Münster plant digitale Bearbeitung von Elternbeiträgen im Jugendamt

Münster plant digitale Bearbeitung von Elternbeiträgen im Jugendamt. Weniger Bürokratie für Familien und Änderungen beim Personal vorgesehen.
Foto: Grüne Münster

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Münster. Die Bearbeitung von Elternbeiträgen für Kitas und andere Betreuungsangebote soll in Münster künftig stärker digital erfolgen. Nach Angaben aus den laufenden Haushaltsberatungen hat der Personalausschuss beschlossen, Mittel für eine Digitalisierung der Verfahren im Jugendamt bereitzustellen. Ziel ist es, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und langfristig Personalressourcen anders einzusetzen.

Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit den Beratungen zum städtischen Doppelhaushalt für die Jahre 2026 und 2027. Wie aus politischen Mitteilungen hervorgeht, soll zunächst ein Budget für die technische Umstellung bereitgestellt werden. Die endgültige Entscheidung über den Haushalt trifft der Rat der Stadt Münster am 25. März.

Digitalisierung soll Verfahren im Jugendamt Münster vereinfachen

Im Jugendamt Münster werden Elternbeiträge bislang überwiegend über analoge Abläufe berechnet und geprüft. Für Familien bedeutet dies häufig, zahlreiche Unterlagen einzureichen, damit die Einkommensverhältnisse geprüft und der Beitrag korrekt festgesetzt werden kann. In der Verwaltung sind derzeit rund 20 Beschäftigte mit diesen Aufgaben beschäftigt.

Nach Angaben aus der Ratskoalition soll sich dieser Ablauf künftig verändern. Geplant ist, die Berechnung und Verwaltung der Elternbeiträge stärker digital abzuwickeln. Dafür sollen zunächst rund 200.000 Euro investiert werden. Ziel ist es, die Bearbeitung effizienter zu gestalten und den bürokratischen Aufwand für Eltern zu reduzieren.

Wie aus Mitteilungen der Grünen Ratsfraktion hervorgeht, soll die Digitalisierung dazu führen, dass viele Prozesse automatisiert oder zumindest vereinfacht werden können. Gleichzeitig wird darüber diskutiert, künftig stärker mit Stichprobenkontrollen zu arbeiten, statt jede einzelne Einkommensprüfung vollständig manuell zu bearbeiten.

Nach Darstellung der Koalition soll die Umstellung sowohl für Familien als auch für die Verwaltung Vorteile bringen. Eltern müssten weniger Nachweise einreichen und könnten viele Schritte digital erledigen. In der Verwaltung könnten Arbeitsabläufe beschleunigt und Ressourcen gebündelt werden.

Personalstruktur könnte sich ab 2028 schrittweise verändern

Mit der geplanten Digitalisierung verbindet die Ratskoalition auch strukturelle Veränderungen innerhalb des Jugendamtes. Nach derzeitigen Vorstellungen könnten durch effizientere Abläufe langfristig weniger Stellen für die Berechnung der Elternbeiträge benötigt werden.

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Die politischen Initiatoren gehen davon aus, dass diese Veränderungen jedoch erst mittelfristig greifen. Nach aktuellen Planungen könnte sich der Personalbedarf frühestens ab dem Jahr 2028 schrittweise verringern. Voraussetzung dafür ist, dass die digitale Umstellung tatsächlich zu spürbaren Entlastungen im Verwaltungsablauf führt.

Gleichzeitig betonen Vertreter der Koalition laut Mitteilung, dass Einsparungen im Verwaltungsbereich nicht zulasten der Angebote für Kinder und Jugendliche gehen sollen. Im Rahmen des Haushaltsentwurfs seien zusätzliche Mittel für offene Kinder- und Jugendarbeit, Schulsozialarbeit sowie für freie Träger im Kinderschutz vorgesehen.

Damit reagiert die Stadt nach Darstellung der Politik auf steigende Anforderungen in der sozialen Arbeit und auf gleichzeitig knappe Haushaltsmittel. Durch effizientere Verwaltungsstrukturen soll finanzieller Spielraum entstehen, um pädagogische Angebote weiter auszubauen.

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