In Münster wächst die Kritik an geplanten Baumkosten am Schulzentrum Wolbeck

Am Rostockweg in Münster sorgt die geplante Fällung einer alten Blutbuche für Protest. Der Fall zeigt die Grenzen der Baumschutzsatzung.
Symbolbild: Caroline Muffert

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Münster. In Münster sorgt eine Kostenplanung rund um den Erweiterungsbau am Schulzentrum Wolbeck für politischen Streit. Die FDP kritisiert, dass für Baumverpflanzungen nach ihren Angaben rund 400.000 Euro vorgesehen seien und stellt die Prioritäten der Stadt bei Schulinvestitionen infrage.

FDP stellt Kosten für Baumverpflanzungen in Wolbeck infrage

Aus Sicht der FDP steht der geplante Mitteleinsatz am Schulzentrum Wolbeck in keinem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen. Wie die Partei mitteilt, sollen im Zuge des Erweiterungsbaus rund 20 Bäume betroffen sein. Nach Darstellung der FDP würden die nach Baumschutzsatzung erforderlichen Ersatzpflanzungen etwa 120.000 Euro kosten. Dass stattdessen deutlich höhere Gesamtausgaben für Baumumsetzungen im Raum stehen, wertet die Fraktion als politisch falsche Entscheidung.

Der Wolbecker FDP-Ratsherr Jörg Berens wirft der Stadt nach Angaben der Partei vor, Geld an der falschen Stelle einzusetzen. Aus seiner Sicht werde zu viel Geld in eine aufwendige ökologische Lösung gelenkt, obwohl gleichzeitig an anderer Stelle in Schulen dringender Handlungsbedarf bestehe. Die FDP verbindet ihre Kritik damit, dass Investitionen stärker auf die unmittelbaren Bedingungen an Schulen ausgerichtet werden müssten. Damit macht die Partei das Thema nicht nur zu einer Debatte über einzelne Bäume, sondern über die grundsätzliche Frage, wofür knappe Mittel im Schulbereich in Münster verwendet werden sollen.

Schulzentrum Wolbeck wird zum Beispiel für größere Debatte über Prioritäten

Die FDP verweist in ihrer Mitteilung auch auf den Zustand des bestehenden Schulgebäudes. Nach ihrer Darstellung könnten Mittel, die über die Kosten für reguläre Ersatzpflanzungen hinausgehen, ebenso in Sanierungen, Reparaturen und die Verbesserung von Räumen investiert werden. Die schulpolitische Sprecherin der FDP, Claudia Grönefeld, sieht darin laut Mitteilung ein grundsätzliches Problem in der kommunalen Schulpolitik. Sie kritisiert, dass Fragen der Ausstattung und Infrastruktur aus Sicht ihrer Partei nicht mit der nötigen Konsequenz behandelt würden.

Damit reagiert die FDP auf eine Entwicklung, die in vielen Kommunen zu Konflikten führt. Einerseits stehen Bauprojekte zunehmend unter dem Anspruch, Klima- und Naturschutz mitzudenken. Andererseits steigen die Kosten für öffentliche Vorhaben spürbar, sodass politische Debatten über Prioritäten schärfer werden. In Münster wird der Erweiterungsbau am Schulzentrum Wolbeck nun genau unter diesem Blickwinkel diskutiert. Die FDP fordert nach eigenen Angaben eine erneute Bewertung der vorgesehenen Maßnahmen und verlangt, dass verfügbare Mittel vorrangig den Lernbedingungen an den Schulen zugutekommen.

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