Mehr Strom fürs Auto: Münster treibt den Ausbau öffentlicher Ladesäulen voran

Übersicht zu Ladestationen in Münster: aktuelle Auslastung, Ausbaupläne und vollständige Liste aller öffentlichen Ladepunkte.
Symbolbild: CHUTTERSNAP

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Münster will den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge weiter beschleunigen. Der Ausschuss für Verkehr und Mobilität befasst sich am 28. Januar 2026 mit einer Vorlage der Stadtverwaltung, die mehrere Maßnahmen zur Stärkung der E-Mobilität vorsieht. Ziel ist es, die wachsende Zahl von Elektroautos im Stadtgebiet besser zu versorgen und die Verkehrswende voranzubringen.

Nach Angaben der Stadt Münster ist die Zahl der batterieelektrischen Fahrzeuge innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen. Anfang 2025 waren rund 7.100 Elektroautos zugelassen, ein Jahr später bereits knapp 12.000. Damit wächst auch der Bedarf an öffentlich zugänglichen Lademöglichkeiten, insbesondere für Menschen ohne eigene Garage oder privaten Stellplatz. Die Stadt reagiert darauf mit einem Bündel aus neuen Projekten, Pilotvorhaben und weiteren Ausschreibungen für Ladepunkte.

Pilotprojekt mit Laternenladern und neue öffentliche Ladepunkte

Ein zentraler Baustein der aktuellen Pläne ist ein Pilotprojekt für sogenannte Laternenlader. Dabei sollen an bis zu fünf Standorten im Stadtgebiet Lademöglichkeiten direkt an Straßenlaternen installiert werden. Laut Verwaltung eignet sich diese Technik vor allem für dicht bebaute Quartiere mit hohem Parkdruck, in denen klassische Ladesäulen nur schwer unterzubringen sind. Gemeinsam mit den Stadtwerken Münster sollen zunächst geeignete Standorte ausgewählt und technisch geprüft werden. Bewährt sich das Modell, ist eine Ausweitung auf weitere Bereiche vorgesehen.

Parallel dazu will die Stadt den Ausbau klassischer öffentlicher Ladepunkte fortsetzen. Derzeit gibt es in Münster 621 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Damit liegt die Stadt nach eigenen Angaben auf einem ähnlichen Niveau wie vergleichbare Großstädte. Die Verwaltung betont jedoch, dass mit weiter steigenden Zulassungszahlen zusätzlicher Bedarf entsteht. Künftig sollen deshalb weitere Ausschreibungsrunden folgen, bei denen öffentliche Flächen an Betreiber von Ladeinfrastruktur vergeben werden. Grundlage ist weiterhin ein Konzessionsmodell, bei dem die Stadt die Flächen bereitstellt, während Bau und Betrieb durch private oder kommunale Anbieter erfolgen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Park-and-Ride-Anlagen. An mehreren Standorten, etwa in Hiltrup, Albachten oder an der Nieberdingstraße, existieren bereits Ladepunkte. Weitere Anlagen wie am Preußenstadion, am Bahnhof Roxel oder an der Weseler Straße sind eingeplant. Ziel ist es, das Umsteigen vom Auto auf Bus und Bahn attraktiver zu machen und zugleich das Laden während der Abstellzeit zu ermöglichen.

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Einordnung: Klimaziele, Kosten und Grenzen neuer Technik

Mit dem geplanten Ausbau reagiert die Stadt Münster nach eigenen Angaben auf ihre langfristigen Klimaziele. Die Ladeinfrastruktur gilt als wichtiger Baustein der städtischen Konzepte zur Klimaneutralität und des Masterplans Mobilität 2035+. Der motorisierte Individualverkehr soll perspektivisch reduziert werden, der verbleibende Verkehr zunehmend elektrisch erfolgen. Öffentliche Ladepunkte sind dafür eine zentrale Voraussetzung.

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Finanziell rechnet die Stadt zunächst nicht mit zusätzlichen Belastungen für den Haushalt. Wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht, sollen mögliche Kosten etwa für Netzanschlüsse oder Beschilderung von den jeweiligen Betreibern getragen werden. Die Stadt selbst tritt nicht als Betreiberin der Ladesäulen auf, sondern stellt die Flächen bereit und begleitet die Umsetzung. Förderprogramme von Bund und EU werden nach Angaben der Verwaltung an die Betreiber weitergegeben, um Investitionen zu erleichtern.

Nicht jede diskutierte Technik findet dabei Zustimmung. So äußert die Verwaltung deutliche Zweifel am sogenannten Ladebordstein, bei dem Ladepunkte im Boden integriert werden. Gründe sind fehlende Barrierefreiheit, eingeschränkte Nutzbarkeit bei Regen oder Schnee sowie vergleichsweise hohe Kosten pro Ladepunkt. Stattdessen setzt die Stadt stärker auf bewährte Ladesäulen und neue Lösungen wie Laternenlader.

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