Nach AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt: 600 Menschen demonstrieren in Münster

Deutlich mehr Menschen als erwartet sind am Montagabend zu einer Kundgebung auf der Stubengasse gekommen. Rund 600 Teilnehmende demonstrierten dort als Reaktion auf den AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt. Die Zahl wurde unserer Redaktion sowohl von der Polizei als auch von den Veranstaltern genannt.

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Münster. Deutlich mehr Menschen als erwartet sind am Montagabend zu einer Kundgebung auf der Stubengasse gekommen. Rund 600 Teilnehmende demonstrierten dort als Reaktion auf den AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt. Aufgerufen hatte das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“.

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Bündnis fordert AfD-Verbotsverfahren

Eröffnet wurde die Kundgebung von Carsten Peters, Sprecher des Bündnisses „Keinen Meter den Nazis“. Die Organisatoren wollten nach eigener Darstellung ein Zeichen gegen einen politischen „Rechtsruck“ setzen und ihre Solidarität mit Menschen ausdrücken, die sich in Sachsen-Anhalt gegen die AfD engagieren. Bei der Versammlung erneuerte das Bündnis zugleich seine Forderung nach einem Verbotsverfahren gegen die AfD. 

AfD wird in Sachsen-Anhalt mit großem Abstand stärkste Kraft

Unmittelbarer Anlass für die Demonstration in Münster war die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag, 6. September. Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis wurde die AfD mit 43,8 Prozent der Zweitstimmen mit großem Abstand stärkste Kraft. Bei der Landtagswahl 2021 hatte sie noch 20,8 Prozent erreicht. Ihr Stimmenanteil hat sich damit innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt.

Deutliche Verluste musste dagegen die CDU hinnehmen. Sie kam auf 17,2 Prozent, nachdem sie 2021 noch 37,1 Prozent erreicht hatte. Die SPD erhielt 9,3 Prozent, die Grünen 8,9 Prozent und die Linke 8,6 Prozent. Das erstmals bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt angetretene Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erreichte 5,3 Prozent. Die FDP verfehlte mit 2,6 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag.

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Proteste auch in anderen deutschen Städten

Das Wahlergebnis löste nicht nur in Münster Proteste aus. Bereits am Sonntag gingen in mehreren deutschen Städten Menschen auf die Straße. In Frankfurt am Main sprach die Polizei von rund 2500 Demonstrierenden, in Hamburg waren es etwas mehr als 1000. Auch in Berlin demonstrierten Hunderte, weitere Kundgebungen gab es unter anderem in Mainz. Bei mehreren Versammlungen wurde ebenfalls die Prüfung eines möglichen AfD-Verbotsverfahrens gefordert. 

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