerwiese und Josefine-Mauser-Straße Dampf aus – ein Hinweis auf eine Undichtigkeit an einem Fernwärmerohr. Für die Reparatur wurde der Abschnitt vorübergehend außer Betrieb genommen. 126 Hausanschlüsse waren zeitweise betroffen.
Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte es in Coerde und angrenzenden Bereichen eine größere Beeinträchtigung gegeben. Rund 500 Anschlüsse waren zeitweise nur eingeschränkt versorgt, nachdem es erneut zu einem Dampfaustritt gekommen war. Solche Vorfälle erhöhen den Druck, die Modernisierung zügig voranzubringen.
Die Erneuerung des Fernwärmenetzes in Coerde ist kein kurzfristiges Projekt. Nach derzeitiger Planung wird sie in mehreren Bauabschnitten bis 2039 fortgeführt. Neue Leitungen sollen widerstandsfähiger sein und länger halten als ihre Vorgänger. Zusätzlich wird ein integriertes Überwachungssystem installiert, das Leckagen künftig präziser lokalisieren kann. Reparaturen sollen dadurch schneller und gezielter erfolgen.
Ein gleichzeitiger Glasfaserausbau ist technisch nicht vorgesehen, da beide Infrastrukturen in unterschiedlichen Tiefen verlegt werden und unterschiedliche Bauabläufe erfordern. Stattdessen konzentrieren sich die Stadtnetze Münster darauf, die Wärmeversorgung stabiler und effizienter zu machen.
Für Coerde bedeutet das: Auch wenn einzelne Abschnitte in den kommenden Monaten abgeschlossen werden, bleibt die Baustelle Coerde ein sichtbares Zeichen eines umfassenden Umbaus. Die Fernwärme Münster wird hier nicht nur repariert, sondern neu gedacht – mit allen Begleiterscheinungen, die ein solches Großprojekt im urbanen Raum mit sich bringt.
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