
Münsters Bevölkerung wird älter, doch im bundesweiten Vergleich bleibt die Stadt auffällig jung. Neue Zahlen zeigen zugleich enorme Unterschiede zwischen den Stadtteilen: Während Bahnhof und Hafen besonders jung sind, liegt das Durchschnittsalter in Teilen Hiltrups bereits deutlich höher. Insgesamt ist das Durchschnittsalter der wohnberechtigten Bevölkerung zwischen 2015 und 2025 von 41,11 auf 41,88 Jahre gestiegen. Damit liegt Münster weiterhin deutlich unter dem von der Stadt genannten NRW-Wert von 44,6 Jahren und unter dem bundesweiten Durchschnitt von 45,0 Jahren. Zur wohnberechtigten Bevölkerung zählen Menschen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Münster. Ende 2025 waren das 320.728 Personen.
Besonders jung ist die Bevölkerung im Stadtteil Bahnhof. Dort liegt das Durchschnittsalter bei nur 33,45 Jahren. Dahinter folgen Neutor mit 34,70 Jahren und der Hafen mit 34,91 Jahren. Deutlich anders sieht es in Hiltrup aus. Das höchste Durchschnittsalter weist Hiltrup-Ost mit 48,54 Jahren auf. Hiltrup-Mitte kommt auf 47,44 Jahre, Hiltrup-West auf 45,02 Jahre. Damit sind diese drei Stadtteile zugleich die einzigen in Münster, die über dem bundesweiten Durchschnitt von 45,0 Jahren liegen.
Besonders stark verändert hat sich Hiltrup-West. Dort stieg das Durchschnittsalter innerhalb von zehn Jahren von 41,92 auf 45,02 Jahre und damit um 3,1 Jahre. Die deutlichste Gegenentwicklung zeigt die Aaseestadt. Dort sank das Durchschnittsalter im selben Zeitraum von 43,81 auf 42,21 Jahre.
Noch deutlicher wird der demografische Wandel beim Blick auf die einzelnen Altersgruppen. 2015 lebten 51.856 Menschen zwischen 60 und 79 Jahren in Münster. Zehn Jahre später waren es bereits 62.342 und damit rund 20 Prozent mehr. Auch die Zahl der mindestens 80-Jährigen nahm deutlich zu und stieg von 15.659 auf 19.014 Personen. Insgesamt sind inzwischen rund 81.400 Menschen in Münster mindestens 60 Jahre alt. Das entspricht etwa 25,4 Prozent der wohnberechtigten Bevölkerung. 2015 hatte der Anteil noch bei rund 22,1 Prozent gelegen.
Gleichzeitig ist die Gruppe der 40- bis 59-Jährigen kleiner geworden. Ihre Zahl sank von 81.188 auf 74.996 Menschen. Die Zahl der 20- bis 39-Jährigen stieg dagegen auf 109.453 Personen. Mit einem Anteil von rund 34,1 Prozent bilden sie weiterhin die größte Altersgruppe der Stadt.
Ein wichtiger Grund für die weiterhin junge Altersstruktur dürfte Münsters Rolle als Hochschulstadt sein. Allein an der Universität Münster waren im Wintersemester 2025/26 insgesamt 41.217 Studierende eingeschrieben. Hinzu kommen weitere Hochschulen im Stadtgebiet. Das trägt dazu bei, dass besonders innenstadtnahe Viertel wie Bahnhof, Neutor und Hafen niedrige Durchschnittsalter aufweisen. Trotz der wachsenden Zahl älterer Menschen bleibt Münster deshalb im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen und Deutschland insgesamt eine junge Stadt.
Bei der Einwohnerzahl war 2025 allerdings ein besonderes Jahr. Die wohnberechtigte Bevölkerung sank erstmals seit 2015 gegenüber dem Vorjahr von 322.715 auf 320.728 Personen. Die Stadt führt diesen Rückgang vor allem auf Bereinigungen des Melderegisters zurück. Langfristig erwartet Münster wieder Wachstum. Bis Ende 2035 soll die wohnberechtigte Bevölkerung nach der aktuellen Prognose auf 335.781 Menschen steigen. Das entspräche einem Plus von 4,7 Prozent. Entscheidend dafür soll vor allem ein positiver Wanderungssaldo sein. Seit 2022 sterben in Münster dagegen jährlich mehr Menschen, als geboren werden.
Besonders stark dürfte die Zahl älterer Menschen weiter wachsen. Für die Gruppe der 65- bis 79-Jährigen prognostiziert die Stadt bis 2035 einen Zuwachs um 25,4 Prozent beziehungsweise 10.472 Personen. Bei den mindestens 80-Jährigen wird ein Plus von 11,3 Prozent erwartet. Gleichzeitig rechnet die Stadt bei mehreren Kinderjahrgängen zunächst mit Rückgängen.
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