
Der Baumarktkonzern Hornbach hat sein Geschäft im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres deutlich ausgeweitet. Nach vorläufigen Zahlen stieg der Nettoumsatz der Hornbach Holding AG & Co. KGaA zwischen Anfang Juni und Ende August 2026 um 7,3 Prozent auf knapp 1,814 Milliarden Euro. Noch stärker entwickelte sich das bereinigte operative Ergebnis. Das bereinigte EBIT erhöhte sich um 12,8 Prozent auf 124,6 Millionen Euro.
Damit setzt Hornbach den Wachstumskurs aus dem ersten Quartal fort und entwickelt sich zugleich stärker als der deutsche Baumarktmarkt insgesamt. Die Branche kämpft weiterhin mit einer zurückhaltenden Konsumstimmung, höheren Kosten und einem nur schwach wachsenden Einzelhandel. Hornbach bestätigt dennoch seine bisherige Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2026/27.
Die Hornbach Quartalszahlen sind zunächst vorläufig. Die vollständigen Ergebnisse für das erste Halbjahr will das Unternehmen am 29. September veröffentlichen.
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27, das bei Hornbach vom 1. Juni bis 31. August läuft, erreichte der Nettoumsatz 1,8137 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 1,6899 Milliarden Euro gewesen. Das entspricht einem Zuwachs von 7,3 Prozent.
Hornbach führt die Entwicklung auf eine robuste Kundennachfrage und einen günstigen Kalendereffekt zurück. Im Vergleich zum Vorjahresquartal standen rechnerisch 1,3 zusätzliche Verkaufstage zur Verfügung. Der Umsatzanstieg kann deshalb nicht vollständig als rein organisches Nachfragewachstum eingeordnet werden.
Beim Ergebnis fiel der Anstieg dennoch stärker aus als beim Umsatz. Das bereinigte EBIT verbesserte sich von 110,5 Millionen auf 124,6 Millionen Euro. Rechnerisch erhöhte sich damit auch die bereinigte operative Marge leicht. Hornbach verwies zugleich auf weiterhin bestehenden Kostendruck.
Auch die Halbjahreswerte liegen über dem Vorjahr. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres stieg der Nettoumsatz um 6,0 Prozent von 3,5991 auf 3,8162 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT erhöhte sich um 4,9 Prozent von 272,2 auf 285,6 Millionen Euro.
Die Entwicklung des Ergebnisses verlief innerhalb des Halbjahres unterschiedlich. Im ersten Quartal hatte Hornbach den Umsatz bereits um 4,9 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro gesteigert. Das bereinigte EBIT war damals mit rund 161 Millionen Euro allerdings noch leicht unter dem Vorjahreswert geblieben. Der deutlichere Ergebniszuwachs des zweiten Quartals verbesserte damit die Halbjahresbilanz.
Bemerkenswert ist die Entwicklung vor allem im Vergleich zur deutschen Baumarktbranche. Nach Angaben des Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten, kurz BHB, erreichten die deutschen Bau und Gartenfachmärkte im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 10,99 Milliarden Euro. Das waren 0,4 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Auf vergleichbarer Fläche ergab sich zwar ein kleines Plus von 0,3 Prozent. Ein breiter Nachfrageaufschwung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Einzelne Sortimente entwickelten sich unterschiedlich. Während unter anderem saisonale Produkte von Hitzeperioden profitierten, schwächelte die Nachfrage beispielsweise bei Fliesen und Eisenwaren.
Hornbach hebt sich damit bislang vom Gesamtmarkt ab. Bereits im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025/26 war der Konzernumsatz um 3,8 Prozent auf 6,434 Milliarden Euro gestiegen. Die Baumarktsparte erhöhte ihren Umsatz in Deutschland um 2,3 Prozent, in den übrigen europäischen Märkten sogar um 5,5 Prozent.
Nach Unternehmensangaben konnte Hornbach zugleich Marktanteile gewinnen. In Deutschland lag der Anteil des Unternehmens auf Grundlage von GfK Daten im Kalenderjahr 2025 bei 15,7 Prozent nach 15,2 Prozent im Jahr zuvor. Für die Monate Januar bis April 2026 gab Hornbach einen weiteren Anstieg auf 16,1 Prozent an.
Das Umfeld für größere Anschaffungen bleibt in Deutschland schwierig. Das vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen gemeinsam mit GfK ermittelte Konsumklima verbesserte sich zwar zuletzt. Für September liegt der Indikator bei minus 26,6 Punkten, nach revidiert minus 29,4 Punkten im Vormonat.
Vor allem die Einkommenserwartungen der Verbraucher verbesserten sich. Die Anschaffungsneigung veränderte sich dagegen kaum. Damit bleibt gerade für Händler, die Produkte für Renovierungen, Modernisierungen und größere Heimwerkerprojekte verkaufen, ein wesentliches Hindernis bestehen.
Auch die allgemeinen Einzelhandelszahlen zeigen ein wechselhaftes Bild. Nach Angaben von Eurostat sank das Einzelhandelsvolumen in Deutschland im Juli gegenüber Juni um 3,4 Prozent. Im Vergleich mit Juli 2025 lag das Minus bei 2,5 Prozent. Im Euroraum ging das Einzelhandelsvolumen gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent zurück.
Bei Waren außerhalb von Lebensmitteln und Kraftstoffen, zu denen viele langlebigere Konsumprodukte zählen, fiel das Handelsvolumen im Euroraum im Juli gegenüber Juni um 1,4 Prozent. Die Daten sind nicht direkt mit dem Baumarktsegment gleichzusetzen, zeigen jedoch, dass der europäische Nichtlebensmittelhandel weiterhin mit einer zurückhaltenden Nachfrage konfrontiert ist.
Für Hornbach ist die Entwicklung außerhalb Deutschlands deshalb besonders relevant. Der Konzern gehört nach eigenen Angaben zu den fünf größten europäischen Handelsunternehmen für Bau und Gartenbedarf. Die größte Tochter Hornbach Baumarkt betreibt 177 großflächige Märkte und Fachmärkte sowie Onlineshops in neun europäischen Ländern. Mit dem Eintritt in Serbien soll ein weiteres Land hinzukommen.
Mehr als die Hälfte des Geschäfts wird inzwischen außerhalb Deutschlands erwirtschaftet. Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Anteil des Auslandsgeschäfts am Konzernumsatz auf 53,2 Prozent. Besonders starke Marktpositionen weist Hornbach nach eigenen Angaben unter anderem in Tschechien, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz auf.
Der Wettbewerb bleibt intensiv. Zu den großen europäischen Anbietern gehören neben Hornbach Unternehmen und Handelsgruppen wie OBI, Bauhaus sowie der britische Kingfisher Konzern mit Marken wie B&Q, Castorama und Brico Dépôt. Gleichzeitig konkurrieren klassische Baumärkte zunehmend mit spezialisierten Onlinehändlern und digitalen Verkaufsplattformen.
Hornbach selbst baut deshalb ebenfalls das Onlinegeschäft aus. Im Geschäftsjahr 2025/26 stiegen die Onlineumsätze einschließlich Click & Collect um 7,1 Prozent auf 771,4 Millionen Euro. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres lag der Onlineanteil der Baumarktsparte bei 13,6 Prozent.
Trotz des kräftigen zweiten Quartals hebt Hornbach seine Prognose bislang nicht an. Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet der Konzern weiterhin einen Umsatz auf oder leicht über dem Vorjahresniveau von 6,4339 Milliarden Euro.
Beim bereinigten EBIT rechnet Hornbach weiterhin mit einem Ergebnis ungefähr auf dem Niveau des vergangenen Geschäftsjahres. Damals hatte der Konzern 264,7 Millionen Euro erreicht. Nach der von Hornbach verwendeten Prognosesystematik umfasst die Formulierung auf Vorjahresniveau beim bereinigten EBIT eine Abweichung von bis zu fünf Prozent nach oben oder unten.
Als Risiken nennt das Unternehmen insbesondere geopolitische Entwicklungen und mögliche Folgen für Verbraucherstimmung, Beschaffung und Logistikkosten. Gerade diese Faktoren bleiben für den europäischen Handel bedeutend, weil Veränderungen bei Energie, Transport und Einkaufspreisen sowohl auf die Margen der Unternehmen als auch auf die Kaufkraft der Haushalte wirken können.
Die vorläufigen Halbjahreszahlen zeigen dennoch, dass Hornbach derzeit schneller wächst als der deutsche Gesamtmarkt. Wie sich dieses Umsatzwachstum auf weitere Ergebnisgrößen, Kosten und die einzelnen Landesgesellschaften ausgewirkt hat, wird sich genauer mit dem vollständigen Halbjahresbericht am 29. September zeigen.
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