
Münster. Der Internationale Poesiepreis Münster geht 2026 an die serbische Autorin Milena Marković sowie an das Übersetzerpaar Mirjana Wittmann und den 2023 verstorbenen Klaus Wittmann. Damit würdigt die Stadt Münster den Gedichtband „Kinder“, der 2025 erschienen ist. Wie die Stadt Münster mitteilt, bestätigte der Rat den Vorschlag der Jury.
Die mit 15.500 Euro dotierte Auszeichnung wird am 5. Juli im Erbdrostenhof verliehen. Die Preisvergabe bildet den Höhepunkt des Internationalen Lyriktreffens Münster. Seit 1993 vergibt die Stadt den Literaturpreis im Zwei-Jahres-Rhythmus und stärkt damit das Profil Münsters als Ort internationaler Dichtung.
Die Übergabe des Internationalen Poesiepreises Münster findet am Sonntag, 5. Juli, im Erbdrostenhof statt. Dort versammelt sich traditionell die Literaturszene zum Internationalen Lyriktreffen Münster. Nach Angaben der Stadt teilen sich Autorin und Übersetzende das Preisgeld zu gleichen Teilen.
Die Jury hebt laut Mitteilung besonders die formale Eigenständigkeit und emotionale Intensität des ausgezeichneten Bandes hervor. Das Werk verbinde knappe Bekenntnisse mit klagenden und spöttischen Tönen, außerdem mische es liedhafte Passagen mit filmisch wirkenden Bewusstseinsströmen. Dadurch entstehe ein vielschichtiger Text, der persönliche Erfahrungen mit historischen und familiären Bezügen verknüpfe.
Zugleich betont das Gremium die Bedeutung der deutschen Übertragung. Mirjana und Klaus Wittmann sei es gelungen, Klang, Rhythmus und Mehrstimmigkeit des serbischen Originals ins Deutsche zu übertragen, heißt es in der Begründung. Damit werde die poetische Kraft des Textes auch für ein deutschsprachiges Publikum erfahrbar.
Milena Marković wurde 1974 in Zemun bei Belgrad geboren und arbeitet als Lyrikerin, Dramatikerin und Drehbuchautorin. Sie studierte Dramaturgie in Belgrad und lehrt dort heute selbst. In Serbien zählt sie seit Jahren zu den prägenden Stimmen ihrer Generation. Für die serbische Originalausgabe „Deca“ erhielt sie 2021 den renommierten NIN-Preis.
Mit „Kinder“ legt sie ihren siebten Gedichtband vor. Das Buch ist als Langgedicht angelegt und entzieht sich klassischen Gattungen. Im Mittelpunkt steht die Perspektive einer Mutter, die ihr eigenes Aufwachsen sowie Liebesbeziehungen und die Geburt ihrer Söhne reflektiert. Dabei spielt die Beziehung zu einem autistischen Sohn eine zentrale Rolle, weil sich an ihr Fragen nach Schuld, Fürsorge und Erinnerung bündeln.
Der Internationale Poesiepreis Münster rückt somit nicht nur eine bedeutende literarische Stimme ins Zentrum, sondern lenkt auch Aufmerksamkeit auf die Rolle literarischer Übersetzung. Gerade in Zeiten intensiver europäischer Debatten setzt die Stadt damit ein Zeichen für kulturellen Austausch und internationale Verständigung.
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