Stadt verschiebt Entscheidung: Neue Dombeleuchtung vorerst gestoppt

Museum PAULUS Münster
Foto: Caroline Muffert

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Münster. Die geplante neue Beleuchtung des St.-Paulus-Doms gerät in den Sog der angespannten Haushaltslage. Der Rat soll vorerst nicht über die Beteiligung der Stadt entscheiden. Insgesamt kostet das Projekt nach bisherigen Planungen 765.000 Euro. Für Münster war dabei ein Anteil von knapp 245.000 Euro vorgesehen.

Ursprünglich sollte der Rat am 7. Oktober 2026 über die städtische Finanzierung entscheiden. Dazu kommt es zunächst nicht. Andrea Blome, Vorsitzende des Ausschusses für Verkehr und Mobilität und Fraktionssprecherin der Grünen, informierte am Mittwochabend über die Verschiebung. Der Verkehrsausschuss nahm das Thema anschließend von seiner Tagesordnung. Die Stadt will zunächst verschiedene Projekte zur Gestaltung und Aufwertung der Altstadt gemeinsam überprüfen.

Stadt sollte knapp 245.000 Euro übernehmen

Nach der bisherigen Planung belaufen sich die Gesamtkosten für die neue Außenbeleuchtung des Doms auf 765.000 Euro. Davon sollen 367.200 Euro vom Land Nordrhein-Westfalen kommen. Die Stadt Münster sollte 244.800 Euro übernehmen, weitere 153.000 Euro das Domkapitel. Die Zustimmung zu den kirchlichen Mitteln war nach bisherigem Stand ebenfalls noch nicht vollständig abgeschlossen.

Vorgesehen ist, dass das Domkapitel als Bauherr auftritt und später die Betriebs- und Unterhaltungskosten übernimmt. Bei den Stromkosten ist eine Beteiligung von Stadt und Domkapitel vorgesehen.

Alte Dombeleuchtung seit 2022 abgeschaltet

Die bisherige Außenbeleuchtung des St.-Paulus-Doms gilt technisch als überholt. Bereits im August 2022 hatten Stadt und Domkapitel vereinbart, die nächtliche Anstrahlung zunächst abzuschalten. Ausschlaggebend waren unter anderem der hohe Energieverbrauch und die veraltete Technik. Die vorhandenen Außenstrahler gehören der Stadt Münster, die deshalb unmittelbar an der Neuplanung beteiligt ist.

Für die neue Anlage ist moderne LED-Technik vorgesehen. Sie soll den Energieverbrauch senken, Lichtemissionen reduzieren und einzelne architektonische Elemente des Doms gezielter hervorheben. Geplant ist keine großflächige Dauerbeleuchtung, sondern eine zurückhaltendere Inszenierung von Fassaden, Türmen und weiteren Bauteilen.

Dombeleuchtung ist Teil eines größeren Innenstadtprojekts

Die neue Beleuchtung ist nicht als isoliertes Vorhaben gedacht. Sie gehört zur langfristigen Weiterentwicklung von Domplatz und Domquartier. Die Stadt hatte dafür bereits einen umfangreichen Beteiligungs- und Planungsprozess auf den Weg gebracht. Vorgesehen sind unter anderem Verbesserungen bei Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit, Begrünung und Beleuchtung.

Beim Lichtkonzept sollen Wege sicherer ausgeleuchtet und gleichzeitig unnötige Lichtemissionen vermieden werden. Geplant sind energiesparende LED-Leuchten mit einer Lichtfarbe von etwa 2700 Kelvin. Die Beleuchtung soll möglichst zurückhaltend und insektenfreundlich gestaltet werden. Das neue Lichtkonzept für den Dom ist ausdrücklich Teil der weiteren Planungen für den Domplatz und damit auch des größeren Zukunftskonzepts Innenstadt.

Haushaltssperre zwingt Münster zum Sparen

Dass die Entscheidung nun vertagt wird, hängt mit der deutlich verschlechterten Finanzlage der Stadt zusammen. Seit dem 8. September 2026 gilt in Münster eine Haushaltssperre. Aufschiebbare Leistungen dürfen grundsätzlich nicht neu beauftragt werden, geplante Ausgaben werden besonders streng geprüft.

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