Nach mehr als 100 Jahren: Namen auf Münsters Kriegsgräbern wieder lesbar

Münster erneuert 261 Kriegsgräber auf dem Zentralfriedhof. Bei der Überprüfung historischer Grabdaten entdeckt das Stadtarchiv Unstimmigkeiten.
Foto: Amt für Kommunikation / MünsterView / Witte

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Münster. Viele Namen waren kaum noch zu entziffern, jetzt sind sie wieder lesbar: Die Stadt Münster hat die Inschriften von 261 Kriegsgräbern aus dem Ersten Weltkrieg auf dem Zentralfriedhof erneuert. Bei den Arbeiten wurden auch historische Angaben überprüft. Dabei entdeckte die Stadt Unstimmigkeiten, die das Stadtarchiv genauer untersuchte.

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Stadt Münster erneuert Inschriften auf 261 Kriegsgräbern

Die Sanierung betrifft das Katholische Feld des Zentralfriedhofs. Dort waren zahlreiche Grabinschriften durch Alterung und Witterung so stark beschädigt, dass Namen und Lebensdaten kaum noch zu erkennen waren. Eine direkte Nachbearbeitung der Grabsteine war nach Angaben der Stadt nicht mehr sinnvoll möglich. Stattdessen wurden neue Glaselemente mit beschrifteter Folie angebracht, die mithilfe von Abstandshaltern an den vorhandenen Grabsteinen befestigt sind. Das Verfahren wurde mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge abgestimmt. Die Kosten übernahm vollständig der Bund.

Bei einem Ortstermin am Donnerstag, 29. Oktober 2026, betonte Stadtrat Wolfgang Heuer, zugleich Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die Bedeutung des Gedenkens. „Hinter jedem Namen steht ein Mensch, hinter jedem Datum ein Schicksal.“ Dass bis heute Blumen und Kerzen an den Gräbern niedergelegt würden, zeige, dass die Verstorbenen nicht vergessen seien. Es sei wichtig, die Erinnerung an sie zu bewahren und sich bewusst zu machen, wohin Krieg und Gewalt führen könnten.

Stadtarchiv Münster entdeckt Abweichungen bei historischen Grabdaten

Im Zuge der Arbeiten überprüfte die Stadt Münster auch die historischen Angaben auf den Grabsteinen. Dafür wurden die vorhandenen Inschriften mit der offiziellen Kriegsgräberliste abgeglichen. Dabei stellte die Verwaltung Abweichungen fest, die das Stadtarchiv anhand amtlicher Unterlagen untersuchte. Dazu gehörten unter anderem historische Sterbeeinträge des Standesamts. Welche Angaben konkret voneinander abwichen und ob einzelne Inschriften korrigiert werden mussten, teilte die Stadt nicht mit.

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Auf dem Zentralfriedhof befinden sich insgesamt 497 Kriegsgräber aus dem Ersten Weltkrieg, verteilt auf konfessionell getrennte Grabfelder. Hinzu kommen 81 Gräber von Toten des Zweiten Weltkriegs. Während die älteren Grabsteine überwiegend aus Beton mit einer Sand-Gemischfüllung bestehen, wurden die Steine aus dem Zweiten Weltkrieg aus Naturstein gefertigt. Deren Inschriften seien nach Angaben von Nachhaltigkeitsdezernent Arno Minas überwiegend noch gut erhalten, weshalb eine Sanierung bislang nicht erforderlich gewesen sei.

Weitere Kriegsgräber auf dem Zentralfriedhof sollen folgen

Mit den Arbeiten auf dem Katholischen Feld ist die Erneuerung der Kriegsgräber auf dem Zentralfriedhof noch nicht abgeschlossen. Als Nächstes plant die Stadt, auch die Inschriften auf dem Kleinen und Großen Evangelischen Feld zu erneuern. Einen konkreten Zeitplan nannte die Verwaltung bislang nicht. Ziel der Maßnahmen ist es, die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen dauerhaft lesbar zu erhalten.

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