
Die CDU im Rat der Stadt Münster fordert angesichts der angespannten Haushaltslage einen umfassenden Kassensturz beim städtischen Immobilienvermögen. Dabei soll ausdrücklich auch geprüft werden, ob das Stadthaus 2 am Ludgeriplatz dauerhaft als Verwaltungsstandort erhalten bleiben muss. Ein Verkauf ist damit noch nicht beschlossen, soll aus Sicht der Fraktion aber ebenso ergebnisoffen untersucht werden wie andere Nutzungsmodelle.
Fraktionschef Stefan Weber begründet den Vorstoß mit der deutlich verschlechterten Finanzlage der Stadt. Münster hatte für 2027 rund 95 Millionen Euro an Schlüsselzuweisungen des Landes eingeplant. Nach der aktuellen Berechnung werden nur etwa 2,8 Millionen Euro erwartet. Die oft genannte Lücke von rund 92 Millionen Euro beschreibt damit nicht das gesamte Haushaltsdefizit, sondern den unerwarteten Ausfall bei diesen Landesmitteln. Seit dem 8. September gilt deshalb eine Haushaltssperre.
„Wir wollen das Anlagevermögen prüfen, Büroflächen reduzieren und das Stadthaus 2 am Ludgeriplatz ergebnisoffen bewerten“, erklärt Weber. Aus Sicht der CDU müsse geklärt werden, welche Gebäude und Grundstücke die Stadt langfristig noch braucht und wo Kosten gesenkt werden können. Weber spricht von einem „ehrlichen Kassensturz“ und fordert eine Immobilienstrategie, die daraus konkrete Konsequenzen zieht. „Kein Standort darf dabei ausgenommen werden. Das gilt ausdrücklich auch für das Stadthaus 2.“
Besonders dort sollen Flächenbedarf, Sanierungs- und Investitionskosten, Verkehrswert und mögliche andere Nutzungen untersucht werden. Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Mathias Kersting verweist dabei auf neue Arbeitsmodelle und weniger feste Büroarbeitsplätze. „Gerade deshalb ist die Frage geboten, ob das Stadthaus 2 dauerhaft als Verwaltungsstandort zu nutzen unter den neuen Bedingungen noch wirtschaftlich sinnvoll ist“, sagt Kersting.
Das 13-geschossige Gebäude am Ludgeriplatz wurde zwischen 1961 und 1964 nach Plänen des Münsteraner Architekten Harald Deilmann errichtet. Heute befinden sich dort unter anderem Teile des Jobcenters sowie Bereiche des Amtes für Migration und Integration. Ein möglicher Verkauf würde deshalb nicht bedeuten, dass diese Aufgaben wegfallen. Die Stadt müsste die betroffenen Ämter an anderen Standorten unterbringen.
Die CDU will zugleich prüfen lassen, ob das Gebäude langfristig auch anders genutzt werden könnte. Im Raum stehen nach Angaben der Fraktion beispielsweise Wohnungen, Gastronomie, ein Hotel oder Veranstaltungsflächen.
Für die Diskussion ist das neue Stadthaus 4 am Albersloher Weg entscheidend. Der Rat hatte 2024 ein Investitionsvolumen von 90,3 Millionen Euro beschlossen. Dort sollen künftig sieben Ämter gebündelt werden. Rund 1.000 Beschäftigte sollen sich etwa 800 Arbeitsplätze teilen. Acht bislang angemietete Verwaltungsstandorte sollen aufgegeben werden, die Bürofläche der Stadt soll insgesamt um rund 6.000 Quadratmeter sinken.
Die Stadt erwartet dadurch langfristig Einsparungen bei Mieten, Energie und Nebenkosten. Die CDU hatte den Neubau bereits 2024 abgelehnt und damals ebenfalls auf Homeoffice, Digitalisierung und einen geringeren Bedarf an festen Arbeitsplätzen verwiesen. Genau daraus leitet die Fraktion nun die Frage ab, ob auch eigene Immobilien wie das Stadthaus 2 dauerhaft in der bisherigen Form benötigt werden.
Der CDU-Antrag bezieht außerdem das Haus der Nachhaltigkeit an der Hammer Straße 1 ein. Dort gibt es unter anderem Beratungen zu Energie, Klima und Nachhaltigkeit sowie Informationsveranstaltungen. Auch hier fordert die Fraktion zunächst lediglich eine wirtschaftliche Prüfung. Über eine Schließung oder einen Verkauf ist bislang nicht entschieden.
Die aktuelle Haushaltslage dürfte die Debatte über städtische Immobilien weiter verschärfen. Eine verwaltungsinterne Finanz-Taskforce arbeitet bereits an Sparvorschlägen. Ein umfassenderes Konsolidierungspaket soll nach Angaben von Kämmerin Christine Zeller im ersten Quartal 2027 in die politischen Gremien kommen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu