
Münster. Auszeichnung im Rathaus, Protest auf der Straße: Wenn die NATO am Donnerstag in Münster den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens erhält, wollen mehrere Friedensgruppen dagegen demonstrieren. Der Protest beginnt um 15 Uhr am Schlossplatz und führt anschließend zum Prinzipalmarkt. Die Veranstalter kritisieren vor allem, dass ausgerechnet ein Militärbündnis mit einem Friedenspreis ausgezeichnet wird. Aufruf zum Protest am 1.10.26
Der Protest gegen den Friedenspreis für die NATO beginnt am Donnerstag, 1. Oktober, um 15 Uhr am Eingang des 1. Deutsch-Niederländischen Corps am Schlossplatz. Zu dem Bündnis gehören unter anderem die DFG-VK Münster, die Friedensinitiative Münster, die Pax-Christi-Basisgruppe Münster, „Signal aus Münster und Osnabrück“ sowie der DGB Münster. Aufruf zum Protest am 1.10.26
Nach ersten Redebeiträgen soll sich der Demonstrationszug um 15.30 Uhr in Richtung Prinzipalmarkt bewegen. Laut Veranstaltungsflyer beginnt dort um 16.15 Uhr die Abschlusskundgebung. Angekündigt sind unter anderem Beiträge von Kathrin Vogler von der DFG-VK, Wolfgang Kowallick von Pax Christi, Udo Buchholz von der Anti-Atominitiative Gronau, Franz Nadler von Connection e.V. und Robert Hülsbusch von „Sicherheit neu denken“. Außerdem soll Pit Budde für Musik sorgen. Aufruf zum Protest am 1.10.26
Die Organisatoren sehen einen grundlegenden Widerspruch zwischen ihrem Verständnis des Westfälischen Friedens und der Auszeichnung eines Militärbündnisses. Sie verbinden den historischen Friedensschluss mit Verhandlungen, Ausgleich und ziviler Konfliktlösung. Die NATO stehe dagegen für Abschreckung und militärische Fähigkeiten. Nach Auffassung der Veranstalter werde durch die Preisvergabe die Grenze zwischen ziviler Friedenspolitik und militärischer Sicherheitspolitik verwischt. Dabei handelt es sich um die politische Bewertung des Protestbündnisses. Aufruf zum Protest am 1.10.26
Die Preisverleihung findet am selben Tag im Historischen Rathaus statt. Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) verleiht den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens 2026 an die NATO. Generalsekretär Mark Rutte nimmt die Auszeichnung stellvertretend entgegen, Bundeskanzler Friedrich Merz hält die Laudatio. Bundesregierung informiert
Die Preisgeber vertreten damit eine andere Sicht als die Demonstrierenden. Die WWL begründet die Auszeichnung damit, dass die NATO durch Zusammenarbeit, Bündnisbindung und kollektive Verteidigung zur Stabilität und Friedenssicherung beitrage. Diese Begründung ist die Position der Jury beziehungsweise des Preisgebers. Wirtschaftliche Gesellschaft
Rutte hat am Donnerstag weitere Termine in Münster. Gemeinsam mit Merz und dem niederländischen Ministerpräsidenten Rob Jetten besucht er das 1. Deutsch-Niederländische Corps. Für 13.50 Uhr ist eine gemeinsame Pressekonferenz angekündigt, Ruttes Rede bei der Preisverleihung ist für 17.30 Uhr vorgesehen. NATO
Der Protest richtet sich gegen den Hauptpreis für die NATO. Zusätzlich wird 2026 der Jugendpreis an socioMovens – Giving Europe a Soul vergeben. Insgesamt ist der Internationale Preis des Westfälischen Friedens mit 100.000 Euro dotiert.






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