Mehr Überschuldung im Münsterland: Creditreform-Zahlen 2025

Münster spürt erste Entlastungen – aber nicht alle profitieren Die Inflation in Deutschland sinkt auf 2,0 % – auch Münster profitiert. Welche Preisentwicklungen vor Ort besonders ins Gewicht fallen Auf der anderen Seite steigen die Kosten in anderen Bereichen: Der Gaspreis in der Grundversorgung erhöht sich ab Februar stark, der Stromtarif „Mein Münster“ legt bereits im Januar zu. Dazu kommt, dass viele Dienstleistungen – etwa in der Gastronomie, im Handwerk oder im Pflegebereich – weiter teurer werden. Die Löhne steigen, was zwar sozialpolitisch gewünscht ist, gleichzeitig aber die Inflation in diesem Segment hoch hält. Die regionale Kerninflation liegt mit 2,7 bis 2,8 Prozent über dem Bundesdurchschnitt – ein klares Signal, dass strukturelle Preistreiber weiterhin aktiv sind. Unterm Strich profitiert Münster also nur punktuell von der gesamtwirtschaftlichen Entspannung. Sinkende Fernwärmepreise und günstigeres Gemüse auf den Wochenmärkten entlasten gezielt. Doch für viele bleibt die gefühlte Teuerung bestehen – besonders dann, wenn keine Möglichkeit zum Anbieterwechsel besteht oder laufende Verträge teuer sind. Erst wenn auch der Preisdruck bei Dienstleistungen nachlässt, ist eine breite Entlastung in Sicht.
Symbolbild: Sara Kurfeß

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Münster. Zum ersten Mal seit 2018 verzeichnet das Münsterland wieder mehr überschuldete Menschen. Der aktuelle Schuldneratlas der Creditreform zeigt einen klaren Aufwärtstrend, der sich durch alle Kreise der Region zieht. Münster und Coesfeld bleiben zwar weiterhin im unteren Bereich der landesweiten Statistik, doch in Borken und Steinfurt steigen die Zahlen spürbar an. Damit folgt das Münsterland dem deutschlandweiten Trend zu mehr finanziellen Belastungen privater Haushalte.

Entwicklung der Überschuldung im Kreis Borken

Im Kreis Borken ist der Anstieg besonders deutlich sichtbar. Rund 21.850 Erwachsene gelten aktuell als überschuldet, was einem Zuwachs von etwa 790 Fällen entspricht. Die Quote liegt nun bei 7,07 Prozent und damit höher als im Landesdurchschnitt. Innerhalb des Kreises bleibt Gronau der Ort mit den meisten Fällen. Gleichzeitig fällt auf, dass kleinere Gemeinden wie Legden deutlich zulegen. Hintergrund sind laut Creditreform insbesondere steigende Lebenshaltungskosten und höhere Zinsen, die viele Haushalte zusätzlich belasten.

Kreis Steinfurt bleibt weiterhin Hotspot der Region

Auch im Kreis Steinfurt verschärft sich die Situation. Mit 27.011 überschuldeten Menschen und einer Quote von 7,31 Prozent bleibt der Kreis die am stärksten betroffene Region im Münsterland. Das entspricht einem Plus von mehr als 1.300 Betroffenen im Vergleich zum Vorjahr. Steinfurt liegt damit deutlich über dem NRW-Schnitt und zählt im bundesweiten Vergleich zu den Kreisen mit überdurchschnittlicher Belastung.

Coesfeld sticht positiv hervor

Ganz anders stellt sich die Lage im Kreis Coesfeld dar. Mit einer Quote von 5,49 Prozent verzeichnet die Region den niedrigsten Wert in ganz Nordrhein-Westfalen. Zwar ist auch hier ein leichter Anstieg erkennbar, doch bleibt Coesfeld klar unter dem Bundes- und Landesschnitt. Wirtschaftliche Stabilität, eine niedrige Arbeitslosenquote und eine starke mittelständische Struktur wirken sich positiv auf die Schuldnerzahlen aus.

Stadt Münster gehört zu den Kommunen mit geringster Quote in NRW

Auch Münster liegt mit 6,53 Prozent weiterhin im unteren Bereich der landesweiten Statistik. Die Stadt zählt damit zu den NRW-Kommunen mit den geringsten Überschuldungsquoten. Münster profitiert von einer robusten lokalen Wirtschaft, einer hohen Akademikerquote und einer stabilen Einkommensstruktur. Trotz des positiven Vergleichs zeigen die neuen Zahlen, dass auch hier der jahrelange Trend rückläufiger Überschuldung erstmals gebrochen ist.

Lage im Kreis Warendorf noch ohne aktuelle Detailzahlen

Für den Kreis Warendorf liegen die aktuellen Detailzahlen im Rahmen des Schuldneratlas 2025 noch nicht vollständig vor. Die letzten verfügbaren Daten aus dem Vorjahr lagen bei etwas über sieben Prozent. Da alle Münsterland-Kreise dem Aufwärtstrend folgen, ist auch für Warendorf mit steigenden Quoten zu rechnen. Eine genaue Einordnung wird möglich, sobald Creditreform die regionale Untergliederung veröffentlicht.

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