
Münster. Die Zahl der Kirchenaustritte in Münster ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Nach Angaben des Amtsgericht Münster traten 2025 insgesamt 3.531 Menschen aus der Kirche aus. Das sind rund 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Zuvor hatten die Westfälische Nachrichten über die aktuellen Zahlen berichtet.
Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits seit dem Ausnahmejahr 2022 zu beobachten ist. Damals hatte Münster mit 6.867 Kirchenaustritten einen historischen Höchststand erreicht. Seither gehen die Austrittszahlen Jahr für Jahr zurück.
Im Vergleich zu 2024 zeigt sich der Rückgang besonders klar. Rein rechnerisch lagen die Austritte im Jahr davor noch bei gut 4.100 Fällen. Innerhalb von drei Jahren hat sich die Zahl damit nahezu halbiert. Welche Konfessionen konkret betroffen sind, lässt sich aus der Statistik nicht ablesen. Das Amtsgericht erfasst die Austritte ausschließlich als formale Vorgänge, ohne Zuordnung zu evangelischer oder katholischer Kirche.
Für Münster deutet vieles darauf hin, dass der Höhepunkt der Austrittswelle überschritten ist. Ob es sich um eine nachhaltige Trendwende handelt oder lediglich um eine vorübergehende Beruhigung, bleibt allerdings offen.
Eine praktische Veränderung gibt es für Austrittswillige dennoch. Nach Angaben des Amtsgerichts sind Termine inzwischen schneller verfügbar als noch in den vergangenen Jahren. Während der Hochphase der Austrittswelle hatten lange Wartezeiten für zusätzlichen Unmut gesorgt.
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Der Kirchenaustritt ist in Münster weiterhin nur persönlich möglich – entweder beim zuständigen Amtsgericht oder über einen Notar. Eine Online-Abmeldung ist nicht vorgesehen. Für den Austritt fällt eine Gebühr von 30 Euro an. Termine werden monatlich neu freigeschaltet und müssen vorab gebucht werden.
Auch über die Stadtgrenzen hinaus zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Kirchenaustritte zuletzt ebenfalls zurückgegangen. Nach den Rekordwerten der Jahre 2022 und 2023 verzeichnen die Behörden landesweit sinkende Fallzahlen.
Für Münster bedeutet das: Die große Austrittswelle scheint zunächst abgeebbt. Ob sich dieser Trend in den kommenden Jahren verfestigt oder erneut dreht, dürfte nicht zuletzt von gesellschaftlichen Debatten, kirchlichen Reformen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängen.
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