
Münster. Der Kreisverkehr in Münster-Gievenbeck ist zum ersten großen Konflikt in der Rathauskoalition geworden. An der Kreuzung Von-Esmarch-Straße, Roxeler Straße und Busso-Peus-Straße streiten die Koalitionspartner Grüne, SPD und Volt darüber, wie der Verkehr in Münster künftig geregelt werden soll. Während die SPD eine Ampellösung unterstützt, lehnen Grüne und Volt eine signalgesteuerte Kreuzung ab und wollen grundsätzlich am Kreisverkehr festhalten.
Der Kreisverkehr Münster-Gievenbeck gilt seit Jahren als problematischer Verkehrsknoten. Immer wieder kommt es dort zu Unfällen, häufig zwischen abbiegenden Autos und geradeaus fahrenden Radfahrern. Deshalb steht die Frage im Raum, ob der Kreisel bestehen bleiben oder durch eine Ampelkreuzung ersetzt werden soll. Eine Entscheidung wurde zuletzt im Verkehrsausschuss erneut vertagt.
Ausgangspunkt der aktuellen Debatte sind Untersuchungen zur Verkehrssicherheit an der Kreuzung. Mehrere Fachstellen der Stadt Münster haben sich in den vergangenen Jahren mit der Situation beschäftigt. Dazu zählen neben der städtischen Verkehrsplanung auch die Unfallkommission sowie die Verkehrspolizei.
Im Zuge dieser Analyse wurde ein externer Verkehrsgutachter beauftragt, den Knotenpunkt zu untersuchen und eine Empfehlung auszusprechen. Nach der Auswertung spricht aus Sicht des Gutachtens vieles für den Umbau des Kreisverkehrs zu einer signalgesteuerten Kreuzung. Eine Ampel könnte den Autoverkehr und den Radverkehr stärker voneinander trennen und dadurch typische Konfliktsituationen entschärfen.
Nach Angaben aus der Kommunalpolitik deckt sich diese Einschätzung mit der Bewertung weiterer Fachstellen. Verwaltung, Unfallkommission und Polizei sehen in einer Ampellösung Möglichkeiten, die Sicherheit an der Kreuzung zu erhöhen. Gerade bei Abbiegevorgängen kommt es derzeit häufig zu gefährlichen Situationen zwischen Autos und Fahrrädern.
Die Empfehlung der Fachleute bildet damit eine zentrale Grundlage für die politische Entscheidung über den Kreisverkehr in Münster-Gievenbeck.
Innerhalb der Rathauskoalition zeigt sich jedoch eine deutliche Meinungsverschiedenheit. Die SPD unterstützt nach bisherigen Signalen eine Ampellösung und verweist auf die fachlichen Empfehlungen aus Gutachten und Verwaltung.
Grüne und Volt sehen die Situation anders. Sie lehnen eine Ampelkreuzung ab und sprechen sich dafür aus, den Kreisverkehr grundsätzlich zu erhalten. Aus ihrer Sicht ermöglicht der Kreisel Radfahrern ein vergleichsweise flüssiges Vorankommen, während eine Ampelregelung zu längeren Wartezeiten führen könnte.
Damit prallen in der Koalition zwei unterschiedliche Ansätze der Verkehrsplanung aufeinander. Auf der einen Seite steht die stärkere Trennung der Verkehrsströme durch eine Ampelsteuerung, auf der anderen Seite der Erhalt eines Kreisverkehrs, der den Verkehrsfluss insbesondere für den Radverkehr aufrechterhalten soll.
Weil sich die Koalitionspartner bislang nicht auf eine gemeinsame Linie einigen konnten, wurde die Entscheidung im Verkehrsausschuss erneut verschoben.
Der Konflikt reicht inzwischen über die Koalition hinaus. Nach Angaben aus Ratskreisen lehnen neben Grünen und Volt auch mehrere Oppositionsparteien eine Ampellösung ab. Dazu zählen unter anderem Linke, ÖDP und Die Partei.
Sollte die Koalition keine gemeinsame Linie finden und ein unterschiedliches Abstimmungsverhalten zulassen, könnte die Entscheidung über den Kreisverkehr im Rat äußerst knapp ausfallen. Beobachter sehen dabei ein mögliches Szenario, in dem die Stimmenverhältnisse nahezu ausgeglichen sind.
In diesem Fall könnte die Entscheidung über die Zukunft des Kreisverkehrs an der Von-Esmarch-Straße von wenigen Stimmen abhängen. Damit hätte die Abstimmung nicht nur verkehrspolitische Bedeutung, sondern könnte auch politisch heikel werden.
Die erneute Vertagung hat inzwischen auch die Opposition auf den Plan gerufen. Die CDU-Ratsfraktion wirft der Rathausmehrheit vor, sich seit Monaten nicht auf eine Lösung einigen zu können.
Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Ratsherr Walter von Göwels, bezeichnete die Situation in einer Mitteilung der Fraktion als mangelnde Entscheidungsfähigkeit der Koalition. Zusammen mit Ratsfrau Dr. Britta Riederer von Paar kritisierte er, dass die Frage Ampel oder Kreisverkehr bereits seit Mai 2025 diskutiert werde, ohne dass eine Entscheidung gefallen sei.
Die CDU verweist dabei darauf, dass nach ihrer Darstellung mehrere Fachstellen den Umbau zu einer Ampelkreuzung unterstützen. Dazu zählen laut Fraktion die städtische Verwaltung, ein externer Gutachter, die Verkehrspolizei sowie die Unfallkommission. Ziel eines Umbaus wäre es aus Sicht der CDU, die Sicherheit insbesondere für Radfahrer zu erhöhen.
Der Kreisverkehr liegt in einem Bereich der Stadt, der sich in den kommenden Jahren weiter entwickeln dürfte. Rund um die Busso-Peus-Straße sind zusätzliche Wohnungen, Studierendenapartments sowie Flächen für Forschung und Dienstleistungen geplant.
Mit der Entwicklung des Quartiers könnte auch das Verkehrsaufkommen in diesem Teil von Münster steigen. Damit gewinnt die Frage, wie der Verkehrsknoten gestaltet wird, zusätzlich an Bedeutung.
Ob der Kreisverkehr bestehen bleibt oder durch eine Ampelkreuzung ersetzt wird, ist derzeit weiterhin offen. Klar ist jedoch, dass die Entscheidung inzwischen nicht nur eine Frage der Verkehrsplanung ist. Der Konflikt um den Kreisverkehr Münster-Gievenbeck hat sich zu einem sichtbaren Streit innerhalb der Rathauskoalition entwickelt.
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