
Münster. Die finanziellen Probleme des Bistums Münster sind auch 2027 nicht gelöst. Für den nordrhein-westfälischen Teil des Bistums ist erneut ein Millionenminus eingeplant: Bei 778,5 Millionen Euro Erträgen und 783,2 Millionen Euro Aufwendungen soll das Defizit 4,7 Millionen Euro betragen. Zwar fällt das Minus deutlich kleiner aus als in den vergangenen Haushaltsplanungen, doch sinkende Mitgliederzahlen, rückläufige Kirchensteuereinnahmen und weiterer Sparbedarf setzen das Bistum langfristig unter Druck.
Die Kirchensteuer bleibt auch 2027 die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle. Das Bistum rechnet mit 477,4 Millionen Euro – rund 61 Prozent aller geplanten Erträge. Gegenüber dem tatsächlichen Ergebnis von 2025 erwartet das Bistum bei Kirchenlohn- und Kircheneinkommensteuer allerdings einen Rückgang von 8,3 Millionen Euro.
Grundlage für den Haushalt des Bistums Münster 2027 sind die tatsächlichen Zahlen aus 2025 und die Kirchensteuerschätzung vom Mai 2026. Zusätzlich wurde ein Sicherheitsabschlag für geopolitische Risiken und mögliche Auswirkungen der Inflation berücksichtigt.
Dass das geplante Minus 2027 deutlich kleiner ausfällt, liegt vor allem an geringeren Aufwendungen für die Altersversorgung. Diese sollen um 26,3 Millionen Euro sinken. Nach Angaben des Bistums besteht bei der Absicherung der Versorgungsverpflichtungen inzwischen keine Finanzierungslücke mehr.
Zum Vergleich: Für 2025 hatte das Bistum ursprünglich ein Defizit von 26,1 Millionen Euro eingeplant, für 2026 sind es 18,9 Millionen Euro. Mit 4,7 Millionen Euro fällt das geplante Minus für 2027 somit deutlich geringer aus.
Dabei handelt es sich allerdings ausdrücklich um eine Haushaltsplanung. Wie stark Plan und tatsächliches Ergebnis voneinander abweichen können, zeigte 2025: Statt eines erwarteten Millionenverlustes schloss das Jahr tatsächlich mit einem Überschuss von 14,08 Millionen Euro ab. Gründe waren unter anderem höhere Kirchensteuereinnahmen und Kapitalerträge, geringere Personalkosten durch unbesetzte Stellen sowie verschobene Bauprojekte.
Die Zuweisungen an die Kirchengemeinden sollen 2027 um zwei Prozent beziehungsweise rund 2,2 Millionen Euro steigen. Insgesamt entfallen 267,4 Millionen Euro auf den Bereich Kirchengemeinden. Darin sind neben Zuweisungen allerdings auch weitere Aufwendungen enthalten, beispielsweise für Kindertageseinrichtungen.
Ein weiterer großer Kostenblock bleibt das Personal. Dafür sind 263,4 Millionen Euro vorgesehen. Für Caritasverbände, Beratungsangebote sowie Jugend-, Alten-, Kranken- und weitere Hilfen plant das Bistum 36,2 Millionen Euro ein.
Die kurzfristig bessere Haushaltsplanung ändert nichts an einem grundlegenden Problem: Das Bistum verliert weiterhin Mitglieder. Für 2025 wurden im gesamten Bistum Münster noch 1.589.793 Katholiken ausgewiesen. Ein Jahr zuvor waren es 1.630.544. Allein 2025 wurden 22.068 Kirchenaustritte gezählt.
Auch langfristig ist der Trend deutlich. Im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums sank die Mitgliederzahl zwischen 2007 und 2023 bereits um rund 325.000 Menschen beziehungsweise etwa 18,5 Prozent. Eine vom Bistum herangezogene Prognose geht davon aus, dass sich bis 2060 sowohl die Zahl der Katholiken als auch die Kirchensteuereinnahmen ungefähr halbieren könnten.
Der Sparkurs ist deshalb noch lange nicht beendet. Eine seit 2020 laufende Sparrunde mit einem Volumen von 32,7 Millionen Euro ist nach Angaben des Bistums weitgehend umgesetzt. Bis 2030 sollen jedoch weitere 45 Millionen Euro eingespart werden.






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