
Münster hat die Chance auf ein neues Familiengrundschulzentrum. Das Land Nordrhein-Westfalen baut das Programm landesweit aus und ermöglicht 54 zusätzliche Standorte. Wie das Schulministerium mitteilt, können Städte und Gemeinden bis zum 30. April einen Antrag stellen, wenn sie bereits Grundschulen im Startchancen Programm haben.
Damit rückt das Thema Bildung Münster erneut in den Fokus der Landespolitik. Ziel der Familiengrundschulzentren ist es, Eltern enger an Schule zu binden und Unterstützung direkt im Quartier anzubieten. Die Grundschule wird so nicht nur Lernort für Kinder, sondern auch Anlaufstelle für Familien.
Ein Familiengrundschulzentrum ist mehr als ein zusätzliches Angebot am Nachmittag. Es verbindet Unterricht, Beratung und Elternarbeit unter einem Dach. Laut Schulministerium sollen dort beispielsweise Informationsabende zu Medienkompetenz oder Lernstrategien stattfinden. Auch Elterncafés, Bewegungsangebote oder niedrigschwellige Beratungen gehören zum Konzept.
Entscheidend ist dabei der Ansatz: Eltern sollen nicht erst externe Stellen aufsuchen müssen, wenn Unsicherheiten im Alltag oder bei schulischen Fragen entstehen. Vielmehr werden Unterstützungsangebote direkt an der Schule verankert. Multiprofessionelle Teams arbeiten eng mit Lehrkräften, Jugendhilfe und weiteren Partnern im Stadtteil zusammen.
Bereits 54 Familiengrundschulzentren werden in Nordrhein-Westfalen gefördert. Mit den zusätzlichen Standorten würde sich die Zahl verdoppeln. Nach Angaben des Ministeriums stehen dafür jährlich rund 5,7 Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderung ist Teil des Startchancen Programms NRW, das Schulen in sozial herausfordernden Lagen gezielt stärken soll. Damit reagiert das Land auf die Erkenntnis, dass Bildungserfolg nicht allein im Klassenzimmer entschieden wird, sondern stark vom familiären Umfeld abhängt.
Antragsberechtigt sind Kommunen, in denen mindestens zwei Offene Ganztagsgrundschulen am Startchancen Programm teilnehmen. Genau hier könnte Münster profitieren. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, verfügt die Stadt bereits über mehrere Ganztagsgrundschulen in diesem Förderrahmen.
Wer einen Start zum 1. August 2026 plant, muss den Antrag bis zum 30. April einreichen. Eine zweite Bewerbungsrunde endet am 1. Oktober. In diesem Fall würden neue Familiengrundschulzentren im Februar 2027 beginnen. Die Förderrichtlinie gilt laut Ministerium bis Juli 2029 und schafft damit Planungssicherheit über mehrere Schuljahre hinweg.
Für Münster stellt sich nun die strategische Frage, an welchem Standort ein solches Zentrum am sinnvollsten wäre. Gerade in Quartieren mit besonderem Unterstützungsbedarf könnte das Modell einen spürbaren Unterschied machen. Die Erfahrung aus anderen Kommunen zeigt laut Landesregierung, dass Eltern durch die Nähe zur Schule leichter erreicht werden und Hemmschwellen sinken.
Die Diskussion um Chancengerechtigkeit ist auch in Münster präsent. Unterschiedliche soziale Voraussetzungen beeinflussen Bildungswege bereits in der Grundschule. Das Familiengrundschulzentrum Münster könnte hier einen verbindenden Ansatz bieten, indem Schule, Beratung und Elternarbeit systematisch verzahnt werden.
Gleichzeitig stärkt das Programm die Rolle der Grundschule als sozialer Mittelpunkt im Viertel. Statt isolierter Projekte entsteht ein strukturelles Angebot mit langfristiger Perspektive. Das passt zur Zielrichtung des Startchancen Programms, für das Nordrhein-Westfalen über zehn Jahre hinweg Milliardenbeträge bereitstellen will.
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