
NRW. Die Krankenhausplanung NRW Münster bekommt jetzt ein klareres Profil. Neue Zahlen der Landesregierung zeigen, wie stark sich Fallzahlen, Bettenkapazitäten und Klinikstandorte seit 2017 verändert haben. Der Strukturwandel ist landesweit spürbar – und er betrifft auch die Versorgungslandschaft in Münster unmittelbar.
Die Daten stammen aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage im Landtag. Sie zeichnen das Bild eines Systems im Umbau. Steigende Kosten, Fachkräftemangel, medizinischer Fortschritt und neue Qualitätsvorgaben führen dazu, dass sich die Krankenhauslandschaft neu sortiert. Mit dem Krankenhausplan 2022 leitet das Land einen grundlegenden Systemwechsel ein, der ab April 2025 verbindlich greift.
Zwischen 2017 und 2019 lagen die stationären Fallzahlen in Nordrhein-Westfalen stabil bei rund 4,6 Millionen pro Jahr. 2020 folgte mit Beginn der Corona-Pandemie ein drastischer Einbruch auf gut 4,0 Millionen Fälle. Auch in den beiden Folgejahren blieb das Niveau deutlich reduziert.
Zwar erholten sich die Zahlen zuletzt wieder. Für 2024 weist IT.NRW rund 4,26 Millionen stationäre Behandlungen aus. Dennoch liegt das Niveau weiterhin rund zehn Prozent unter dem Jahr 2019. Das ist kein rein pandemischer Effekt. Immer mehr Eingriffe werden ambulant durchgeführt, Behandlungen werden kürzer, Spezialisierungen nehmen zu.
Für die Gesundheitsversorgung in Münster bedeutet das eine Verschiebung von Leistungen. Krankenhäuser konzentrieren sich stärker auf komplexe und spezialisierte Fälle, während Routinebehandlungen zunehmend außerhalb klassischer stationärer Strukturen stattfinden. Der Strukturwandel ist damit medizinisch wie wirtschaftlich begründet.
Seit 2017 wurden in Nordrhein-Westfalen 31 Krankenhausstandorte geschlossen. 16 Krankenhäuser stellten Insolvenzanträge. Nach Darstellung der Landesregierung führt eine Insolvenz jedoch nicht automatisch zur endgültigen Aufgabe eines Hauses. Teilweise wurden Einrichtungen saniert oder unter neuer Trägerschaft weitergeführt.
Parallel dazu sank die Zahl der Krankenhausbetten kontinuierlich. 2017 standen landesweit noch rund 118.500 Betten zur Verfügung, 2024 waren es etwa 111.500. Künftig soll die Planung nicht mehr primär über Bettenzahlen erfolgen, sondern über sogenannte Leistungsgruppen und Fallzahlen. Qualität und tatsächlicher Bedarf sollen stärker gewichtet werden.
Der neue Plan des Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen tritt zum 1. April 2025 in Kraft. Für einzelne Leistungsbereiche gelten Übergangsfristen bis Ende 2025. Damit beginnt eine Phase, in der sich Zuständigkeiten und Spezialisierungen spürbar verschieben können.
Wie sich die Reform konkret auswirkt, zeigt ein Blick in die offiziellen Planungsergebnisse für die Stadt Münster. Mehrere Häuser behalten zentrale Versorgungsaufträge in großen Leistungsgruppen.
In der Allgemeinen Inneren Medizin sind unter anderem das Universitätsklinikum Münster, das Clemenshospital, die Raphaelsklinik, das Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup sowie das St. Franziskus-Hospital Münster eingeplant. Auch im Bereich Allgemeine Chirurgie bleiben diese Standorte maßgeblich beteiligt.
In spezialisierten Bereichen wie Intensivmedizin sind ebenfalls mehrere dieser Häuser berücksichtigt, ergänzt durch die Fachklinik Hornheide. Im Bereich Geriatrie weisen die Planungsunterlagen unter anderem der Raphaelsklinik und dem Herz-Jesu-Krankenhaus entsprechende Leistungsgruppen zu.
Das bedeutet für Münster keine radikale Ausdünnung, sondern eine klarere Profilbildung der einzelnen Standorte. Bestimmte komplexe Leistungen werden konzentriert, andere bleiben breit verteilt. Ziel ist eine höhere Qualitätssicherung durch Mindestmengen und Spezialisierung.
Die Krankenhausreform ist nicht unumstritten. Mehrere Träger haben juristisch gegen einzelne Leistungszuweisungen vorgegangen. In vielen Eilverfahren konnte sich das Land jedoch durchsetzen. Das zeigt, wie tiefgreifend der Eingriff in bestehende Strukturen ist.
Für Patientinnen und Patienten in Münster bleibt entscheidend, dass die Versorgung erreichbar und leistungsfähig bleibt. Weniger Betten und weniger Standorte bedeuten nicht automatisch weniger medizinische Qualität. Vielmehr setzt die Krankenhausentwicklung NRW auf Konzentration und Spezialisierung.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu