
Münster. Mit einer Laternendemo in Münster will Fridays for Future am Freitag, 13. November 2026, ein Zeichen für mehr Klimaschutz setzen. Die Demonstration beginnt um 16:30 Uhr in der Stubengasse und ist Teil eines bundesweiten Protesttages anlässlich der Weltklimakonferenz. Die Klimabewegung fordert von der Bundesregierung mehr Engagement für Klimagerechtigkeit und die Einhaltung internationaler Finanzierungszusagen.
Mit den bundesweiten Demonstrationen will die Bewegung auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts starben im Sommer 2026 in Deutschland rund 16.000 Menschen infolge hoher Temperaturen. Die Klimaschutzorganisation sieht darin einen weiteren Anlass, politische Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung einzufordern.
Im Mittelpunkt der Proteste steht auch die internationale Verantwortung Deutschlands. „Die Bundesregierung muss ihre Versprechen einhalten. Dazu gehört, dass Deutschland einen fairen Anteil an den Kosten für weltweiten Klimaschutz übernimmt“, erklärt Damian Eßing von Fridays for Future.
Besonders kritisch bewertet die Bewegung die deutschen Beiträge zur internationalen Klimafinanzierung. Die Bundesregierung hatte zugesagt, spätestens ab 2025 jährlich sechs Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln bereitzustellen. Tatsächlich lag der entsprechende Beitrag im vergangenen Jahr bei rund 4,7 Milliarden Euro und damit deutlich unter dem angekündigten Ziel. Die Entwicklungsorganisation Oxfam kritisiert die verfehlte Zusage als Wortbruch.
Auch innenpolitische Entscheidungen stehen im Fokus. Fridays for Future kritisiert unter anderem die geplanten Änderungen am sogenannten Heizungsgesetz, die Haltung der Bundesregierung zum europäischen Verbrenner-Aus sowie den vorgesehenen Bau neuer Gaskraftwerke. Die Bewegung befürchtet dadurch Rückschritte beim Klimaschutz.
Die Proteste finden während der Weltklimakonferenz COP31 statt, die vom 9. bis 20. November 2026 im türkischen Antalya abgehalten wird. Dort beraten die teilnehmenden Staaten über weitere Maßnahmen zur Begrenzung der globalen Erwärmung und die Finanzierung des internationalen Klimaschutzes.
Fridays for Future verweist auf die Gefahr einer langfristigen Erderwärmung um 2,8 Grad Celsius. Dieser Wert stammt aus einer Berechnung des UN-Umweltprogramms von 2025 für den Fall, dass die damals geltenden Klimaschutzmaßnahmen fortgeführt werden. Paula Niewald von Fridays for Future fordert deshalb eine konsequentere Klimapolitik. Die Organisation wirft der Bundesregierung vor, weiterhin zu stark auf fossile Energieträger zu setzen und notwendige Veränderungen zu verzögern.
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