Mehr Platz fürs Rad: Aegidiistraße soll Münsters nächste Fahrradstraße werden

Münster plant Fahrradstraße auf der Aegidiistraße
Foto: Marius Katz

Teilen:

Münster. Die Aegidiistraße in Münster soll zu einer Fahrradstraße umgestaltet werden. Die Stadtverwaltung hat dazu eine öffentliche Berichtsvorlage vorgelegt, die Politik und Öffentlichkeit über den aktuellen Planungsstand sowie die nächsten Schritte informiert. Ziel ist es, eine zentrale Achse im innerstädtischen Verkehr langfristig sicherer und komfortabler für den Radverkehr zu gestalten und gleichzeitig Erkenntnisse für einen späteren Vollausbau zu gewinnen.

Die Straße hat eine besondere Bedeutung für den Verkehr in der Innenstadt, da sie sowohl Teil des städtischen Fahrradnetzes als auch wichtige Zufahrt für den Kfz- und Busverkehr ist. Entsprechend soll die Umgestaltung schrittweise erfolgen und von einer begleitenden Bürgerinformation flankiert werden, wie die Stadt Münster mitteilt. Damit reagiert die Verwaltung auf politische Beschlüsse zur Förderung des Radverkehrs und auf die steigende Nutzung dieser Route.

Warum die Aegidiistraße zur Fahrradstraße werden soll

Die Aegidiistraße ist als Hauptroute im sogenannten Fahrradnetz 2.0 ausgewiesen und verbindet zentrale Bereiche der Innenstadt mit der Promenade sowie weiteren wichtigen Verkehrsachsen. Gleichzeitig nutzen täglich mehrere tausend Radfahrende die Strecke, während auch Buslinien und Autos dort unterwegs sind. Laut Berichtsvorlage liegt die tägliche Belastung bei rund 7.000 Fahrrädern und etwa 4.000 Kraftfahrzeugen, hinzu kommen regelmäßig verkehrende Stadtbusse.

Die bestehende Verkehrssituation gilt als funktional, weist jedoch Defizite bei Komfort und Sicherheit auf, insbesondere für den Radverkehr. Zwar gilt bereits Tempo 30, doch sind Radwege teilweise zu schmal oder verlaufen im Mischverkehr. Zudem fehlen an einigen Stellen klare Sicherheitszonen entlang parkender Autos. Vor diesem Hintergrund soll die Ausweisung als Fahrradstraße dazu beitragen, den Radverkehr besser zu schützen und zugleich den Verkehrsraum klarer zu ordnen. Die Maßnahme ist Teil übergeordneter Ziele zur Steigerung der Lebensqualität, des Klimaschutzes und der nachhaltigen Mobilität in Münster, wie aus den Unterlagen hervorgeht

V_0615_2025_Anlage_A (1)

Unterstütze ms-aktuell.de

Gemeinsam halten wir unabhängige Nachrichten frei zugänglich. Was es dir wert ist, entscheidest du.

Mit PayPal unterstützen

.

Das lesen andere gerade

Zeitplan, Umsetzung und Beteiligung der Öffentlichkeit

Nach den aktuellen Planungen soll die Aegidiistraße im Sommer 2026 zunächst übergangsweise als sogenannte Fahrradstraße Basis eingerichtet werden. In dieser Phase sind vor allem Markierungen vorgesehen, darunter Fahrradstraßen-Piktogramme und farblich hervorgehobene Fahrbahnrandbereiche. Ergänzend sollen kleinere bauliche Anpassungen erfolgen, um Übergänge und Einmündungen sicherer zu gestalten. Größere bauliche Eingriffe sind in dieser ersten Stufe noch nicht vorgesehen.

Der vollständige Ausbau zur Fahrradstraße Plus ist erst für einen späteren Zeitpunkt geplant und soll mit umfangreichen Leitungsarbeiten im Untergrund abgestimmt werden. Derzeit geht die Stadt von einem möglichen Baubeginn ab 2029 oder 2030 aus. Parallel zur technischen Umsetzung setzt die Verwaltung auf einen zweistufigen Informations- und Beteiligungsprozess. Zunächst soll im Frühjahr 2026 über Ziele und Ablauf des Interims informiert werden. Eine weitergehende Beteiligung zum Vollausbau ist nach aktuellem Stand für Anfang 2027 vorgesehen. Die Stadt möchte dabei auch Erfahrungen aus der Übergangsphase auswerten und in die endgültige Planung einfließen lassen, wie aus der Berichtsvorlage hervorgeht.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge: