Münsters Bürgermeister Rosenau erinnert in Riga an NS-Opfer

Münsters Bürgermeister Rosenau erinnert in Riga an NS-Opfer
Rosenau in Riga © Gints Ivuškāns

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Münster/Lettland. Bürgermeister Klaus Rosenau hat bei einer Gedenkfahrt nach Riga an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung erinnert. Gemeinsam mit 43 weiteren Delegierten aus Deutschland besuchte er mehrere Erinnerungsorte in Lettland.

Zu den Stationen gehörte die Gedenkstätte im Wald von Bikernieki. Dort wurden während der deutschen Besatzung zehntausende Menschen ermordet. Unter den Opfern waren auch Jüdinnen und Juden, die aus deutschen Städten nach Riga deportiert worden waren.

Gedenken an rund 35.000 ermordete Menschen in Bikernieki

Wie die Stadt Münster mitteilt, nahm Rosenau an der fünften Gedenkfahrt des Deutschen Riga-Komitees teil. Die Delegation setzte sich vor Ort mit der Geschichte der Deportationen und der nationalsozialistischen Massenverbrechen auseinander. Im Wald von Bikernieki nahe Riga ermordeten die Nationalsozialisten zwischen 1941 und 1945 rund 35.000 Menschen. Dazu gehörten Jüdinnen und Juden aus Lettland und Deutschland. Außerdem wurden dort politische Gefangene und sowjetische Kriegsgefangene getötet.

Heute erinnert eine Gedenkstätte an die Opfer. Die Anlage wurde im Jahr 2001 eingeweiht. Ihr zentraler Bereich ist in 48 Quadrate gegliedert. Diese Aufteilung orientiert sich an der Zahl der dort entdeckten Massengräber.

In die einzelnen Bereiche sind Granitplatten eingelassen. Sie tragen die Namen jener Städte, aus denen Menschen nach Riga verschleppt wurden. Auch Münster ist auf einer dieser Platten genannt. Dadurch wird die Verbindung zwischen der Stadt und dem historischen Geschehen unmittelbar sichtbar. Die Gedenkstätte wird vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge betreut. Sie dient sowohl als Erinnerungsort als auch als Mahnung vor Antisemitismus, Verfolgung und staatlicher Gewalt.

Riga-Komitee verbindet mehr als 80 Städte und Gemeinden

Das Deutsche Riga-Komitee besteht aus mehr als 80 Städten und Gemeinden im deutschsprachigen Raum. Das Bündnis erinnert an Jüdinnen und Juden, die in den Jahren 1941 und 1942 nach Riga deportiert wurden.

Viele der Verschleppten wurden kurz nach ihrer Ankunft oder in den folgenden Jahren ermordet. Ein großer Teil der Verbrechen geschah im Wald von Bikernieki. Deshalb nimmt die Gedenkstätte eine zentrale Rolle bei den Fahrten des Städtebündnisses ein. Mit der Teilnahme von Bürgermeister Klaus Rosenau knüpft Münster an seine eigene Erinnerungskultur an. Die namentliche Kennzeichnung der Stadt in Bikernieki zeigt, dass die Deportationen nicht nur an weit entfernten Orten begannen. Sie nahmen ihren Ausgang auch in deutschen Städten und Gemeinden.

Nach Angaben der Stadt ist Rosenau inzwischen von der Reise zurückgekehrt. Die Fahrt sollte den Austausch zwischen den beteiligten Kommunen stärken. Zugleich erinnert sie an die Verantwortung der Städte, die Geschichte der deportierten Menschen sichtbar zu halten. Das Gedenken richtet sich dabei nicht nur auf die Vergangenheit. Angesichts von Antisemitismus und menschenfeindlichen Einstellungen bleibt die Erinnerung an die Opfer auch für die Gegenwart von Bedeutung.

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